Ex-LSVer wird beim Sieg des FC Nordkirchen im Testspiel gegen den Lüner SV Matchwinner

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Der Lüner SV verliert den ersten Test gegen den FC Nordkirchen mit 1:2. Ein Debütant traf für Lünen, aber die bessere Mannschaft war der FC Nordkirchen am Dienstagabend.

Nordkirchen, Lünen

, 28.07.2020, 21:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für beide war es nach viereinhalb Monaten Corona-Pause das erste Fußballspiel: Westfalenligist Lüner SV verlor am Dienstagabend mit 1:2 (0:1) gegen den Bezirksligisten FC Nordkirchen. Während beim LSV der Motor noch etwas stotterte und Trainer Christian Hampel eine mangelhafte Abschlussquote kritisierte, sah das beim ambitionierten FC Nordkirchen schon nach einer sehr guten Frühform aus. Der Bezirksligist war auf dem Feld nicht die befürchteten zwei Klassen schlechter.

Mario Plechaty trainiert jetzt den FC Nordkirchen.

Mario Plechaty trainiert jetzt den FC Nordkirchen. © Sebastian Reith

Einige Wiedersehen gab es für den Ex-LSV-Coach Mario Plechaty, Trainer des FC Nordkirchen. Sechs Jahre trainierte er den Klub, führte ihn zurück in die Westfalenliga, wo die Schwansbeller noch heute spielen. Ein Versprecher des Lüner Stadionsprechers in der Nordkirchener Aufstellung toppte sogar noch Plechaty, der sich Macht der Gewohnheit vergangene Saison bei der Pressekonferenz auf den Platz des LSV-Coaches gesetzt hatte, obwohl er längst Trainer des FC Iserlohn war. Als jedenfalls Plechatys Sohn Nico in der FCN-Startelf verlesen wurde, fügte der LSV-Stadionsprecher direkt hinzu: „der Sohn unseres Trainers.“ Um dann zu korrigieren: „... unseres Ex-Trainers.“

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Da ahnte noch keiner, dass ausgerechnet Nico Plechaty, der selbst mal beim Lüner SV unter seinem Vater spielte, bei seinem Debüt im FCN-Trikot groß aufspielen würde. Plechaty bereitete das 1:0 durch Neuzugang Daniel von der Ley (31.) und das spätere 2:1 durch den gerade eingewechselten Joachim Mrowiec (54.) vor.

Lüner SV kommt etwas besser in das Spiel

Die Anfangsphase gehörte klar dem LSV, doch die Gäste bissen sich ins Spiel. Die besseren Chancen hatte zwar der Lüner SV, machte aber zu wenig draus. David Loheider wurde nach Doppelpass mit Milan Sekulic von Tim Bröer noch rechtzeitig getackelt, nachdem dieser den Ball zuvor haarsträubend verloren hatte (12.).

Milan Sekulic machte zu wenig aus seiner Chance gegen Tim Bröer (r.).

Milan Sekulic machte zu wenig aus seiner Chance gegen Tim Bröer (r.). © Sebastian Reith

Einen richtig guten Eindruck hinterließ Luca Frenzel, Neuzugang vom SV Preußen Lünen, der durch ein starkes Debüt vorne rechts im 4-3-3 aufzeigte: Der Sprung von der Kreisliga A in die Westfalenliga ist machbar. Er scheiterte aus abseitsverdächtiger Position an der rechten Hand von Schlussmann Philipp Sandhowe (19.). Sandhowe war auch beim Schuss von Sekulic (30.) zur Stelle und Ali Bozlars Kopfball (38.) brachte auch nicht das ersehnte Tor.

Christian Hampel kritisiert die LSV-Abschlussschwäche

„Wir hatten unwahrscheinlich viele Abschlüsse. Die Effizienz war eine Katastrophe bei uns. Vor dem Tor beziehungsweise im letzten Drittel hätten wir effektiver und konsequenter sein müssen“, sagte Christian Hampel nach Spielschluss.

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Glück hatte dagegen der LSV, dass sich Daniel Krüger nach einem kapitalen Schnitzer von Marius Kröner festlief. Kröner hatte Krüger den Ball durch einen unmotivierten Rückpass wie auf dem Silbertablett vorgelegt. Michel Josch im LSV-Gehäuse zeichnete sich zudem aus, als der Ex-Wethmarer Dominik Dupke am langen Pfosten einschussbereit stand (43.) - nur mit 0:1 aus LSV-Sicht ging es in die Pause.

Daniel von der Ley (M.) erzielte das 1:0 für den FC Nordkirchen.

Daniel von der Ley (M.) erzielte das 1:0 für den FC Nordkirchen. © Sebastian Reith

„Mit so einer Leistung habe ich heute auch noch nicht gerechnet, da bin ich ganz ehrlich. Es war ein richtig tolles Spiel von meiner Truppe“, sagte Plechaty, der gleich bremste: „Jetzt ist wichtig, dass wir nicht durchdrehen. Es war das erste Spiel nach einer langen Zeit. Trotzdem kann man darauf aufbauen. Das gibt Selbstvertrauen.“

Auch Masic trifft beim Debüt

Nach dem Seitenwechsel passierte deutlich weniger. Der LSV ließ das Gegenpressing der Anfangsviertelstunde nach mehreren Wechseln zunehmend vermissen. Der beim Eckball aufgerückte Amer Masic köpfte zwar wunderschön das zwischenzeitliche 1:1 (50.) - die Sieger waren am Ende dennoch Plechatys Nordkirchener, die an diesem Abend schon etwas weiter, spritziger, aggressiver wirkten als der Lüner SV.

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„Das Ergebnis stört natürlich ein bisschen, aber grundsätzlich bin ich mit unserem Spiel nicht unzufrieden. Man sollte nicht vergessen, dass wir fünf Monate kein Fußball gespielt haben und jetzt eine Woche knüppelhart trainiert haben. Da fehlt sicherlich die Leichtigkeit“, sagte Hampel.

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