„Das sind Meisterschaften, die man sich so nicht wirklich wünscht“

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 01.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rik Amann findet, dass ein fairer Wettbewerb in diesem Jahr nicht mehr gegeben ist.

Rik Amann findet, dass ein fairer Wettbewerb in diesem Jahr nicht mehr gegeben ist. © Weitzel

Finden Sie nun statt oder nicht? Diese Frage beschäftigt mich, meinen Trainer und bestimmt noch viele weitere Athleten und Betreuer schon seit vielen Wochen. Gemeint sind die Deutschen Meisterschaften der U18 und U20, welche in Ulm stattfinden oder stattfinden sollten. Denn so ganz genau scheint dies bis heute ja noch niemand richtig sagen zu können.

Während vonseiten des DLV mal wieder nichts zu hören ist und man sich als Athlet in Geduld üben muss, wurde aus anderen Quellen bekannt, dass die Meisterschaft nun doch stattfinden sollen. Etwas verwunderlich, da die „Südwest Presse“ vor zwei Wochen noch berichtete, dass die Meisterschaften kurz vor dem Aus stehen. Sowohl die Stadt Ulm, als auch der Verein SSV Ulm 1864 sahen sich laut der Redaktion nicht in der Lage, die Anforderungen an so eine Veranstaltung zu erfüllen.

Weiter werden auch die fehlenden Zuschauer als ein Grund genannt, weshalb die Ausrichtung dieser Meisterschaften nicht im Sinne der SSV Ulm sein soll. Und nun plötzlich diese Wende, dass doch alles reibungslos klappen soll? Wie glaubwürdig all diese Informationen sind, ist nur sehr schwer zu beurteilen. Gerade deshalb wäre es doch sehr wünschenswert, endlich mal offizielle Informationen vom DLV zu erhalten.

Ganz ähnlich wird auch mit den Mittel- und Langstrecken bei der DM der Aktiven in Braunschweig umgegangen. In weniger als sechs Wochen sollen die Startschüsse fallen. Ob auch für die Langstrecken? Diese Frage steht noch im Raum und soll angeblich vom DLV geklärt werden. Doch in der Haut der Mittel- und Langstreckenläufer möchte ich derzeit nicht stecken. Entweder intensives Training ohne konkrete Aussicht auf einen Saisonhöhepunkt oder lockeres Training mit der Gefahr, den Saisonhöhepunkt zu verpassen – keine leichte Entscheidung.

Doch ganz egal, welche Meisterschaften stattfinden, mit welchen Disziplinen sie durchgeführt werden oder wie viele Athleten nur starten dürfen: Das sind Meisterschaften, die man sich so nicht wirklich wünscht. Es wird natürlich immer Gewinner und Verlierer solcher Entscheidungen geben und es wird immer diejenigen geben, die diese Entscheidungen begrüßen, und welche, die diese Entscheidungen verurteilen werden. Doch was außer Frage steht, ist, dass wir alle einen fairen Sport und faire Wettkämpfe wollen - und das sehe ich dabei nicht gewährleistet.

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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