Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Christian Brüse hört beim SuS Olfen auf - und hat schon ein neues Angebot

rnSuS Olfen

Aufsteiger, Absteiger, Kreispokalsieger, schwere Verletzung: Christian Brüse hat beim SuS Olfen alles erlebt. Nun beendet er seine aktive Laufbahn, hat aber schon eine neue Aufgabe.

Olfen

, 22.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Als Norbert Sander, Sportlicher Leiter des SuS Olfen, am Sonntag Christian Brüse verabschiedete, standen Brüse die Tränen in den Augen. Mit Brüse beendet die wohl größte Identifikationsfigur der Olfener seine Laufbahn. „Christian Brüse ist der personifizierte SuS Olfen“, sagte Sander am Montag. Als „das Gesicht der jüngeren Vergangenheit“ des Vereins bezeichnete Sander ihn.

Auf dem Feld war Brüse lange Jahre Leistungsträger beim SuS. Doch dadurch alleine lässt sich Sander nicht zu seiner Lobeshymne über Brüse hinreißen. „Er fühlte sich immer verantwortlich“, sagt Sander. Christian Brüse, das sei jemand, der anpackt, der sich um viele Dinge außerhalb des Platzes kümmere.

Christian Brüse hört beim SuS Olfen auf - und hat schon ein neues Angebot

Kümmert sich um viele Dinge außerhalb des Platzes: Christian Brüse. © Sebastian Reith

Beim Sieg gegen Rorup (4:3) nach seiner Verabschiedung spielte der 30-Jährige keine Rolle. Aufgrund eines Schien- und Wadenbeinbruches ist Brüse seit November 2018 zum Zuschauen verdammt. Das wird sich in der laufenden Saison auch nicht mehr ändern, die Chance auf ein Abschiedsspiel gegen Vorwärts Lette am letzten Spieltag bietet sich nicht. „Es dauert wohl noch ein halbes Jahr, bevor ich halbwegs wieder gegen den Ball treten kann“, sagt Brüse, den wir - wenig überraschend - nach einem Termin beim Physiotherapeuten erreichen.

Die schwere Verletzung war auch für die Entscheidung, seine aktive Laufbahn zu beenden, von Bedeutung. „Der Fuß hing nur noch an Muskeln und Bändern. Das sah ganz schlimm aus“, beschrieb damals Olfens spielender Co-Trainer Matthias Potthoff die Szene, in der sich Brüse verletzte - auch gegen Rorup, dem Gegner vom Sonntag. Hätte Rorups Julian Muddemann im November nicht durchgezogen, „weiß ich nicht, ob ich aufgehört hätte“, so Brüse.

Karriereende schon 2017 geplant

Den Gedanken, seine Laufbahn zu beenden, hatte er allerdings schon vor zwei Jahren. Da war der SuS frisch aus der Bezirksliga abgestiegen. Letztlich erschien Brüse der personelle Aderlass im Sommer 2017 aber auch ohne seinen Abgang zu groß, er fragte sich, ob man das in der Kreisliga hätte auffangen können - und entschied sich zum Weitermachen. Die Entscheidung fürs Aufhören und gegen das Weitermachen folgte nun zwei Jahre später. „Ich habe lange genug meine Knochen hingehalten.“

Christian Brüse hört beim SuS Olfen auf - und hat schon ein neues Angebot

Christian Brüse (M.) gewann schon im Jahr 2011 Zweikämpfe für den SuS Olfen. © Foto: Patrick Schröer

Dass er am Sonntag verabschiedet wurde, davon wusste Brüse nichts. Tags zuvor hatte sein bester Freund geheiratet, Brüse war sogar Trauzeuge und wusste gar nicht, ob er es am Sonntag überhaupt an die Hoddenstraße schaffen würde. Letztlich tauchte er allerdings doch auf - natürlich, schließlich verpasste er trotz Verletzung kaum ein Training des SuS. Als Sander ihn schließlich in den Mittelpunkt rückte, „da wurde der Applaus ein bisschen lauter“, sagte Brüse, zehn Jahre Spieler „seines“ SuS Olfen, stolz.

Viele Jahre Kapitän, noch länger Spieler: Da erlebt man einiges. Und es waren bewegte Zeiten beim SuS. Die Bezirksliga-Aufstiege 2015 und jetzt 2019, der Abstieg 2017, der Kreispokal-Sieg 2010 und der verpasste Aufstieg 2014 - all das erlebte Brüse in vorderster Front mit. „Der erste Aufstieg war schon gut“, sagt Brüse, hebt den Pokalsieg aber schnell auf eine ähnliche Stufe: „Das war eine Truppe, die auch schon hätte hochgehen können.“

Wechsel kam nie ernsthaft infrage

Andere Vereine hätten ihn nur wenig gereizt, erklärt Brüse rückblickend. Der Zusammenhalt, die Atmosphäre im Verein - in Olfen fühlt und fühlte er sich stets wohl. Angebote gab es trotzdem, vor allem zu Beginn seiner Laufbahn im Seniorenbereich. „Irgendwann haben die gemerkt, dass ich gar nicht weg will“, so Brüse. Nur vor zwei, drei Jahren habe es nochmal eine Anfrage gegeben.

Auch jetzt wechselt Brüse nur die Rolle. „Er geht uns nicht verloren“, sagte Sander. Die erste Mannschaft und die A-Jugend des SuS trainieren künftig zeitgleich, Brüse soll als Trainer dort helfen, wo er gerade gebraucht wird. Die Trainerrolle könnte Brüse gut stehen, glaubt Sander: „Christian ist prädestiniert dafür. Deshalb haben wir ihm das Angebot gemacht.“

Künftig eine Doppelrolle als Trainer?

Als verletzter Spieler sammelte Brüse in der Rückrunde schon Erfahrungen als Übungsleiter bei der Olfener A-Jugend, nun soll er in die Doppelrolle hineinwachsen in einem Umfeld, das er bestens kennt.

Finale Gespräche dazu stehen laut Brüse aber noch aus, er ist zeitlich im Landwirtschaftsunternehmen seines Vaters stark eingebunden. „Es ist nicht so, dass ich mich da irgendwo reinquatsche“, sagt er. Ehrgeizig, kommunikativ und gut im Umgang mit jungen Leuten - das wären Christian Brüses größten Stärken als Trainer, glaubt er selbst.

Lesen Sie jetzt