Mit Videos: Der Capeller Derbyheld Simon Walter - „Der Trainer ist sein größtes Problem“

rnFußball-Kreisliga B

Gegen den SV Südkirchen entschied Simon Walter das Derby mit einem Doppelpack für den SC Capelle. Der SCC-Kapitän steht dabei als Sinnbild für die „Capeller Jungs“, die den Verein ausmachen.

von Carl Brose

Capelle

, 15.10.2019, 09:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem 3:1-Derbysieg des SC Capelle gegen den SV Südkirchen war Simon Walter das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen. Was ihm dieser Derbysieg bedeutet? „Für mich als Capeller ist das etwas ganz Besonderes. Ich bekomme da Gänsehaut“, sagte er, nachdem noch einen Schluck aus seinem wohlverdienten Sieger-Bier genommen hatte.

Der Kapitän hatte selber großen Anteil daran, dass seine Mannschaft am Sonntag als Gewinner vom Platz ging. Zuerst schoss Walter seine Mannschaft in der 28. Minute mit 1:0-Führung, in einer Phase, als das Spiel gerade auf der Kippe stand. Dann sorgte er mit seinem Treffer zum 3:1 für die Vorentscheidung.

Gerade sein zweites Tor war dabei ein gutes Beispiel für den unbedingten Willen, mit dem die Capeller das Derby für sich entschieden hatten. Zunächst scheiterte Stefan Möer noch an dem Südkirchener Torwart, dann schaltete aber Walter am schnellsten und schob den freiliegenden Ball ein. „Wir sind hier alles Capeller Jungs, das ist für mich am wichtigsten. Wir halten auf und neben dem Platz immer zusammen. Das war einfach eine richtig gute Mannschaftsleistung von allen. Alle haben mitgezogen, auch die Jungs auf der Bank“, so Walter über den Kampfgeist seines Teams.

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19 Jahre für den SC Capelle

Simon Walter steht dabei sinnbildlich für diese „Capeller Jungs“, die den Kern der Mannschaft bilden. In Capelle geboren und aufgewachsen, trägt er das schwarz-gelbe Trikot, seitdem er drei Jahre alt ist. Insgesamt sind das nun bereits 19 Jahre, die er für den SC Capelle spielt. Lediglich in seinem zweiten B-Jugend-Jahr verließ Walter seinen Heimatverein in Richtung Senden für eine Saison, um dort in der A-Jugend zu spielen. „Dann war es aber fahrtechnisch zu schwierig. Da hab ich mir gesagt: Komm, gehst du wieder zurück zu den Jungs, mit denen du schon ewig zusammen gespielt hast. Die Rückkehr war eine leichte Entscheidung“, sagt Walter über sein Auswärtsjahr.

Und obwohl er erst 23 Jahre alt ist, darf er sich seit dem vergangenen Jahr auch noch die Binde beim SC Capelle überstreifen. Für Trainer Reinhard Behlert könnte es keine bessere Wahl geben: „Simon geht immer voran. Beim Training führt er die Einheiten an und im Spiel rennt er bis zum Umfallen. Gleichzeitig nimmt er aber auch die Ratschläge der Älteren an. Das ist eine Gabe, die nicht jeder hat.“

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Positionsfrage ist ungeklärt

Die Rolle als Führungsspieler ist Simon Walter damit sicher. Anders sieht es da aber bei der genauen Position aus, die er auf dem Platz einnimmt. Gegen Südkirchen war der Kapitän überall auf dem Platz zu finden: Vorne im Sturm, als Zehner hinter der Spitze und zeitweise auch als defensiver Part im zentralen Mittelfeld. „Simons größtes Problem ist sein Trainer, denn ich muss ihn aufgrund der Personalsituation ständig umstellen. Dabei muss ich aufpassen, dass ich ihn nicht seiner Stärken beraube“, sagt Behlert.

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Auch Walter selber sieht Probleme bei der Positionsfrage: „Ich bin eigentlich eher offensiv angesiedelt, muss aber häufig hinten aushelfen. Ich würde am liebsten weiter vorne spielen, aber ordne mich natürlich da ein, wo der Trainer mich aufstellt.“ In manchen Spielen ist das sogar auf Linksverteidiger-Position. Fast schon erleichtert stellte sein Trainer deswegen nach dem Derby fest: „Er setzt das jedes Mal um, ohne zu mucken. Heute hat er sich zum Glück mit den beiden Toren belohnt.“

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