Capelles Stefan Möer hat lange am Comeback geschuftet - so erlebte er die ersten Minuten

rnFußball-Kreisliga B

Stefan Möer ist zurück auf dem Platz. Jetzt will er nach mehrjähriger Pause wieder durchstarten. Doch ob er wieder das Niveau vor seiner Verletzung erreicht, da ist er selbst etwas skeptisch.

Capelle

, 09.10.2019, 12:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fußballpause war extrem lang bei Stefan Möer. Der 28-jährige Mittelfeldspieler des Fußball-B-Ligisten, der vor Jahren auch mal vor einem Wechsel zum Bezirksligisten FC Nordkirchen gestanden haben soll, ist nach zwei Operationen am Knie zurück auf dem Platz.

Am Tag der Deutschen Einheit gab Möer sein Comeback. Nach 33 Minuten nahm Trainer Reinhard Behlert seinen Offensivspieler aber wieder vom Platz. „Das war ein Acker“, sagte der Spieler. Gut zurecht kam Möer da noch nicht. Das Spiel gegen quirlige Birati-Spieler lag ihm nicht. „Er musste sich erstmal einfinden. Da fehlt so ein bisschen die Bindung. Dass da nicht alles funktioniert, ist klar“, sagte sein Trainer Reinhard Behlert.

Möer ist mit den Einsatzzeiten beim Comeback zufrieden

„Eigentlich war es passend mit 25 bis 30 Minuten. So habe ich mir das vorgestellt“, sagte Möer, der für das Comeback viele Jahre lang im Fitnessstudio geschuftet hatte. „Das ist nichts für mich. Ich kann mich da nicht aufraffen. Fußball macht mir mehr Spaß, wenn man seine Leute um sich hat“, sagte er.

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Drei Tage später stand Möer wieder in der Startelf - notgedrungen, angesichts der Personalprobleme der Capeller. Und genau so notgedrungen musste er durchspielen. „Das war alternativlos. Es sieht personell einfach extrem schlecht aus im Moment. Da kam alles zusammen“, sagte er nach der 2:5-Niederlage gegen den FC Nordkirchen II auf dem Kunstrasenplatz am Schlosspark. Er weiß selbst: „Ich habe noch nicht die Kraft und die Spritzigkeit für 90 Minuten. Es ist irgendwie auch unbefriedigend, wenn du nicht Vollgas geben kannst. Du musst es dir einteilen“, so Möer.

Capelles Stefan Möer hat lange am Comeback geschuftet - so erlebte er die ersten Minuten

Stefan Möer (r.) verletzte sich nach einem Zweikampf schwer am Knie und musste ins Krankenhaus gebracht werden. © Herrero

„Möhrchen hat 90 Minuten durchgespielt“

Sein Trainer dankte es ihm trotzdem. „Da waren Spieler auf dem Platz, die nach 90 Minuten K.o. waren. Möhrchen (Anm.: Stefan Möer) hat 90 Minuten durchgespielt“, sagte Behlert.

Die Verletzung ist fast auf den Tag vier Jahre her. Möer war bis dahin ein Capeller Original und eine Identifikationsfigur für den Verein. Am 11. Oktober 2015 riss sich Möer dann im Spiel gegen Ottmarsbocholt das vordere Kreuzband im rechten Knie. „Seitdem habe ich nie kontinuierlich gespielt“, sagte Möer. Im April 2018 hatten Knieprobleme zur Folge, dass Ärzte in einer weiteren Operation Narbengewebe entfernt haben. „Das zog sich alles hin. Jetzt bin ich das erste Mal wieder schmerzfrei dabei“, sagte Möer.

Capelles Stefan Möer hat lange am Comeback geschuftet - so erlebte er die ersten Minuten

2017 half Stefan Möer schon einmal aus. Kontinuierlich spielte er aber nicht, weil ihn Kniebeschwerden zurückwarfen. © Marvin K. Hoffmann

Gegen Nordkirchen spielte Möer vorne im Sturm. Die Anforderungen im laufintensiven Mittelfeld wären noch zu groß für den in Werne lebenden Fußballer gewesen. Eigentlich ist Möer beim SC Capelle ein klassischer Zehner gewesen - spielintelligent, mit 1,91 Meter auch kopfballstark und variabel einsetzbar.

Dass er eines Tages wieder das Level erreicht wie vor vier Jahren, hofft Möer zwar, ist dabei aber auch ehrlich: „Wahrscheinlich nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wieder hundertprozentig so wird wie vorher. Vom Kopf her wird immer eine kleine Blockade da sein.“

Capelles Stefan Möer hat lange am Comeback geschuftet - so erlebte er die ersten Minuten

Stefan Möer stand mit Krücken wenige Wochen nach dem Kreuzbandriss nur als Zuschauer an der Bande. © Sebastian Reith

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