FC Nordkirchen sucht Ersatztermin für den Schloss- und Dorflauf

rnCoronavirus

Als das Kontaktverbot verlängert wurde, war die Absage des Schloss- und Dorflaufs unausweichlich. Jetzt sucht der Verein nach einem Ersatztermin und schätzt die finanziellen Folgen ein.

Nordkirchen

, 16.04.2020, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Entscheidung von Bund und Ländern, die Kontaktsperre bis 3. Mai zu verlängern (15. April), war der Termin am 30. April für den Schloss- und Dorflauf in Nordkirchen nicht mehr zu halten. Es dauerte dauerte daher auch nur wenige Stunden, bis die Organisatoren aus dem Leichtathletikvorstand des FC Nordkirchen am Tag danach die beliebte Laufveranstaltung offiziell absagten - eine Entscheidung, die ihnen die Behörden zuvor praktisch abgenommen hatten.

Pressesprecherin Birgit Pohlmann erklärte, dass der Verein schon im Vorfeld damit gerechnet hatte, die 22. Auflage der Traditionsveranstaltung canceln zu müssen. Dass trotz sinkender Neuinfektionen eine Veranstaltung wie der Schloss- und Dorflauf mit über 1000 Teilnehmern und bestimmt ebenso vielen Zuschauern stattfinden könnte, galt als unwahrscheinlich. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte Birgit Pohlmann.

Als am Mittwoch die Verlängerung der Kontaktsperre verkündet wurde, glühten die Drähte im Vorstand daher nicht mehr heiß. Was blieb auch anderes übrig? Der Verein schloss das Online-Anmeldeportal und markierte den Lauf auch im Terminkalender des Verbandes als „abgesagt“ - gerade einmal zwei Wochen vor dem Termin.

Diskussionen über frühere Absage

Deutlich heftigere Diskussionen habe es zum Monatswechsel gegeben, als der Verein schon einmal eine frühzeitige Absage des fertig vorbereiteten Laufs diskutierte, sich dann aber dagegen entschied und abwartete, obwohl der Verband da bereits Meisterschaften sogar bis Mitte Mai aussetzte. „Wenn einmal abgesagt ist, ist es abgesagt. Dann ist es schwierig, wieder zurückzurudern. Wir hatten keine Not zu entscheiden“, sagte Birgit Pohlmann.

Auch habe man darüber beraten, den Lauf in reduzierter Form durchführen zu wollen, wenn es bis dahin verantwortbar gewesen wäre - und zwar nur mit den Kernläufen über 5 und 10 Kilometer und ohne Schüler- und Jugendläufe, wenn Behörden dem Konzept auch zugestimmt hätten. Doch aus allen Gedankenspielen wurde nichts.

Verband gestattet großzügig Nachholtermine

Nun sucht der FC Nordkirchen einen Nachholtermin - wie so viele Veranstalter - in der zweiten Jahreshälfte. Der FLVW hat bereits den Weg freigemacht. Die 50-Kilometer-Regel, die es zum Schutz von Veranstaltungen normalerweise gibt, hat der Verband bis Jahresende ausgesetzt.

Jetzt lesen

Der Vorsitzende des westfälischen Leichtathletik-Ausschusses Bernhard Bußmann, auch Vorsitzender des SuS Olfen, bat in einem Pressestatement um Nachsicht: „Natürlich nimmt man sich dann gegenseitig Teilnehmerinnen und Teilnehmer weg, doch im Sinne der Solidargemeinschaft der westfälischen Leichtathletik wird dafür um Verständnis gebeten.“

Für den FC Nordkirchen gibt es die Option, den Lauf im Rahmen des Halbmarathons am 8. August, der auch durch den Schlosspark führt, nachzuholen. Beschlossen ist aber noch nichts.

FC Nordkirchens Leichtathleten stehen wirtschaftlich solide da

Finanziell habe der Lauf trotz hoher Einnahmen keine großen Auswirkungen auf die Kasse des FC Nordkirchen. Zwar dürften die beiden Hauptläufe mit im Vorjahr über 600 Teilnehmern schätzungsweise Startgelder von über 5.000 Euro in die Kassen spülen - und auch Sponsoren sind beteiligt. Der jährlich entstehende Überschuss sei aber nicht überlebenswichtig, sagte Birgit Pohlmann.

Jetzt lesen

„Unsere Haupteinnahmequelle sind Mitgliedsbeiträge. Der Schloss und Dorflauf läuft primär unter dem Ziel, Werbung für unseren Verein zu machen und ein schönes Fest und eine Laufveranstaltung auszurichten.“ Die ausbleibenden Einnahmen seien nicht „kriegsentscheidend“ für die Abteilungskasse, zumal durch wegfallende Wettkämpfe der Verein selbst momentan weniger Startgelder zahlen muss.

Obwohl die Absage drohte, haben sich auch in den vergangenen Wochen noch Läufer angemeldet. Das betrifft 34 Einzelmeldungen, 31 Teilnehmer des Vorbereitungskurses und 289 durch die Streiflichter-Serie erfasste Läufer. Startgelder seien bislang nicht eingezogen worden und entfallen.

Lesen Sie jetzt