Die Analyse: So unterlag der FC Nordkirchen dem SCV Neuenbeken

Fußball

Der FC Nordkirchen verliert in der Verlängerung ein hitziges Spiel gegen den SCV Neuenbeken mit 0:2, nachdem Nils Venneker die Ampelkarte gesehen hat. Die Relegation ist damit vorbei.

Nordkirchen

, 07.06.2019, 00:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Analyse: So unterlag der FC Nordkirchen dem SCV Neuenbeken

Marvin Fritsche (r.) ist mit Nordkirchen in der Relegation gescheitert. © Sebastian Reith

Holzwickeder SC II statt SV Herbern, Kirchderne statt Werner SC – der FC Nordkirchen hat am Donnerstagabend in Lippetal das K.o.-Spiel gegen den SCV Neuenbeken verloren. Die Tore fielen spät in der Verlängerung. Damit wird der FC Nordkirchen, der eine Rekordsaison absolviert hat, kommende Saison weiter nur in der Bezirksliga spielen. Die großen Landesliga-Namen werden erstmal weiter nur für Freundschaftsspiele ans Schloss kommen.

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Als Markus Dalecki und Jan Hendrik Hölscher kurz vor dem Schlusspfiff der 120 Minuten die beiden Treffer erzielt hatten, brach für einige Nordkirchener eine Welt zusammen. „Das tut richtig weh“, sagte Nordkirchens Mittelfeldspieler Marvin Fritsche. Trainer Issam Jaber schloss sich an: „Erstmal überwiegt die Enttäuschung. Wir haben eine überragende Saison gespielt. Das lassen wir uns nicht kaputtreden. Man hat aber gemerkt, dass die Kräfte irgendwann alle sind.“ Jaber stellte noch auf dem Rasenplatz in Lippetal die nicht abwegige These auf: „Ich behaupte, wenn wir mit elf Mann unsere Leistung gebracht hätten, hätten wir das Spiel noch innerhalb der 90 Minuten gewonnen. Wir hatten nach vorne keine Durchschlagskraft und einige Ausfälle“, sagte Jaber.

Nordkirchen ruft nicht das Offensivpotenzial ab

Vor allem über die linke Seite kam beim FCN zu wenig. Robin Schwick blieb extrem oft hängen. Symptomatisch: Er verursachte auch den Ballverlust wenige Minuten vor Abpfiff, der zur Ecke und zu Daleckis Kopfalltor führte.

Dreh- und Angelpunkt im Nordkirchener Spiel war Daniel Krüger. Fast jedes Anspiel ging über den großen Stürmer. Am nahesten dran war aber ein anderer: Dennis Närdemann traf per Freistoß nach einer Viertelstunde die Latte. Zuvor hatte auf der Gegenseite bereits Dalecki per Freistoß den Pfosten getroffen – es war eine muntere Anfangsphase.

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Über weite Strecken hatte Neuenbeken dann Übergewicht. Nils Venneker musste einen Kopfball auf der Linie klären und sah kurz darauf nach einem Foul die erste Gelbe Karte, nachdem er sich in den Gegenspieler gelehnt hatte. Eine Karte mit Folgen für den FCN. Denn Venneker sah später in der 101. Minute die Ampelkarte. Auch hier lag der Schiedsrichter nach Meinung vieler Nordkirchener nicht ganz richtig. „Die Karten sind zu früh gezogen worden. Und die Gelb-Rote Karte war für mich und für alle ein Witz“, sagte Jaber, der nach der langen Saison platt wirkte.

FC Nordkirchen ärgert Nils Vennekers Ampelkarte

Sechser Tim Bröer sprach von einem Spiel auf Augenhöhe und sah den Platzverweis auch anders als der Schiedsrichter: „Nils nimmt den Körper davor. Wir sind nachher ein Mann weniger. Nils ist kopfballstark und wir kriegen das Ding dann per Kopf. Klar müssen wir dann aufmachen“, sagte Bröer sichtlich geknickt.

Nordkirchens beste Phase fand nach der Pause statt. Da hätten Krüger und Co. fast die Führung erzielt. Riesenproteste gab es dann nach 75 Minuten, als die Nordkirchener ein Handspiel gesehen hatten. Den hätte man wohl geben müssen, wie Bilder belegen.

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In der Schlussviertelstunde und der Verlängerung hatte der FCN aber auch ein ums andere Mal Glück, dass Neuenbeken eine der vielen Großchancen nicht nutzte. „Man kann es nicht in Worte fassen“, sagte Bröer zur Niederlage, „planen kann man es nicht, aber es war unser Ziel, dass wir auch am Sonntag noch einmal auflaufen.“ Kapitän Florian Fricke: „Es tut schon weh. Jeder hat sich vom Kopf her auf das Elfmeterschießen vorbereitet“, sagte er.

Rekordsaison ohne Happy End

Jaber suchte tröstende Worte: „Es tut mir unglaublich leid. Bei mir ist alles gut, aber für die Jungs tut es mir leid, weil wir viel gearbeitet haben, uns den Traum zu verwirklichen. Wir schlafen eine Nacht drüber und dann können wir stolz sein auf das, was wir zusammen mit dem Verein gemacht haben. So eine Saison hat der FC noch nie gespielt.“

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