Zwischen Allgemeinverfügung und möglichem „Lockdown light“: Fußballer bleiben im Unklaren

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Die Allgemeinverfügung des Kreises Unna ist ausgelaufen - mit großzügigen Lockerungen für die Fußballer. Doch nun könnten schon wieder strengere Maßnahmen drohen.

Lünen, Werne, Selm

, 27.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst hatte der politische Kreis Unna jeglichen Kontaktsport in Gruppen von mehr als zwei Personen verboten. Wenige Tage später begrenzte der Kreis dieses Verbot in seiner Allgemeinverfügung auf die Fußballer. Am Montag ist auch dieser Absatz der Allgemeinverfügung ausgelaufen - doch die Unsicherheit bleibt groß.

Wie anfangs durch den Kreis angekündigt, ist das in der am 10. Oktober veröffentlichen Allgemeinverfügung Trainings- und Wettkampfverbot für alle Fußballer im Kreisgebiet mit Ende des Sonntages ausgelaufen.

Das bedeutet, dass die Amateurfußballer im gesamten politischen Kries Unna seit Montag wieder nicht-kontaktfrei und in voller Mannschaftsstärke trainieren dürfen. In den vergangenen zwei Wochen durften sie ihren Sport nur ohne Körperkontakt ausüben. Einige Teams trainierten angesichts der steigenden Fallzahlen gar nicht.

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Doch dieser kurzweiligen „Fußball-Shutdown“ weicht nun wieder der sogenannten „neuen Normalität“. Das Training ist vielerorts wieder angelaufen. Schon am Dienstagabend empfängt Eintracht Werne den TuS Germania Lohauserholz-Daberg zum Kreispokal-Spiel. Am Samstag steigt in Lünen ein beinahe vollständiger Spieltag - schließlich müssen die ausgefallenen Partien der vergangenen Wochen nachgeholt werden.

Ob die vielen neue angesetzten Partien wirklich stattfinden können, steht seit Montagabend allerdings mehr denn je in den Sternen. Wie die „BILD“ zuerst berichtete, wirbt das Kanzleramt um Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Ministerpräsidenten für strengere Maßnahmen. Schnell wurden die offenbar durchgesickerten Pläne „Lockdown light“ getauft.

Mittwoch könnte neue Maßnahmen bringen

Laut Informationen der „BILD“ soll zwar der Einzelhandel geöffnet bleiben, die Restaurant und Bars aber geschlossen werden. Auch Kitas und Schulen könnten demnach zumindest in besonders betroffenen Gebieten vorübergehend geschlossen werden. Am Mittwoch wollen Merkel und die Ministerpräsidenten über neue Maßnahmen entscheiden.

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Für den Fußball im Kreis Unna könnte das erneut gravierende Folgen haben. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert des Landkreises liegt laut Robert-Koch-Institut derzeit bei 112,2 (Stand: 27.10.2020). Damit liegt der Wert über der deutschlandweiten Zahl von 80,9.

Verabschiedet die Bundesregierung strengere Maßnahmen, betreffen diese mit hoher Wahrscheinlichkeit - selbst, wenn diese erst bei gewissen Inzidenzwerten greifen. Es scheint nur schwer vorstellbar, dass der Spielbetrieb von Kontaktsportarten weiterläuft, während Restaurant und Bars geschlossen werden sollen.

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), der für den überkreislichen Spielbetrieb der heimischen Mannschaften zuständig ist und dem die Fußballkreise angehören, hält sich bislang bedeckt.

FLVW will selbst nicht unterbrechen

Von sich aus wolle man zunächst keine Beschränkungen vornehmen, sagte Manfred Schnieders, Vize-Präsident des FLVW dieser Redaktion am Montag. Auch der Verband schielt wohl auf neue Maßnahmen seitens der Politik. Schnieders verwies auch auf eine mögliche neue Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Einige andere Landesverbände haben die Amateurfußball-Saison aus Eigeninitiative bereits unterbrochen. Ähnlich haben es bereits viele Hallensport-Verbände gehandhabt. Für den Wettkampfbetrieb der heimischen Fußballer könnte der Mittwoch dagegen eine erste Gewissheit bringen.

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