Wie ein Kreuzbandriss die Laufbahn des Handballers Jan Richter ausbremste

LÜNEN Ein Kreuzbandriss hat den Aufstieg des Lüner Handballers Jan Richter urplötzlich gestoppt. Der Kreisläufer des Landesligisten Lüner SV wird am Mittwoch (22. Oktober) in der Sportklinik Hellersen am verletzten Knie operiert. Über den sportlichen Werdegang eines gefragten Shooting-Stars - ein Porträt.

von Von Carina Püntmann und Marco Winkler

, 21.10.2008, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das vordere Kreuzband im linken Knie ist gerissen“, berichtet Richter. Es geschah beim Aufwärmen vor dem Spiel gegen Borussia Höchsten. „Ich hatte vorher schon privat einen Unfall, aber beim Warmmachen muss es dann gerissen sein“, erzählt der 20-Jährige. „Beim Torwurf bin ich abgesprungen, und plötzlich tat es richtig weh. Ich hatte sofort die Befürchtung, dass es etwas schlimmes ist“, erinnert sich Richter an die böse Szene. Eine Szene, die seine Laufbahn für mindestens sechs Monate unterbricht. Für Richter ist es die zweite schwere Verletzung. Ein Schleimbeutelriss in der Hüfte bremste ihn schon einmal aus. Damals hatte er noch Glück im Unglück. Den Riss handelte er sich gegen Saisonende ein. Diesmal war es die Anfangsphase der Saison. Von Geburt an beim VfL Vater Uli hatte seinen Sohn früh zum Handball gebracht. „Direkt nach der Geburt war ich Vereinsmitglied beim VfL“, erzählt der Handballer heute. Er durchlief sämtliche Jugend-Mannschaften beim Klub aus der Halle an der Diesterwegstraße und spielte ein Jahr für die Kreisliga-Erste. Obwohl Richter ein paar Kilogramm zu viel auf die Waage brachte, wollte Landesligist Lüner SV den Kreisläufer haben. Beim LSV war man von den sportlichen Fähigkeiten des damals 19-Jährigen überzeugt. Vater Uli, ein echtes VfL-Urgestein, war zuerst nicht begeistert. „Heute akzeptiert er es aber und unterstützt mich, so gut er kann“, freut sich Sohn Jan jetzt. Schließlich hat er seine Heimat nicht vergessen. Er arbeitet im Jugendvorstand des VfL mit. Nach der harten Vorbereitung für die Landesliga hatte sich das Problem mit dem Übergewicht automatisch erledigt. „Ich wollte unbedingt spielen und habe alles dafür gegeben. Seitdem habe ich 35 Kilo abgenommen“, sagt Richter stolz. Doch nicht nur in Sachen Gewicht arbeitete der Abiturient hart.Ziel von Jan Richter: Sich beim LSV etablieren Er hatte einige Schwächen in der Defensive. „Ich habe nur im Angriff gespielt und mich immer mit Michael Schink abgewechselt“, blickt Richter zurück. Der 20-Jährige verbesserte sich zusehends, er blieb immer länger auf dem Feld. Sein steiler Aufstieg blieb anderen Vereinen nicht verborgen. So hatte Richter im Sommer mehrere Angebote von höherklassigen Klubs. Doch er blieb. „Ich möchte mich erst einmal beim LSV etablieren. Dann kann man sehen, was kommt“, sagt er. Jetzt kommt erst einmal die lange Pause dazwischen. Zunächst muss Richter seine schwere Verletzung auskurieren. Ob er dann wieder zu seiner Form findet? Wer den harten Arbeiter Jan Richter kennt, der kann nur an ihn glauben.  ZUR PERSON Jan Richter wurde am 13. 12. 1988 in Datteln geboren.Karriere: Richter begann seine Laufbahn in der Jugend des VfL Brambauer. Nach seinem ersten Seniorenjahr in der Kreisliga mit dem VfL, wechselte Richter zum Landesligisten Lüner SV.Beruf: Der 20-Jährige ist Abiturient und will im nächsten Jahr auf dem Freiherr-vom-Stein Gymnasium die Allgemeine Fachhochschul-Reife erreichen. Danach strebt er ein Studium auf Lehramt (Sport/Erziehungswissenschaften an).

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