Krüger verletzt, Rudelbildung, Elfmeter in der Nachspielzeit: Wahnsinn bei FC Nordkirchen

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Das Ligaspiel zwischen Blau Gelb Schwerin und dem FC Nordkirchen konnte an Dramatik kaum überboten werden. Der entscheidende Treffer fiel in der zehnten Minute der Nachspielzeit.

Nordkirchen

, 11.10.2020, 19:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sollten die Bezirksliga-Fußballer des FC Nordkirchen am Ende dieser langen Saison tatsächlich ganz oben in der Tabelle stehen, werden sie ganz sicher an diesen Sonntagnachmittag in Schwerin zurückdenken. Im strömenden Regen von Castrop-Rauxel fiel der entscheidende Treffer erst in der zehnten Minute der Nachspielzeit.

„Das war bestimmt das unverdienteste Unentschieden, das ich je gesehen habe“, sagte FCN-Trainer Mario Plechaty, nachdem er erstmal ordentlich durchatmen musste. Knapp 100 gespielte Minuten lang lief seine Mannschaft dem Geschehen hinterher und wurde dann doch noch spät erlöst.

Aber von vorne: Gegen hoch motivierte Schweriner kam der Tabellenführer nie wirklich ins Spiel. Eine Halbchance von Daniel Krüger per Kopf war die einzige nennenswerte Offensivaktion. Ganz anders die Gastgeber. Vor allem der pfeilschnelle Nico Chrobok auf links wirbelte die FCN-Defensive fast minütlich durcheinander und erzielte auch völlig zurecht nach 17 Minuten das 1:0. „Schwerin hat das extrem gut gemacht, sie waren überall besser als wir. Besonders den Linksaußen haben wir aber überhaupt nicht in den Griff bekommen“, erkannte auch Plechaty.

Philipp Sandhowe bringt Schwerin zum Verzweifeln

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Spiel: Die Castroper spielten wie im Rausch und hatten eigentlich nur Pech, dass mit Philipp Sandhowe ein Torhüter im Nordkirchener Kasten stand, der heute wirklich in absoluter Topform war. Mindestens fünf Großchancen vereitelte die Nummer Eins des Ligaprimus.

Doch es kam noch schlimmer für Nordkirchen. Nach einem Freistoß von Lars Rustige gingen Schwerin-Keeper Cedric Niemeyer und Daniel Krüger zum Ball, Niemeyer klärte mit der Faust, traf dabei aber auch Krüger am Kopf. Der Nordkirchener Topstürmer blieb sofort liegen und musste minutenlang behandelt werden.

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Auf dem Platz warf der FCN nun alles nach vorne, schaffte es aber nie wirklich Torgefahr zu entwickeln. Die Schweriner dagegen konterten nach Belieben, scheiterten aber ihrerseits entweder an sich selbst oder eben am Nordkirchener Schlussmann.

So kam es, wie es irgendwie kommen musste. Durch die Krüger-Verletzung ließ Schiedsrichter Dieter Leusing fünf Minuten nachspielen - nach etwaigen Auswechslungen war das Spiel sogar schon acht Minuten „drüber“, als Florian Siemerling einen letzten, hoffnungsvollen Ball in den Schweriner Strafraum spielte.

Joachim Mrowiec und zwei Gastgeber gingen zum Ball und dann Mrowiec zum Boden - Leusing pfiff sofort. Während die Castroper noch verzweifelt versuchten, den Schiedsrichter irgendwie umzustimmen, nahm sich Marcel Stiepermann schon den Ball. Nach weiterer Verzögerung lief mittlerweile die zehnte Minute der Nachspielzeit. Dann lief der 34-Jährige endlich an und verwandelte komplett cool ins untere linke Eck.

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Kurz darauf folgte dann auch der Abpfiff und die Diskussionen fingen erneut an. Im Mittelkreis gingen sogar ein paar Spieler aufeinander los, Verletzte gab es aber - zumindest auf den ersten Blick - keine. „Wenn ihr früher ein Tor schießt, braucht ihr euch gar nicht über den Schiedsrichter zu ärgern“, mischte sich sogar Mario Plechaty verbal ein.

„Wir haben es die ganze Woche gemerkt. Das Training war zuletzt einfach nicht gut“, kritisierte der FCN-Coach. „Dennoch tut dieser Punkt natürlich extrem gut und jetzt heißt es, nächste Woche wieder Vollgas geben.“

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