Nordkirchener Vereine können Fördermittel über 300.000 Euro nicht abrufen - verfällt das Geld?

rnModerne Sportstätten 2022

Den Vereinen in Nordkirchen stehen 300.000 Euro Fördermittel für ihre Sportstätten zur Verfügung. Aber kaum einer ist antragsberechtigt. Deshalb geht das Geld bislang an den Vereinen vorbei.

Nordkirchen

, 01.08.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das größte Sportstätten-Förderprogamm des Landes kommt in der Gemeinde Nordkirchen bislang noch nicht an: 300 Millionen Euro schwer ist der Topf, aus dem Vereine in ihre Infrastruktur investieren dürfen. Bis zu 90 Prozent Zuschüsse gibt es für Projekte. „Moderne Sportstätten 2022“ heißt dieses Programm. Auch in der Gemeinde Nordkirchen wäre viel Geld zu verteilen. Geflossen ist bislang allerdings kein Cent.

Jede Kommune in NRW hat einen Betrag zur Verfügung. Dieser orientiert sich an der Höhe der Sportpauschale, die das Land NRW für das Förderprogramm einmalig verfünffacht. In Nordkirchen liegt die Pauschale bei 60.000 Euro - macht also in Summe 300.000 Euro. Vereine können Anträge für Infrastrukturmaßnahmen stellen, ein Stadtsportbund oder ersatzhalber der Kreissportbund erarbeitet aus allen Anträgen dann eine Prioritätenliste.

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Auch in Nordkirchen gab es Anträge, wie die Gemeinde mitteilte: Die drei Fußballvereine der Gemeinde wollten Umkleiden erweitern oder neu bauen. Der SC Capelle muss zudem einen Eigenanteil für den geplanten Kunstrasenplatz stemmen. Der FC Nordkirchen wollte darüber hinaus die Flutlichtanlage auf energiesparende LED-Beleuchtung umstellen. Der Tennisverein Rot-Weiß Nordkirchen beantragte außerdem die Sanierung von Tennisplätzen.

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Das Manko: Alle Anträge erfüllten aber die Kriterien nicht, teilte Josef Klaas von der Gemeinde Nordkirchen mit. „Das Programm ist schön“, lobte Bauamtsleiter Josef Klaas - doch es schwingt ein großes „Aber“ mit. Das Grundproblem ist, dass sich das Programm an vereinseigene Anlagen richtet. Ansonsten sind Vereine nicht antragsberechtigt - und genau das ist in Nordkirchen der Fall.

Verfällt das Geld, wenn es keine Anträge gibt?

Die Verwaltung, die als Eigentümer der Sportanlagen langfristige Nutzungsvereinbarungen oder Pachtverträge mit den Vereinen hat, darf als Antragssteller ebenfalls nicht auftreten. Verfällt also nun das Geld?

„Nein“, antwortet die Staatskanzlei in einer Anfrage der Redaktion, „der Förderbetrag bleibt für die Sportstätten in einem Gemeindegebiet verfügbar.“ Denn wenn es zu wenige Vereine gibt, die wirtschaftliche Träger einer Anlage sind und damit antragsberechtigt, „sind auch Kommunen in Abstimmung mit dem zuständigen Stadt- oder Gemeindesportverband antragsberechtigt“, teilte das Land mit.

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Alexander Bergenthal, Geschäftsführer des Kreissportbundes Coesfeld, bestätigte das. Da die Gemeinde Nordkirchen keinen eigenen Sportbund hat, erarbeitet der Kreissportbund ersatzweise die Prioritätenliste in der Gemeinde. Bergenthal erklärte, dass die Fördermittel dann auch für kommunale Sportstätten genutzt werden kann. Aus diesem Geld könnte die Gemeinde dann die Projekte bezuschussen.

Mittlerweile gibt es auch eine neue Entwicklung: Ein antragsberechtigter Verein hat einen Förderantrag auf den Weg gebracht. Kommt dieser durch, kann die Gemeinde laut Landesregierung dann über die restlichen Fördermittel projektbezogen verfügen.

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