Johanna Jäger (28) freut sich in der Verbandsliga auf mehr Heimspiele

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Olfens Volleyball-Spielführerin ist glücklich über den Beschluss des Verbandes, das dem SuS Olfen den Aufstieg ermöglichte. Die Freude war dennoch verhalten.

Selm, Olfen

, 14.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Volleyballerin Johanna Jäger (28) spielt in der kommenden Saison in der Verbandsliga. Nachdem der Westdeutsche Volleyballverband eine großzügige Aufstiegsregelung nach dem Saisonabbruch bekanntgegeben hat, erhalten die Olfenerinnen einen Startplatz, obwohl sie nur noch eine kleine Chance auf die Meisterschaft hatten. Sportredakteur Sebastian Reith hat darüber mit der Olfener Kapitänin gesprochen.

Glückwunsch zum Aufstieg! Konnten Sie sich überhaupt freuen?

Bei mir persönlich kam die Freude erst etwas später. Wenn wir die nötigen Spiele zum Aufstieg gewonnen hätten, wäre mir das lieber gewesen, als aufgrund von Corona aufzusteigen. Die Freude wird bestimmt größer, wenn wir die Spiele gemacht hätten und aufgestiegen wären. Allerdings haben wir auch schon über eine kleine Aufstiegsfeier gesprochen. Es stand aber nie zur Debatte, in der Landesliga zu bleiben. Sollte es die Chance geben, haben wir gesagt, dass wir auch in die Verbandsliga möchten. So richtig realisieren wir das wahrscheinlich erst, wenn wir unser erstes Spiel machen.

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Wahrscheinlich hätte der SuS Olfen den Lüner SV nicht abgefangen, die Teilnahme an der Relegation war unsicher, in einer Relegation gibt es zudem keine Garantie auf Erfolg. War der Aufstieg verdient?

Das ist halt die Frage! Es wäre theoretisch ja noch möglich gewesen, wenn wir alle Spiele gewonnen hätten. Von der jetzigen Regelung profitieren viele, ob verdient oder nicht. Ob es bei uns verdient war, kann ich nicht sagen. Wir haben eine gute Saison gespielt. Vor allem die Hinrunde war top.

Wie bewerten Sie die Lösung der Auf- und Abstiegsfrage, die der Verband beschlossen hat?

Darüber kann man viel diskutieren. Ich finde, der Verband ist mit der Regelung gut gefahren. Uns ermöglicht sie viel. Das Unbehagen hält sich in Grenzen. Der Verband konnte ja nicht von Gruppe zu Gruppe entscheiden, sondern musste nach einer pauschalen Lösung suchen. Alle, die aufsteigen konnten, dürfen aufsteigen. Das ist dann gerecht gelöst. Es wird sich nun auch in der neuen Saison niederschlagen, weil mehr Mannschaften absteigen.

Johanna Jäger (l.) versucht hier gemeinsam mit Karla Zuske, einen gegnerischen Ball zu blocken.

Johanna Jäger (l.) versucht hier gemeinsam mit Karla Zuske, einen gegnerischen Ball zu blocken. © Sebastian Reith

Trauen Sie Olfen denn Verbandsliga zu?

Wir müssen es einfach ausprobieren. Es wird uns sicherlich pushen, dass wir in der Liga spielen dürfen. Vielleicht werden wir auch unterschätzt. Wir trauen uns das schon zu, müssen uns aber auch nichts vormachen und werden recht weit unten stehen. Ich denke, wir werden im unteren Drittel bleiben. Das übliche Thema bei uns ist das Training. Da können wir nicht zu viel erwarten. Wenn wir wieder absteigen, dann ist es halt so.

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Ihre Mannschaft wird mehr Heimspiele haben - ab der Verbandsliga gibt es jeden zweiten Spieltag ein Heimspiel.

Ja, vor eigenem Publikum zu spielen, ist schön. Und wenn wir in der Verbandsliga spielen, werden sich auch einige mehr in der Halle blicken lassen. Für die, die arbeiten, ist es auch entspannter, weil wir nicht mehr so viele Fahrten haben werden. Wann wir dann unseren Heimspiel-Termin haben, müssen wir noch abklären.

Wie halten Sie sich in der Corona-Krise fit?

In unserer Mannschaft sind viele, die selbstständig Sport treiben. Ich gehe joggen und habe da in Selm so meine zwei Runden um den Ternscher See und raus in die Bauernschaft nach Vinnum. Ich mache auch ein bisschen Kraft/Cardio - was man eben zu Hause so machen kann.

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