Der SC Capelle krempelt die Ärmel hoch

Fußball

Ex-Trainer Martin Ritz hat das Feld für Reinhard Behlert beim SC Capelle geräumt – und der hat nicht nur den Klassenerhalt vor Augen.

Capelle

von Marvin K. Hoffmann

, 29.12.2017, 20:12 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der SC Capelle krempelt die Ärmel hoch

Die Winterpause kam, Martin Ritz ging. Der Fußball-Kreisligist SC Capelle befindet sich im Umbruch. Im neuen Jahr soll der neue Cheftrainer Reinhard Behlert die Capeller aus dem Tabellenkeller führen. Doch was lief 2017 schief?

Der Saisonverlauf: Einen schlimmeren Saisonstart kann man sich nicht vorstellen. Mit 0:8 gab es direkt eine Auswärtsklatsche gegen den BSV Roxel II für den SC Capelle. Ex-Trainer Martin Ritz: „Das war wahnsinnig. Dieses Spiel war für alle nicht so witzig.“ Der erste Punktgewinn kam dann erste Mitte September. 2:2 gegen GW Albersloh, ein 1:0-Auswärtssieg gegen Mecklenbeck folgte. Der SCC schien in die Spur gefunden zu haben – doch weitere Niederlagen folgten.

Die Verletzungen häuften sich. Dem SCC gingen die Spieler aus. Gegen Davensberg am 1. Oktober musste dann sogar Trainer Martin Ritz selbst die Schuhe schnüren. „Wir hatten vor der Saison einen Aderlass zu verkraften. Dann kam das große Verletzungspech hinzu. Irgendwann sind wir nur noch auf dem Zahnfleisch gegangen“, sagt Ritz, der in 15 Spielen nur sieben Punkte holen konnte.

Der Trend: Wenn es für den SC Capelle wieder aufwärtsgehen soll, braucht es vor allem eine Sache: gesunde Spieler. Reinhard Behlert, der neue Chef an der Seitenlinie, ist sich dessen bewusst. „Die Einstellung stimmt, die Jungs sind eine super Truppe. Aber was nützt dir das, wenn alle da sind und ein Fabian Steinhoff mit Schiene und Krücken am Tisch sitzt? Das tut weh“, sagt er.

Capelle muss in die Konstanz finden. „In der Hinrunde lief doch alles schief, was schief laufen kann. Wir müssen einen guten Lauf hinbekommen und mal zwei bis drei Spiele erfolgreich gestalten, damit der Spaß wiederkommt“, sagt er. Der Klassenerhalt sei das Ziel. „Was anderes bleibt uns momentan auch nicht übrig als Letzter“, sagt Behlert. Vorgänger Ritz ist noch optimistischer. „Wenn die Jungs wieder fit sind, dann stehen die ruckzuck wieder auf dem 13. oder 14. Platz“, sagt er – und von dort könnte die Reise dann weiter ins sichere Mittelfeld gehen.

Die Gewinner: Sinan Kixmöller und Dustin Logan sorgen für frischen Wind auf dem Fußballplatz an der Gorfeldstraße. „Die Jungs sind 18 oder 19 Jahre alt, haben zwei Jahre kein Fußball gespielt, kamen zu uns – und waren direkt eine Verstärkung“, sagt Ritz. Logan wurde kurze Zeit später von einer Verletzung zurückgeworfen. Umso mehr schwärmt Ritz jetzt von Kixmöller. „Er ist schnell und hat eine unglaubliche Technik am Ball. Sinan ist eine richtige Macht. Sobald er sich noch an die nötige Härte in der Kreisliga gewöhnt hat, wird er eine große Rolle im Kader spielen“, sagt Ritz.

Die Verlierer:Verlierer gibt es in Capelle zur Genüge. Zu viele haben sich verletzt und fallen langfristig aus. „Als Verlierer möchte ich lieber keinen bezeichnen. Wenn, dann hat die ganze Mannschaft verloren“, sagt Ritz, der die Lage jedoch relativiert: „Im vergangenen Jahr hatten wir zum gleichen Zeitpunkt zehn Punkte – mit einem kompletten Kader.“ Besonders leid täten ihm Spieler wie Lars Zimmermann oder Fabian Steinhoff. „Lars war im letzten Jahr noch ein Stammspieler. Jetzt hat er Adduktorenprobleme und wird erst im Frühling zurückkehren. Fabian hat sich ebenfalls zurückgekämpft und hat jetzt wieder einen heftigen Rückschlag hinnehmen müssen.“

Die Baustellen: Behlert will die Dinge anpacken – mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. „Der ganze Saisonverlauf bisher war zerfahren. Aber jetzt kämpfen wir uns, mit dem, was wir hier haben, wieder hoch“, sagt er.

Das Ziel: „Wir sind Letzter, also sprechen wir vom Klassenerhalt“, sagt Behlert. Doch genau dort läge der Reiz. „Wir werden jetzt die Ärmel hochkrempeln und uns hocharbeiten. Das macht doch am meisten Spaß, wenn man so tief drinsteckt.“

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