Zur Saisonunterbrechung: Die fünf größten Aufreger und Schlagzeilen im Lüner Fußball

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Die Saison im Amateurfußball ist unterbrochen. Viel Zeit, um für besondere Momente und Erinnerungen zu sorgen, hatten die Lüner nicht. Ein Blick auf die ersten Spieltage zeichnet ein anderes Bild.

Lünen

, 05.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Juli durften die Lüner Fußballer wieder Spiele bestreiten - zunächst nur Testpartien. Anfang September folgte der Start in den Meisterschaftsbetrieb. Im Oktober dann alles wieder auf Beginn der Pandemie: Erst setzte die Allgemeinverfügung des Kreises Unna die Lüner außer Gefecht und als diese gerade abgelaufen war, verbot die Bundesregierung vorläufig den Trainings- und Spielbetrieb. Ihre Geschichten hat diese Saison trotzdem schon jetzt geschrieben.


Der Abpfiff:
Ein Pfiff, zwei Pfiffe, drei Pfiffe - Schiedsrichter Stefan Tendyck beendete die Partie. Das Derby zwischen BW Alstedde und Westfalia Wethmar in der Bezirksliga am 10. Oktober ist das bis dato letzte Fußballspiel in Lünen, das ausgetragen wurde. Man muss festhalten: Für einen unfreiwilligen Abschied auf Zeit hätte es schlechtere Partien geben können. Das erste Nordlüner Lokalduell seit vielen Jahren, im Rahmen der Corona-Bedingungen volles Haus am Heikenberg und ein wirklich passables Fußballspiel, welches Wethmar in der Höhe etwas überraschend mit 3:1 gewann. Nicht gebraucht hätte es allerdings die drei Platzverweise gegen Alstedde, davon zwei nach Abpfiff. Zudem sorgte die Dauer einer Sperre bei BWA für Ärger.

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Der Abbrecher: Es ist Anfang August. Erst seit wenigen Wochen dürfen die Lüner Fußballer überhaupt wieder Testspiele bestreiten. Die Corona-Fallzahlen befinden sich zu diesem Zeitpunkt zwar auf einem beruhigend niedrigen Niveau - dennoch braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen und im Fall der Fälle konsequent durchgreifen. Konsequent durchgegriffen hat Stephan Polplatz - mindestens. Polplatz ist Vorsitzender und Hygienebeauftragter des TuS Westfalia Wethmar. In letzterer Funktion erhielt er an jenem Sonntag gleich mehrere Anrufe aus Oberaden. Bei der dortigen ersten Mannschaft wurde ein Corona-Fall nachgewiesen. Der betroffene Spieler stand wenige Tage zuvor noch in einem Testspiel auf dem Platz - und hatte dabei womöglich Kontakt zu dem Linienrichter, der nun den Test zwischen Wethmar III und GS Cappenberg III pfeifen sollte. Die Partie hatte bereits begonnen, da stürmte Polplatz mangels telefonischer Erreichbarkeit des Unparteiischen auf den Platz und pfiff die Partie mit einer eigens mitgebrachten Pfeife ab. „Alle haben mich angeguckt, als würden sie Sterne sehen“, sagte Polplatz gegenüber dieser Redaktion. Einen Stern gibt es für sein beherztes Einschreiten.

Stephan Polplatz übernahm Verantwortung.

Stephan Polplatz übernahm Verantwortung. © Manuela Schwerte

Der Skandal: Fraglos ist es der Tiefpunkt der bisherigen Lüner und wohl auch Dortmunder Amateurfußball-Saison. Und es dürften sich wohl alle, die es gut mit dem Fußball meinen, darüber einig sein, dass der Vorfall vom 13. September in dieser Hinsicht keine Konkurrenz erhalten sollte. Nach einer verbalen Entgleisung im Spiel beim VfB Lünen erhielt ein Spieler des SC Osmanlispor die Gelb-Rote Karte. Doch den Handelfmeter, über den sich der Akteur der Dortmunder so beschwert hatte, führte der VfB nicht mehr aus. Nach seinem Platzverweis brannten beim Gästespieler die Sicherungen durch. Mit einem Faustschlag und einem Kniestoß streckte der Täter den Schiedsrichter nieder. Die Partie war damit beendet, der Tag für alle Beteiligten gelaufen und die Polizei verständigt. VfB-Spieler Leon Broda verhinderte mit seinem schnellen und beherzten Eingreifen schlimmeres.

Das Fragezeichen: Wird die Saison wie geplant zu Ende gespielt? Wie viele Unterbrechungen wird es noch geben? Niemand kann diese Fragen auch nur ansatzweise seriös beantworten. Ähnlich verhält es sich mit der Frage, ob der Lüner SV II beim nächsten Bezirksliga-Spiel eine Mannschaft aufbieten kann. Schon in der vergangenen Saison war die LSV-Reserve nach vielen Abgängen abgeschlagener Letzter. Aktuell stehen die Rot-Weißen völlig ohne Punkte und mit bereits zwei Spielabsage aufgrund zu weniger Spieler da. Trainer Manuel Lorenz will es weiterhin probieren, die Zwangspause könnte dem LSV zugute kommen. Viel schiefgehen darf allerdings nicht mehr: Sagen die Lüner noch ein Spiel selbst ab, ist der Zwangsabstieg perfekt.

Die Pechvögel: Kein Sportler möchte Mitleid erfahren. Letztlich ist die Mannschaft des SV Preußen Lünen auch schlagkräftig genug, dass man sie nicht bemitleiden muss. Doch Anteil nehmen an der bisher äußerst schwierigen Saison der Horstmarer kann man getrost. Vor der Saison mussten die Preußen mehrere Leistungsträger ersetzen. Aufgrund geringer Möglichkeiten probiert es der SVP vor allem mit jungen Spielern, die sich mithilfe von Trainer Stefan Urban jedoch erst in der Kreisliga A etablieren müssen. Doch den Schwarz-Weißen fehlt vollkommen der Rhythmus, um diese Herausforderung bewältigen zu können. Ständig fielen bei den Preußen Spiele aufgrund des Coronavirus aus. Ende September erwischte es die erste Mannschaft selbst. Erst drei Saisonspiele hat der SVP absolviert, Tabellennachbar Alemannia Scharnhorst steht schon bei acht Partien.

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