Sven Schlestein wundert sich über ein Derby ohne Giftpfeile

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Sven Schlestein (25) erlebte am Sonntag sein erstes Bezirksliga-Derby mit dem SuS Olfen. Die Ansprüche des gut integrierten Neuzugangs sind vor dem Spiel beim Tabellenführer nicht klein.

Olfen

, 06.09.2019, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sven Schlestein spielt noch nicht mal ein Jahr beim SuS Olfen. Im Herbst stieß der Spieler, der vorher in der Bezirksliga und Landesliga in Württemberg kickte, zum SuS dazu. Der 25-jährige Innenverteidiger hat Sportredakteur Sebastian Reith am Freitag vor dem Stadtlohn-Auswärtsspiel am Sonntag (15 Uhr), das die Ruhr Nachrichten im Livestream zeigen, ein Interview gegeben - über das Derby gegen Lüdinghausen, seine Rolle in der Abwehr und die westfälische Mentalität.

Herr Schlestein, wie haben Sie nach dem 5:1-Derbysieg gegen Lüdinghausen am Wochenende gefeiert?

Wir hatten Lüdinghausen stärker erwartet. Weil es dann so klar für uns ausgeht, haben wir es schnell abgehakt. Wenn es eng gewesen wäre und mehr Emotionen drin gewesen wären, wäre das anders gewesen. Über die Leistung haben wir uns natürlich trotzdem gefreut. Wie wir die Tore rausgespielt haben und wie wir gestanden haben, damit kann man zufrieden sein.

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Wie unterschied sich das Derby zu den Derbys aus Ihrer Heimat?

Ich habe das Spiel eigentlich als recht normal wahrgenommen. Es waren mehr Fans da. Von der Zweikampfhärte war ich persönlich aber anderes gewohnt. Es hat auch kaum Gelbe Karten gegeben und keine Platzverweise, wenige Diskussionen mit dem Schiedsrichter und im Vorfeld flogen auch keine Giftpfeile. Das war alles sehr human. Da habe ich auch schon andere Sachen erlebt.

Jetzt kommt Stadtlohn, ein Absteiger, der sich gleich wieder an die Tabellenspitze gestellt hat und möglicherweise die beste Mannschaft der Liga ist. Beflügelt das?

Wir fahren nach Stadtlohn, um da etwas mitzunehmen. Stadtlohn ist noch ungeschlagen, aber wir haben jetzt eine breite Brust und jede Menge Selbstvertrauen getankt.

Sie gelten nicht als schnellster Spieler - müssen Sie sich gegen Stadtlohn umstellen?

Dass ich vielleicht nicht so schnell im Vergleich zu unseren Stürmern bin, weiß ich. Aber ich konnte mich auf mein Stellungsspiel immer verlassen. Wenn wir als Mannschaft geschlossen gegen den Ball verteidigen und keine langen Bälle hinter die Kette zulassen, sieht es gut aus.

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Gegen Union spielte neben Ihnen nicht mehr Michael Karwot, sondern Matthias Potthoff. Und auch bei den Außenverteidigern wurde rotiert. Wünschen Sie sich mehr Konstanz um Sie herum?

Nein, ich habe kein Problem damit, mich darauf einzustellen. Es war in der Rückrunde schon so, dass Michael Karwot gespielt hat, später denn Benjamin Bork. Im Training variieren wir ja auch. Junge Spieler wie Jens Wennemann oder Robin Maikötter mitzuführen, ist meine Aufgabe. Mein Hauptziel ist natürlich, zu spielen und meine Erfahrung weiterzugeben.

War es die richtige Entscheidung, über das Saisonende hinaus in Olfen zu bleiben?

Ich fühle mich wohl hier. Gerade die Rückrunde, in der wir ungeschlagen geblieben sind, hat dazu beigetragen. Ich bereue die Entscheidung nicht und möchte natürlich auch den Entwicklungsschub mitgestalten. Mein Ziel ist, auf keinen Fall wieder abzusteigen.

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Wie würden Sie Ihren Trainer Michael Krajczy beschrieben?

Es ist sehr bedacht darauf, junge Spieler weiterzuentwickeln. Er bereitet sich sehr gut auf die Gegner vor, holt aus allen Richtungen seine Informationen her und bindet das in die Trainingswoche ein.

Kommen Sie eigentlich mit der direkten westfälischen Art klar?

Ich bin hier nicht angeeckt. Die Offenheit, die mir entgegengebracht wurde, ist groß. Es ist leichter, eine Stellung in einer Mannschaft zu bekommen. In Baden-Württemberg ist es schwieriger Fuß zu fassen als Neuling.

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