Einfach Kopf aus: Marcel Stiepermann ist der Mann ohne Nerven beim FC Nordkirchen

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Der spielende Co-Trainer schoss in der zehnten Minute der Nachspielzeit den entscheidenden Ausgleich in Schwerin. Stiepermann selbst scheint das Wort „Nerven“ gar nicht zu kennen.

Nordkirchen

, 13.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war die Szene des sechsten Spieltags in der Fußball-Bezirksliga 9. Vielleicht war es für den FC Nordkirchen sogar die Szene der bisherigen Saisons. Nach 100 gespielten Minuten trat Marcel Stiepermann zum Strafstoß an und zeigte dabei mal überhaupt keine Nerven.

Selbst der sonst so coole FCN-Kapitän Florian Fricke konnte nicht ganz glauben, was er da am Sonntagnachmittag gesehen hatte. „Komm, gib es zu, ein paar Köddel hattest du schon in der Hose“, fragte er Marcel Stiepermann auf dem Weg in die Kabine. Stiepermann antwortete stumpf, aber eindeutig: „Nein, wieso denn?“

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Wenige Minuten zuvor hatte er den vielleicht schwersten Schuss der bisherigen Saison im Tor von Blau-Gelb Schwerin untergebracht. Nach einem bis dato völlig verkorksten Spiel flankte Florian Siemerling einen letzten verzweifelten Ball in Richtung des Castroper Strafraums in dessen Mitte Joachim Mrowiec zu Boden ging und in der achten Minute der Nachspielzeit den Elfmeter zum möglichen 1:1 zog.

„Jockel gehört ein großer Teil dieses Tores“, weiß der spätere Schütze Stiepermann sich bei Mrowiec zu bedanken. „Wenn er da nicht so durchläuft und unbedingt den Ball haben möchte, reden wir nicht mehr über einen Elfmeter, sondern über eine Niederlage.“

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Dennoch waren danach alle Augen auf den 34-jährigen Routinier gerichtet. Sofort nahm sich Marcel Stiepermann den Ball und ließ sich auch vom massiv auf ihn einredenden Schwerin-Schlussmann Cedric Niemeyer nicht beeinflussen. „Da stellst du dann einfach deinen Kopf aus und sagst dir: Das Ding muss jetzt rein. Es gibt keine andere Möglichkeit“, so der Nordkirchener.

Und tatsächlich - Stiepermann lief mit wenigen Schritten an und traf eiskalt mit einem Rechtsschuss in die untere, linke Ecke. 1:1 - für Nordkirchen sogar ein gefühlter Dreier. Wieso genau er sich für diesen Schuss entschieden hat, sagte der Ex-Regionalligaspieler aber nicht: „Das kann ich jetzt ja so nicht preisgeben. Dann weiß ja jeder mein Geheimnis“, erklärte Stiepermann mit einem Schmunzeln. „Generell habe ich aber gesehen, dass der Torwart etwas zu weit links stand und habe ihn deshalb nach unten rechts geschossen.“

Marcel Stiepermanns Tor macht schwache Leistung nicht vergessen

Doch auch die große Freude über den verrückten Spielausgang, lässt das eigentliche Problem des Sonntagnachmittags nicht vergessen. „Es war wahrscheinlich die schlechteste Leistung der Saison. Selbst jedes Testspiel war besser. Das muss uns zu denken geben“, kritisierte Stiepermann nach dem ersten Punktverlust der bisherigen Saison. „Wir haben in dieser Woche schlecht trainiert und haben vielleicht alle etwas schleifen lassen. Jetzt sind wir gewarnt und müssen wieder Vollgas geben.“

Am kommenden Sonntag geht es für Nordkirchen dann wieder gegen ein Team aus Castrop-Rauxel. Dann ist allerdings um 15 Uhr auf dem heimischen Rasen der FC Castrop-Rauxel zu Gast.

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