Rik Amann ist wieder Leichtathlet des Jahres beim SuS Olfen

Hammerwerfen

Nach zwei Jahren Unterbrechung ist Rik Amann wieder Leichtathlet des Jahres beim SuS Olfen. Die jährlich vergebene Auszeichnung erhielt der 17-Jährige trotz einer nicht optimalen Saison.

Olfen

, 25.11.2018, 17:36 Uhr / Lesedauer: 3 min
Rik Amann hat den vereinsinternen Wanderpokal des Leichtathleten des Jahres zum zweiten Mal erhalten.

Rik Amann hat den vereinsinternen Wanderpokal des Leichtathleten des Jahres zum zweiten Mal erhalten. © Sebastian Reith

Gefühlt wird Rik Amann Jahr für Jahr ein Stückchen breiter an den Schultern. Auf den jährlichen Ehrungsfotos der Olfener Leichtathleten sieht man die körperliche Entwicklung der vergangenen Jahre. Dass der 17-jährige Hammerwerfer des SuS Olfen bei den aktuell vier, demnächst dann fünf Trainingseinheiten pro Woche auch Krafttraining macht, gehört zu seinem Sport nunmal dazu. Am Sonntag erhielt Amann nach 2015 zum zweiten Mal den Wanderpokal des „Leichtathleten des Jahres“ im SuS Olfen für seine Leistungen.

Zugenommen habe Amann seit seiner Spezialisierung vom Mehrkampf zum Hammerwurf vor zwei Jahren jedoch nicht. 80 Kilogramm bringt er derzeit auf die Waage, nur gut 4 Kilogramm mehr als noch vor zwei Jahren, schätzt Amann und lacht. „Wir haben in den letzten Jahren angefangen, mehr mit Gewichten zu machen, wollten uns aber erst auf Techniktraining konzentrieren und nicht zu früh mit Gewichten arbeiten. Jetzt komme ich in ein Alter, in dem man mit mehr Gewichten trainieren kann. Wenn man zu früh damit anfängt, kann man sehr viel kaputt machen“, sagte Amann.

Zwei Knackpunkte werfen Amann zurück

58,98 Meter weit hatte er den fünf Kilogramm schweren Hammer in diesem Jahr in der Altersklasse U18 geworfen, einer Saison mit „Höhen und Tiefen“, wie Amann selbst sagte. Erster Saisonknackpunkt war ausgerechnet eine Verletzung, die er sich in der Saisonvorbereitung zugezogen hat - nicht etwa beim Hammerwurf, sondern beim Hockey. Denn als Aufwärmspiel holt die Wurfgruppe von Franz-Josef Sträter regelmäßig die Hockeyschläger raus. „Bei diesem dämlichen Hockey hat er sich die Bändergeschichte zugezogen. Und das hat sich unheimlich lange hingezogen“, sagte Sträter. Amann kam überhaupt nicht richtig ins Werfen, musste bei den Winterwurfmeisterschaften aus einer verkürzten Drehung werfen. „Da fehlten uns schon sechs bis acht Wochen“, sagte Sträter.

Zweiter Knackpunkt war dann ein längerer Krankenhausaufenthalt des Trainers, währenddessen Amann sich technische Fehler antrainierte. „Zu der Zeit fingen die technischen Probleme bei Rik an. Ich habe gedacht, er hätte alles verlernt“, sagte Sträter kopfschüttelnd. Schon einfache Würfe über 45 Meter waren keine Selbstverständlichkeit mehr. Drei Wochen vor den Deutschen Meisterschaften zogen Trainer und Athlet die Notbremse. „Wir sind bei Null wieder angefangen. Wir haben schon überlegt, nicht zur DM zu fahren, weil es einfach nicht lief“, sagte Sträter. Doch sie fuhren. Die Entscheidung fiel aber erst wenige Tage vorher.

Bei den Deutschen Meisterschaften platzt der Knoten

Bei der DM in Rostock platzte dann der Knoten. Amann wurde Sechster - ein Erfolgserlebnis. Endlich. „Er wäre mit Sicherheit auf die 60 Meter gekommen, wenn er sich nicht verletzt hätte. Man sieht, dass er seine Topleistungen alle zum Saisonende geworfen hat. Er kam dann erst so richtig in die Gänge“, sagte Sträter. Drei Deutsche Meisterschaften holte Amann später im Rasenkraftsport, einer verwandten Sportart, die auch Gewichtwurf und eben das Hammerwerfen beinhaltet. „Er ist unser Aushängeschild im Hammerwerfen“, lobte Vereinschef Bernhard Bußmann. Dass Amann für drei der vier Deutschen Meistertitel der Abteilung verantwortlich war, qualifizierte ihn für die Ehrung. Dass Amann auch NRW-Meister und Münsterlandmeister geworden ist, lief mehr in der Titel-Kategorie „Abfallprodukt“ mit - ein Luxusproblem.

Hammerwerfer Rik Amann zählt zu den Leistungsträgern in der Trainingsgruppe der Werfer. Er zählt in seiner Altersklasse zur deutschen Spitze.

Hammerwerfer Rik Amann zählt zu den Leistungsträgern in der Trainingsgruppe der Werfer. Er zählt in seiner Altersklasse zur deutschen Spitze. © SuS Olfen

Amann rückt jetzt in die U20 auf, ist erstmal Jungjahrgang und peilt dann bei der DM einen Platz unter den besten Acht an. „Man muss die Erwartungen für 2019 erstmal runterschrauben. Das Finale muss aber drin sein“, sagte Amann. Im zweiten Jahr, wenn Amann zum älteren Jahrgang gehört, rücken aber starke Jungjahrgänge nach. Die Konkurrenzsituation ist ganz anders als bei Olfens Julian Brinkmann, der in der U20 damals DM-Bronze gewann.

Als Linkshänder hat Amann einen Nachteil

Könnte das auch Amann überraschend gelingen? „Ich traue ihm zu, dass er in zwei Jahren in die oberen Drei reinkommen kann, wenn er einen richtig guten Tag hat.“

Als trainingsfleißig gilt Amann jedenfalls. „Der harte Kern ist immer beim Training. Rik gehört dazu. Da muss schon Gott weiß was passieren, damit er mal nicht kommt“, so Sträter.

Aber Amann hat ein anders Problem, das eigentlich gar nicht sein Problem ist. „Er ist Linkshänder“, erklärte Sträter. Weil Amann Linkshänder ist, führt er die Drehung spiegelverkehrt aus. „Rik dreht andersrum. Für mich ist das als Trainer ganz furchbar. Ich muss immer verkehrt herum denken. Bis ich einen Fehler sehe, dauert es manchmal länger“, sagte Sträter.

Rik Amann mit dem Pokal unter den geehrten Athleten vor dem SuS-Sportzentrum.

Rik Amann mit dem Pokal unter den geehrten Athleten vor dem SuS-Sportzentrum. © Sebastian Reith

Insgesamt ehrte der SuS Olfen über 50 Athleten sowie 10 Trainer und weitere Helfer am Sonntag bei der Meisterfeier im Vereinsheim des SuS Olfen an der Hoddenstraße.

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