Rik Amann kann sich nie an die Hygieneregeln richtig gewöhnen

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 29.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rik Amann hat seinen erste Wettkampf hinter sich.

Rik Amann hat seinen erste Wettkampf hinter sich. © Weitzel

Ganz spontan bin ich am letzten Wochenende in meine diesjährige Wettkampfsaison gestartet. Schon ein komisches Gefühl, Ende Juli seinen ersten Wettkampf zu machen. Ein Blick auf den mittlerweile veralteten Wettkampfkalender zeigt: An dem Wochenende, an dem ich dieses Jahr in meine Wettkampfsaison gestartet bin, hätten eigentlich die Deutschen Jugendmeisterschaften stattfinden sollen – eigentlich. Doch durch das Coronavirus haben sich die vielen Wettkämpfe und intensiven Trainingsvorbereitungen in wenige Trainingseinheiten und viele neue Hygieneregeln gewandelt. Neben den Leistungen waren mein Trainer und ich auch darauf gespannt, wie so ein Wettkampf zu Corona-Zeiten nun abläuft.

Hygieneregeln prägen das Wettkampftreiben

In Plettenberg haben wir uns dann am Sonntag Antworten auf diese Fragen abgeholt. Zu den ganzen Hygieneregeln bleibt mir eigentlich nur eins zu sagen: Ich werde mich nie so richtig daran gewöhnen. Die Leichtathletik ist für mich eine Sportart, die man zusammen betreibt. Es geht mehr darum, seine eigenen Leistungen zu übertreffen als die Leistungen der anderen Athleten.

Dementsprechend steht man immer im Austausch, trifft alte Bekannte wieder und unterhält sich. Doch das ist mittlerweile nicht mehr möglich, aufgemalte Laufwege, Abstandsgebote und weitere Hygieneregeln prägen nun das Bild eines Wettkampfes.

Dennoch konnte ich nach dieser langen Wettkampfpause wieder einige gute Leistungen zeigen. Den Auftakt zum Rasenkraftsport-Dreikampf machten wir mit dem Hammerwerfen. Dort konnte ich bereits im ersten Wurf meine Tagesbestweite von 50,09 Metern verzeichnen. Die bedeutet auch die Qualifikationsweite für die DM Jugend dieses Jahr.

Quali wird nicht für die DM reichen...

Doch um das Thema der letzten Woche noch einmal aufzugreifen, würde diese Weite höchstwahrscheinlich nicht reichen, um teilnehmen zu dürfen. Denn obwohl ich die geforderte Weite übertroffen habe, würde ich aussortiert werden, da aufgrund der Teilnehmerbeschränkungen nur 14 Athleten zugelassen werden können.

Doch das alles betrifft mich zum Glück nicht mehr, da mein Trainer und ich uns schon vor Wochen dafür entschieden haben, bei einer solchen Meisterschaft nicht antreten zu wollen.

Zurück zum eigentlichen Thema, dem Wettkampf: In den weiteren beiden Dreikampfdisziplinen, dem Gewichtwerfen und dem Steinstoßen, konnte ich mit 20,33 Metern und 8,92 Metern weitere sehr gute Leistungen erreichen. Am Ende stand ein Dreikampfergebnis von 2338 Punkten, was sich angesichts des komplett fehlenden Krafttrainings und der vielen fehlenden Trainingswürfe wohl vorher niemand ausgemalt hätte. So konnten wir mehr als zufrieden die Heimreise von unserem ersten Corona-Wettkampf antreten.

Als Fazit bleibt, dass Wettkämpfe unter Hygienebeschränkungen zwar möglich sind, aber nicht schön. So sollte jedem von uns daran gelegen sein, dass wir so schnell wie möglich diese Zeit überwinden und wieder zur Normalität zurückkehren können.

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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