Kommunikationspanne? Kreis kannte das Schreiben von Westfalia Vinnum nicht - und kontert

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Der Kreis Recklinghausen hält die Stellungnahme von Westfalia Vinnum für veraltet. Kreischef Hans-Otto Matthey (69) widersprach den Vinnumern entschieden.

Vinnum

, 14.11.2019, 16:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hans-Otto Matthey, Vorsitzender des Fußballkreises Recklinghausen, hat sich zur Kritik von Westfalia Vinnum geäußert - und sie zurückgewiesen. Er verteidigte die Rücknahme der ersten Sofort-Maßnahme und missbilligte die Art der Kommunikation. Die Stellungnahme, in der Fußball-Kreisligist Westfalia Vinnum den Kreis und den Verein Herta Recklinghausen scharf angegriffen hat und den Ausschluss fordert, soll den Kreis auch nie erreicht haben.

Beim Kreis begann am Mittwoch eine Suchaktion. Die Suchaktion nach einer E-Mail aus Vinnum, verfasst am 29. Oktober, abgeschickt Anfang November. Eingegangen? Angeblich nie. „Wir haben die Stellungnahme nicht erhalten“, sagte Hans-Otto Matthey, der erst über die Presse-Berichterstattung davon erfahren habe, die die Vinnumer durch die Veröffentlichung des Dokuments in Gange gesetzt hatten. „Man lässt in Vinnum nicht locker, sondern versucht, es hochzukochen“, sagte Matthey.

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Der 69-Jährige ließ wissen, dass der Kreis das Postfach, über das Vereine sich via internem DFB-Netzwerk an den Kreis wenden kann, vor einigen Monaten abgeschaltet habe und das auch den Vereinen mitgeteilt habe. „Deswegen ist nichts angekommen“, sagte Matthey und sieht hier Westfalia Vinnum in der Pflicht.

SV Herta Recklinghausen deckt angeblich Straftäter

Als er die zwei Seiten aus Vinnum gelesen hat, auf denen der SV Herta bezichtigt wurde, die Hintermänner der Massenschlägerei vom 15. September in Vinnum zu decken, und dem Kreis nicht nachvollziehbare Entscheidungen vorgeworfen wurden, war Matthey verärgert. „Wenn Vereine Hass sprühen und sich der eine Verein gegen den anderen stellt, finde ich das derbe“, ließ Matthey wissen.

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Westfalia Vinnum hatte beantragt, das Sportgerichts-Verfahren gegen den SV Herta Recklinghausen nicht vor dem Kreissportgericht, sondern dem Verbandssportgericht zu verhandeln. Denn nur das Sportgericht des FLVW als oberstes Organ des Regionalverbandes könne einen Ausschluss erwirken. Und das ist das Ziel der Vinnumer, seit sie der Auffassung sind, dass die Herta-Vereinsführung bei der Aufklärung nicht so mithilft wie versprochen.

Hans-Otto Matthey widerspricht Westfalia Vinnum

Matthey: „Das finde ich eine harsche Forderung.“ Er ist überzeugt, dass die nach dem Rückzug der ersten Mannschaft verbleibenden anderen Mannschaften des SV Herta nichts mit der Skandal-Truppe zu tun haben.

„Wenn man die Struktur des Vereins kennt - und das tue ich, besser als Vinnum - treffen wir damit Mannschaften, die da gar nichts mit der Schlägerei zu tun hat“, sagte Matthey, „die Verantwortlichen der Schlägerei sind eindeutig der Gruppe der ersten Mannschaft zuzuordnen.“

In einer Analyse der Saison 2018/19 konnte die Redaktion zeigen, dass bei Einsätzen auf dem Feld fast kein Austausch von Spielern zwischen der ersten Mannschaft auf der einen und der zweiten und dritten Mannschaft auf der anderen Seite stattfand.

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Deswegen habe der Kreis wie berichtet auch die Strafe, die Spiele künftig mit teureren Schiedsrichter-Gespannen zu besetzen, wieder zurückgenommen. Matthey versteht das Misstrauen nicht: „Als ob ich etwas totschweigen möchte! Ich will Herta nicht verteidigen, aber ich bleibe so weit wie möglich objektiv.“

Herta Recklinghausen wird eine Strafe erhalten

Der SV Herta Recklinghausen werde deshalb auch Strafen erhalten. Spieler, die den Klub aber verlassen haben, könne das Sportgericht allerdings nicht mehr habhaft werden. Der Spruchkammer-Termin dafür könnte Ende des Monats stattfinden, ist aber nicht bestätigt.

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Und dann ist da noch ein anderer Aspekt, auf den Matthey eingeht: Das Kreissportgericht habe die Unterlagen schon an den Verband angeben wollen. Von dort seien die Unterlagen zurückgekommen - mit dem Auftrag, dass sich die zuständigen Sportrichter vom Kreis Recklinghausen um den Fall kümmern soll. „Das, was da gefordert wird, sei überholt“, so Matthey über den Antrag der Vinnumer. Matthey habe noch nie die Forderung eines Vereins erlebt, der einen anderen Verein ausschließen möchte.

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