Nach Aufstiegssaison: Elfmeterkiller Christian Götz will beim SuS Olfen kürzer treten

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Christian Götz, Torwart des Noch-A-Ligisten SuS Olfen, wird in der kommenden Saison seinen Stammplatz im SuS-Kasten räumen - aus beruflichen Gründen. Einen Nachfolger hat er schon im Sinn.

von Marcel Schürmann

Olfen

, 23.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Dreieinhalb Jahre hütete er das Gehäuse des SuS Olfen. Dreieinhalb Jahre, in denen er einiges erlebt hat: Klassenerhalt in der Bezirksliga 2015/16, danach der Abstieg, dann Platz vier in der Kreisliga A - und jetzt die A-Liga-Meisterschaft verbunden mit dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Für Götz fast schon so etwas wie der perfekte Moment, um aufzuhören. „Es ist wie beim Kartenspielen mit den Jungs. Am Höhepunkt muss man aufhören.“

Dabei wird der Schlussmann gar nicht gänzlich aufhören, Fußball zu spielen. „Ich bin mit meiner Ausbildung bei der Polizei fertig. Ab jetzt habe ich Schichtdienst. Daher wird es schwieriger für mich, den Job mit Training und Spielen unter einen Hut zu bringen“, sagt der 28-Jährige. „Nach unserer Meisterschaft kann ich aber beruhigt kürzer treten.“

Götz gibt seinen Stammplatz ab

Bereits in den vergangenen Jahren sei es für Götz nicht einfach gewesen, Job und Hobby miteinander zu kombinieren. Ab Mitte August erfährt er, wo es ihn beruflich demnächst hinziehen wird. Zu dem Zeitpunkt läuft auch die Saison 2019/20 schon wieder. Götz wird dem Verein aber erhalten bleiben. „Wenn es die Zeit zulässt, bin ich natürlich dabei. Das ist mit dem Trainer und dem Vorstand auch schon abgesprochen“, so Götz. Seinen Stammplatz gibt er jedoch definitiv ab.

Wie schon einige Spieler vor ihm hat Christian Götz auch noch einmal unterstrichen, was er am SuS Olfen hat: „Ich finde den Verein super. Er hat ein klasse Umfeld, die Leute sind spitze. Da passt alles. Das haben auch andere schon gesagt, da muss also etwas dran sein.“

Olfen schon Götz‘ achte Station

Dreieinhalb Jahre im Trikot des SuS Olfen - für Götz fast schon eine endlos lange Station: Beinahe seine ganze Laufbahn spielte Götz überkreislich. Bis zur C-Jugend kickte er bei der Spielvereinigung Erkenschwick, wechselte dann für ein Jahr zum TSV Marl-Hüls. Danach zog es ihn zur DJK TuS Hordel, um sich nach zwei Jahren der A-Jugend der SG Wattenscheid 09 anzuschließen.

Im Seniorenbereich ging es für Götz zurück nach Erkenschwick in die Westfalenliga, wo er aber nur zwei Spiele bestritt, über die Stationen SV Sodingen (Landesliga) und Eintracht Datteln (damals Kreisliga A) landete er dann im Winter 2016 beim SuS Olfen. Wegen „Hickhacks“ mit dem Dattelner Vorstand und Spielern habe er im Winter 2016 die Reißleine gezogen.

„Damals hat mich Norbert Sander angerufen und gefragt, ob ich nicht nach Olfen wechseln möchte.“ Lange über eine Zusage nachdenken musste Götz jedenfalls nicht, Sander und er kannten sich bereits aus der Jugend bei Erkenschwick. Schnell ging der Wechsel zum SuS Olfen über die Bühne.

Götz, der Elfmeterkiller

Gleich in seiner ersten Saison beim SuS machte Götz ordentlich Schlagzeilen. „Christian Götz ist der Elfmeterkiller von Olfen“ titelten die Ruhr Nachrichten im April vor drei Jahren. Fünf von acht Strafstöße parierte Götz in seiner ersten Rückrunde. Und wie sah es zuletzt aus? „Es gab kaum noch Elfmeter gegen uns. Da war ich nicht mehr so gefragt“, sagt Götz mit einem Lächeln.

Vergangenen Sonntag wurden seine scheidenden Mannschaftskollegen nach dem letzten Heimspiel gegen Rorup bereits verabschiedet und geehrt. Kommenden Sonntag, 26. Mai, wird Götz vorerst ein letztes Mal die Torwart-Handschuhe überziehen. „Ich wäre natürlich gerne zwischen den Pfosten“, rechnet Götz mit einem Einsatz gegen Vorwärts Lette. Seine - in Anführungszeichen - Verabschiedung bekommt Götz dann am vereinsinternen Saisonabschluss am 29. Juni - das hat Olfens Sportlicher Leiter Norbert Sander schon bestätigt. „Da wird Christian sein Geschenk separat bekommen“, sagt Sander und fügt an: „Er hat mir damals bei seinem Wechsel zu uns versprochen: ‚So lange wie du da bist, bleibe ich auch.‘ Er hat trotz meiner Krankheit weitergemacht. Wir müssen ihn ja auch nicht endgültig abschreiben.“

Nachfolger aus den eigenen Reihen?

Wer ab der kommenden Saison den Kasten des - dann - Bezirksligisten SuS Olfen hüten wird, steht indes noch nicht hundertprozentig fest. Götz könnte sich vorstellen, dass die bisherige Nummer zwei, Andre Milewzyk, zur neuen Nummer eins befördert wird: „Er ist ein guter Torwart, hat in dieser Saison in den Spielen, in denen wir ihn brauchten, seine Sache super gemacht. Er hat sich weiterentwickelt und auf jeden Fall das Potenzial, die Nummer eins zu sein. Bei jedem anderen Verein in der Kreisliga wäre er Stammtorhüter.“

Auch Norbert Sander traut Milewzyk den Sprung zu: „Andre ist ein unglaublich wichtiger Spieler für die Mannschaft, hat Kultstatus im Verein. Ich hätte kein schlechtes Gefühl mit Andre im Tor - auch wenn er nicht der Größte ist.“ In der Bezirksliga bräuchte der SuS aber zumindest zwei gleichwertige Torhüter. „Es kann sein, dass wir noch einen Torhüter verpflichten. Dazu befinden wir uns noch in Gesprächen“, sagt Sander.

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