Neue Entwicklungen nach Massenschlägerei in Vinnum: SV Herta besucht die Westfalia

rnFußball

Vertreter des SV Herta und Westfalia Vinnum haben sich erstmals seit der Sportgerichtsverhandlung getroffen. Der SV Herta erfüllt eine Bewährungsauflage. Westfalia Vinnum reagiert darauf.

Vinnum

, 03.03.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Verhältnis zwischen Westfalia Vinnum und dem SV Herta Recklinghausen war nach der Massenschlägerei in Vinnum am Boden. Nun hat es eine Annäherung gegeben. Der Vorstand des SV Herta war zu einem Besuch in Vinnum und erfüllte eine Bewährungsauflage, die das Kreissportgericht bei der Spruchkammerverhandlung Mitte Dezember festgelegt hatte.

Bereits am Samstag, 15. Februar, haben sich Vertreter von Westfalia Vinnum und des SV Herta in Vinnum getroffen. Neben Herta-Vereinschef Ahmad Omayrat und dem langjährigen ehemaligen Herta-Vorstandsmitglied Michael Gassner nahmen nach Angaben der Vinnumer auch die Jugendvorstände Susanne Doctor und Martin Kerschek an der Zusammenkunft teil.

Das Ziel: Der SV Herta hatte einer Vinnumer Stellungnahme zufolge bereits während der Spruchkammerverhandlung „signalisiert, dass sie den Kontakt zu unserem Verein suchen, um in einem Gespräch die Geschehnisse aufzuarbeiten und ihrer Verantwortung für den Verein SV Herta nachzukommen.“

Vinnumer Seite erlebt ein konstruktives und offenes Gespräch

„Es war ein konstruktives und offenes Gespräch, in dem die Vertreter des Vereins SV Herta sich klar von den Ereignissen distanziert haben“, schrieb Vinnums Vorsitzender Kunibert Gerij. Er erklärte, dass der SV Herta sich aufstellen werde, damit „solche Ausschreitungen nicht mehr vorkommen.“

Jetzt lesen

Nach dem Kreisliga-Fußballspiel waren bei einer Schlägerei acht Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Noch immer laufen gegen die mutmaßlichen Schläger, Anhänger und ausgetretene Spieler des SV Herta, strafrechtliche Ermittlungen. Bei vier Fußballern gibt es außerdem gesonderte Sportrechtsverfahren, sobald sie sich wieder einem Fußballverein anschließen. Der Fall hatte überregional für Aufsehen gesorgt.

500 Euro gehen an Westfalia Vinnums Jugendabteilung

Eine Bewährungsauflage, die das Sportgericht verhängte, um nur die Hälfte der 4.000 Euro Geldstrafe bezahlen zu müssen, war die Zahlung von 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation oder ersatzweise Westfalia Vinnum. Die Hertaner hatten schon nach der Versammlung angedeutet, dass sie dieses Geld gerne an die Jugendabteilung von Westfalia Vinnum geben würden.

Jetzt lesen

Das ist nun passiert. „Gerade die betroffenen Jugendlichen haben das Ereignis bei ihren Sportaktivitäten noch nicht verkraftet“, sagte Gerij und begrüßte den Recklinghäuser Vorstoß ausdrücklich.

Vinnum tritt wieder an

„Die Vertreter konnten glaubhaft vermitteln, dass der Verein wieder in die Normalität als Mitglied der Fußballgemeinschaft zurückkehren und alles dafür tun will“, erklärte Gerij weiter.

Auch kündigte er an, dass die Westfalia nach Rücksprache mit der zweiten Mannschaft in Zukunft auch wieder gegen den SV Herta spielen werde. Ursprünglich hatten die Vinnumer mitgeteilt, dass eine Vinnumer Mannschaft nie wieder gegen eine Mannschaft des SV Herta spielen werde. Im Hinspiel war Westfalia Vinnum nicht angetreten und hatte die Punkte kampflos an den SV Herta abgetreten. Am 10. Mai trifft Westfalia Vinnum II dann wieder auf den SV Herta Recklinghausen II.

Gerij bestätigte, dass sich die Beziehungen zwischen beiden Vereinen wieder verbessert haben. Das kann man als schrittweise Normalisierung des belasteten Verhältnisses werten.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt