Transferchaos durch das Coronavirus: Gehen Fußballer ablösefrei?

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Der Deutsche Fußball-Bund hat zwar eine weitreichende Änderung in der Spielordnung vorgestellt. Vor der nächsten Transfer-Periode stehen aber große Fragezeichen.

von Nico Ebmeier

Nordkirchen, Selm, Olfen

, 13.04.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sind tatsächlich alle Spieler ab September ablösefrei zu haben? Wegen des Coronavirus könnte die Transfer-Periode in diesem Sommer völlig chaotisch werden. Wir haben einmal am Wechsel von Nordkirchens Robin Schwick zum SV Herbern erklärt, wo im Juli, August und September Komplikationen auftreten könnten.

Das größte Problem ist aktuell, dass es noch keine wirkliche Regel gibt, wie die Transfer-Problematik in diesem Sommer gelöst wird. Es fehlt eine einheitliche Marschroute seitens des Deutschen Fußball-Bunds. Von der Änderung der Spielordnung ist zwar auch der Paragraph 17 „Wartefristen beim Vereinswechsel von Amateuren“ betroffen, eine Lösung gab es wegen der Corona-Krise aber bislang nicht.

Paragraph 17 regelt, wie lange ein Spieler gesperrt ist, wenn er wechselt

Im 17. Paragraph steht nämlich, dass Amateure, die mindestens sechs Monate kein Spiel für einen Verein bestritten haben, diesen dann ohne die Zustimmung des abgebenden Klubs verlassen dürfen. Heißt im Fall von Robin Schwick: Würde der Flügelflitzer sechs Monate lang nicht mehr für den FC Nordkirchen auflaufen, bräuchte keine Freigabe und würde auch für die Herberner keine Ablösesumme kosten. Auf den ersten Blick klingt es zwar komisch, dass ein Stammspieler wie Schwick ein halbes Jahr nicht spielen würde, durch die Corona-Krise könnte es aber tatsächlich dazu kommen.

Denn: Das letzte Spiel mit dem FCN machte Robin Schwick am 8. März in Borken-Hoxfeld. Sollte nun tatsächlich in diesem Jahr oder auch nur bis zum 8. September kein Fußball mehr gespielt werden, wäre Robin Schwick ablösefrei zu haben. Schwicks Wechsel in die Landesliga steht schon fest ist.

FLVW hat noch keine Lösung bekanntgegeben

Spannender würde es werden, wenn ein starker Spieler bisher noch auf ein gutes Angebot von einem ligahöheren Klub wartet und auch der bisherige Verein diesen erst dann ziehen lassen will, wenn die Höhe der Ablöse stimmt. Ab September könnten alle Amateur-Spieler problemlos den Verein wechseln und diesen womöglich in den Ruin stürzen.

Der DFB hat darauf bisher noch keine Lösung und gibt das Problem an die Regional- und Landesverbände weiter. Diese „können zum Schutz der Klubs festlegen, dass Zeiträume in denen aufgrund der Covid-19-Pandemie kein Spielbetrieb durchgeführt werden konnte, bei der Berechnung des Sechs-Monats-Zeitraums nicht berücksichtigt werden.“ Vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen gab es aber bisher dazu noch keine Stellungnahme über einen Beschluss.

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