Der SuS Olfen ist zurück auf der überkreislichen Bühne. Doch trotz Bierduschen und Meistershirts fiel die Aufstiegsparty der Olfener Fußballer in diesem Jahr ruhiger aus als vor vier Jahren.

Olfen

, 12.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Die erste Bierdusche bekam Michael Krajczy von Daniel Czempik. Irgendwann rekelte sich der Olfener Meistertrainer, weil ihm jemand eine Flasche unter der Kapuze im Nacken ausgegossen hatte und das Bier den Rücken runterlief – und dann schlich sich auch noch Routinier Benjamin Bork während eines Interviews von hinten an.

„Wir sind total glücklich, dass wir es geschafft haben: Der Verein, das Tainerteam und alle drum herum haben alles reingelegt. Wir haben einfach ein Superteam da drumherum. Das war Teamarbeit. Aufgrund der Rückserie war das auch völlig verdient“, sagte Krajczy, während das Bier an seinen Haaren auf den Kunstrasen runtertropfte.

Klare Tabellensituation sorgt für entspannten Ausklang

Es war eine feuchte, aber doch insgesamt ruhigere Rückkehr in die Bezirksliga gegenüber dem Aufstieg vor vier Jahren. Das lag einerseits daran, dass es keinen Nervenkitzel mehr bis zum Schluss in Aufstiegsspielen gab, zum anderen auch daran, dass sich Olfens Aufstieg nach dem Osterwick-Sieg vor einer Woche abgezeichnet hatte. An welchem der letzten drei Spieltage die Fußballer der Stadt wieder in die Bezirksliga aufsteigen, war eigentlich egal. Dass Olfen die erste von drei Chancen direkt nutzte, sorgt nun für einen entspannten Saisonausklang.

Heimlicher Held am Sonntag war Murat Cengiz. Die Bogenlampe, die sich nach 27 Minuten über Nottulns Schlussmann Jan Werschmöller hinweg ins Netz senkte, löste einen Urschrei bei Torschütze Cengiz aus. Gewollt war das Tor aber nicht. „Es war eine Flanke, die zu meinen Gunsten dann schön hinten reingefallen ist“, sagte der Torschütze. Eigentlich wollte Cengiz Marvin Böttcher bedienen, der am zweiten Pfosten angesprintet kam.

Böttcher feiert 2:0 mit Sportlichem Leiter Sander

Funktioniert hat die Kombination Cengiz/Böttcher dann aber nach einer Stunde, als Böttcher zum 2:0 einköpfte und zu Norbert Sander lief. Der Sportliche Leiter und ehemalige Trainer der Mannschaft, der seit einer schweren Operation vor über zwei Jahren im Rollstuhl sitzt, ballte an der Eckfahne die Faust und jubelte mit. Es waren herzliche Gesten. „Norbert hat vor dem Spiel gesagt, dass wir heute das Dingen holen“, sagte Böttcher. Der Kapitän wollte eigentlich T-Shirts bestellen. Da war ihm Vereinschef Bernhard Bußmann aber zuvorgekommen. „Ich musste nur das Wort geben, dass wir es klarmachen“, sagte Böttcher. Versprechen gehalten. Vereinschef Bernhard Bußmann gratulierte: „Ich freue mich riesig für die Mannschaft. Tolle Leistung. Und vor allem freue ich mich für Norbert Sander“, sagte Bußmann.

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Cengiz und Böttcher, ausgerechnet Olfens Matchwinner an diesem 12. Mai 2019, den sich alle Olfener grün-weiß im Kalender als Feiertag anstreichen dürfen, waren als einzige Akteure der Startelf auch schon beim Aufstieg vor vier Jahren dabei. „Die Mannschaft ist deutlich jünger als damals. Olfen lebt Fußball. Das ist einfach so“, sagte Cengiz. Der 28-Jährige war damals einer der jungen Wilden, heute gehört er zu den erfahreneren Spielern im Team. Das Gleiche gilt für Böttcher, der mit drei Toren schon damals großen Anteil am Aufstieg hatte. Der Kapitän, der die Spielführer-Rolle angenommen hat, ist zehn Jahre älter als viele Spieler der Mannschaft. Als Böttcher vor vier Jahren schon einmal in die Bezirksliga aufgestiegen ist, spielten manche heutigen Mitspieler noch in der B-Jugend.

„Wie in einer neuen Mannschaft“

„Es ist geil. Als ich nach einem Jahr Pause wiederkam, habe ich mich gefühlt wie in einer neuen Mannschaft“, sagte Böttcher. Der Umbruch mit der Verpflichtung mehrerer erfahrener Spieler und der Integration der Jugendspieler war groß.

Beim Abpfiff stürmte die Bank das Feld. Bußmann verteilte die Meistershirts. „Bezirksliga – wir sind wieder da!“ lautete der Slogan. Das passte irgendwie. Als der SuS vor zwei Jahren in Epe eine schreckliche Bezirksliga-Saison mit nur 23 Punkten beendet hatte, wollte der SuS unbedingt zurückkehren. Jetzt ist er es. Und als die T-Shirts verteilt wurden, floß das erste Bier.

Olfen hätte durchaus schon eher in den Feiermodus umschalten können, wenn Felix Schröder (38.) nicht Nottulns Torwart angeschossen oder Sven Schlestein (40.) nicht den Pfosten getroffen hätte. In Hälfte zwei war Olfen dem dritten Tor dann näher als Nottuln dem ersten. Olfen wurde nie hektisch, kontrollierte das Spiel und dominierte es, ohne hinten Gefahr zu laufen, dass Nottulns Stürmer doch einmal einen Konter durchbringen.

SuS Olfen: Götz - Czempik (85. Bork), Wilhelm, Schlestein, Frings, Zyla, Meier, Schröder (70. Wennemann), Cengiz (60. Diallo), Mählmann, Böttcher

Tore: 1:0 Cengiz (27.), 2:0 Böttcher (49.)

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