Olfens neuer Trainer Josef Ovelhey: „Der SuS Olfen hat die gleiche Maxime wie Lippramsdorf“

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18 Jahre trainierte er den SV Lippramsdorf. Nun wird Jupp Ovelhey am Saisonende Trainer beim SuS Olfen. Vorher hat er aber noch einen anderen Job zu erledigen.

Olfen

, 03.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jupp Ovelhey (62) kennt in Olfen noch nicht viel. Gegen Adler Weseke (1:1) sah er den SuS Olfen eine Halbzeit. Am Freitag soll er die Mannschaft kennenlernen. Aber nur kurz. Denn noch hat Ovelhey bei seinem aktuellen Klub, dem SV Hochlar, Aufgaben.

„Da rede ich Klartext: Ich werde kein Training in Hochlar ausfallen lassen, um etwas für den SuS Olfen zu machen. Das wäre nicht gerecht und fair. Ich möchte mit Hochlar alles Erdenkliche noch erreichen, was möglich ist.“ Und deswegen geht es vom Speed-Dating in Olfen gleich nach Recklinghausen zum Training.

In Jupp Ovelhey glaubt der SuS Olfen, den perfekten Nachfolger von Fußball-Bezirksliga-Trainer Michael Krajczy gefunden zu haben. Der erfahrene Trainer ist dauerhaft mehr als 25 Jahre im Geschäft. Bei Zielsetzung, Kaderzusammenstellung und Prognosen ist Ovelhey aber vorsichtig. „Ich kann noch nicht viel dazu sagen und verlasse mich auf das, was Norbert gesagt hat“, so Ovelhey. Olfens Sportlicher Leiter Norbert Sander hatte Ovelhey federführend nach Olfen geholt.

Keine Prämien für externe Neuzugänge

Ob er externe Neuzugänge mitbringt, die der SuS Olfen in der kommenden Saison dringend braucht? Ovelhey: „Man muss immer gucken: Passt es menschlich? Passt es fußballerisch? Und passt es ins Portemonnaie?“ Letzteres ist in Olfen faktisch nicht vorhanden. Doch gerade deswegen soll Ovelhey, der in Lippramsdorf 18 Jahre lang aus sehr wenig sehr viel formte, ja so gut nach Olfen passen.

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Der 62-jährige Marler war Wunschkandidat und stand früh auf Sanders Zettel ganz weit oben. Klar ist auch, dass Ovelhey im SuS Olfen Potenzial sieht. „Lippramsdorf hatte auch nichts. Und Olfen hat die gleiche Maxime wie Lippramsdorf“, sagt er und meint die gut aufgestellte Jugend des SuS. Und dass das liebe Geld in Form von Prämien in Olfen nicht fließt, hat ja auch so seine Vorteile. „Wer das Geld gibt, will die Musik mitbestimmen“, sagt Ovelhey. Reinreden kann ein potenzieller Großsponsor dem Hauptschullehrer, der neben dem Fach Sport auch Technik, den Wahlpflichtunterricht Biologie und ab und zu auch Geschichte und Erdkunde gibt, beim SuS Olfen nicht.

Am Saisonende verlässt Jupp Ovelhey den SV Hochlar

Der Weggang aus Hochlar sei dem einstigen Außenverteidiger und defensiven Mittelfeldspieler nicht leicht gefallen. Menschlich stimme es in Hochlar. Doch Ovelhey ist ehrgeizig. „Normalerweise bleibe ich nicht nur ein Jahr. Aber ich hatte das Gefühl, dass ein Teil der Mannschaft mit dem, was wir erreicht haben, bereits zufrieden war“, sagt Ovelhey und kündigte daraufhin seinen Rücktritt im Sommer beim Tabellendritten der Kreisliga A2 Recklinghausen an, „genau in diese Kerbe hat Norbert reingeschlagen.“

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Und warum hat er den SV Lippramsdorf nach 18 Jahren im Jahr 2016 verlassen? „Es wurde zu persönlich“, erzählt Ovelhey und berichtet davon, wie sehr ihn die Sonntage am Platz anstrengten. „Wenn man mit einem Verein so verbunden ist, rutscht immer tiefer in das Ganze hinein. Irgendwann fehlt die Distanz“, sagt er. Distanz, die er beim SuS Olfen hat. Ab 1. Juli tritt Ovelhey offiziell seinen Posten an - beim abstiegsbedrohten SuS Olfen hofft man, dass man ihm die Bezirksliga als Einstieg bieten kann.

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