Pascal Formann über Amos Pieper: „Er soll die drei Punkte bei uns lassen“

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Torwarttrainer Pascal Formann hat sich mit dem VfL Wolfsburg für die Europa League qualifiziert - eine besondere Herausforderung in Corona-Zeiten. In der Liga trifft Formann auf einen alten Bekannten.

Nordkirchen

, 17.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pascal Formann ist Torwarttrainer beim VfL Wolfsburg, der sich für die diesjährige Europa-League-Saison qualifiziert hat. Für den gebürtigen Südkirchener geht es also quer durch Europa. Im Interview spricht der 37-Jährige über die Vorbereitung mit dem VfL, die Ziele für die Fußball-Bundesliga und das Treffen mit einem Profi aus Nordkirchen.

Wie lief die Vorbereitung unter Corona-Bedingungen?

Zunächst haben wir uns ja aufs Rückspiel gegen Donezk in der Europa League vorbereitet. Dann hatten wir ein paar Tage frei. Da konnten wir ein wenig ausspannen. Allerdings war man die ganze Zeit ortsgebunden, weil wir vor dem Trainingsstart zwei negative Corona-Tests vorweisen mussten. Wir sind dann aber bis zum Start mit dem Pokalspiel gut durchgekommen. Der Verein hat großen Wert auf die Einhaltung der Hygiene-Richtlinien gelegt. Allerdings gibt es die absolute Sicherheit nicht: Auch bei uns gab es ja einen Fall (Kevin Mbabu, Anm. d. Red.), aber das verlief zum Glück alles glimpflich.

? Jetzt sind Sie in der Europa-League-Qualifikation in Albanien zu Gast, das als Corona-Risikogebiet gilt. Wie ist die Lage vor Ort?

Wir kennen das ja, wir hatten das gleiche Problem wie in der Ukraine, die auch als Risikogebiet gilt. Wenn wir innerhalb von 48 Stunden das Land wieder verlassen, müssen wir nicht in Quarantäne. Vor Ort haben wir keinen Kontakt. Wir sind nach außen und hier im Hotel komplett abgeschottet. Mit dem „normalen“ Leben haben wir nichts zu tun. Trotzdem fühlt man sich zuhause natürlich am sichersten.

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Wie gehen Sie in das Spiel in der Europa League gegen Kukesi?

Wir sind haushoher Favorit und wollen weiterkommen. Wir müssen den Gegner einfach schlagen, aber wir haben vor jedem Gegner den nötigen Respekt. Das Ziel als deutscher Vertreter ist es, in die Gruppenphase zu kommen.

Ist es ein Vorteil, dass Sie Europa League spielen, weil sie im regulären Spielbetrieb sind oder ein Nachteil, weil die Belastung hoch ist?

Die Belastung ist schon sehr hoch. Aber die Mehrzahl der Vereine hat durch Teilnahmen an internationalen Wettbewerben und die Abstellung von Nationalspielern eine hohe Belastung. Allerdings können viele Spiele auch gut sein: Gerade wenn es gut läuft. Wenn wir die ersten Spiele positiv bestreiten, kann das viel Selbstvertrauen für die Bundesliga bringen. Aber bis zur Winterpause werden es sehr, sehr intensive Wochen.

Welche Zielsetzung haben Sie für die Bundesliga?

Das ist nicht so einfach zu sagen. Wir müssen ein paar Wochen abwarten und sehen, wo die Tendenz hingeht. Aber das Ziel ist natürlich, mindestens so gut wie letztes Jahr abzuschneiden (Platz 7, Anm. d. Red.). Besser wäre es natürlich, unter die Top 6 zu kommen und direkt für das internationale Geschäft qualifiziert zu sein. Wichtig ist auf jeden Fall ein guter Start im Spiel gegen Leverkusen mit einem guten Ergebnis.

Sind Sie froh, dass wieder Zuschauer zugelassen sind?

Ja, es ist einfach eine andere Atmosphäre. Wir haben uns zwar auch an Spiele ohne Zuschauer einigermaßen gewöhnt. Wenn jetzt aber in den Stadien wieder Menschen Platz haben, ist das sehr viel wert. Das macht schließlich den Reiz des Fußballs aus.

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Am fünften Spieltag treffen Sie mit dem VfL Wolfsburg auf Arminia Bielefeld. Freuen Sie sich auf das Duell mit dem Nordkirchener Amos Pieper?

Wir haben keinen so direkten Kontakt. Es ist aber schön, sich zu sehen. Und es ist schön, wenn jemand aus der Region in der Bundesliga Fuß fasst. Seine Entwicklung habe ich natürlich verfolgt. Außerdem freue ich mich, dass mit Bielefeld einer meiner Ex-Vereine aufgestiegen ist. Ich wünsche Amos in jedem Fall das Beste und den Klassenerhalt, aber an dem Tag soll er die drei Punkte bei uns lassen.

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