16 Tore in einem Spiel? Gibt es doch gar nicht. Doch, gibt es wohl! In Garenfeld!

Fußball-Bezirksliga

Die Trefferflut in der Partie gegen Hennen war jedoch ziemlich einseitig verteilt. Und was gab es noch? Ein blaues Auge, ein Auswärtssieg und eine Heimniederlage, die zu hoch ausfiel.

Schwerte

, 18.08.2019, 21:09 Uhr / Lesedauer: 5 min
16 Tore in einem Spiel? Gibt es doch gar nicht. Doch, gibt es wohl! In Garenfeld!

Ein Zweikampf der besonderen Art mit dem Schwerter Ismail Ayar (li.). Sein ETuS/DJK unterlag mit 1:4 gegen Türkiyemspor Hagen. © Bernd Paulitschke

SC Berchum/Garenfeld - SC Hennen 15:1 (6:1)

Es war ein Spiel, an das sich alle Beteiligten noch lange erinnern werden. Denn mit 15:1 gewinnt der SC Berchum/Garenfeld nicht jede Woche. Auf der anderen Seite war es seitens der „Zebras“ einfach nur peinlich.

Bereits nach vier Minuten hatte der Gastgeber das erste Mal getroffen. Deuerling hatte die Führung geköpft. Der Gastgeber spielte sich Chancen im Minutentakt heraus, Tore wollten aber zunächst nicht fallen. Und Hennen kam nach 23 Minuten erstmals vors gegnerische Tor. Marcel Kordt fing einen Rückpass von Tim Böckenförde ab und traf zum 1:1. Plötzlich war Hennen sogar die bessere Mannschaft – aber nur kurz. Denn genau in dieser Phase setzte Böckenförde eine Direktabnahme an die Latte, Georgios Ntontos stand richtig und drückte den Ball über die Linie – 2:1 (32.).

Was sich in der nächsten Stunde auf Hennener Seite abspielte, hatte kaum etwas mit Bezirksligafußball zu tun. SC Berchum/Garenfeld konnte wie im Trainingsspiel kombinieren und erhöhte bis zur Halbzeit auf 6:1. Deuerling traf zweimal, dazu noch Jerome Nickel und Nicolas Külpmann per Handelfmeter.

Aber nach der Pause kam es dann für die komplett auseinander fallenden „Zebras“ noch schlimmer. Ntontos erhöhte bis zu 58. Minute auf 8:1. Külpmann konnte sich ein zweites Mal in die Torschützenliste eintragen (68.) und Böckenförde war es vorbehalten, den zehnten Treffer für sein Team zu erzielen. Nachdem Luca Bühren auch noch wegen Beleidigung vom Platz geflogen war, erzielten die Gastgeber weitere fünf Treffer zum 15:1 – ein rekordverdächtiges Ergebnis.

Berchum/Garenfeld: Dominik Hollmann, Justin Amstutz, Georgios Ntontos (60. Rafael Agacinski), Nicolas Külpmann, Marcel Grzondziel (60. Daniel Wanderer), Tim Böckenförde, Alexander Rüster, Christian Deuerling, Daniel Huber, Manuel Pais, Jerome Nickel (50. Leander Koeser).

Hennen: Marvin Zimmermann, Haris Elezovic, Moritz Hupach, Kevin Danila, Joshua Quardt (46. Luca Bühren), Brian Osei Prince, Claudio Ferreira, Marcel Kordt, Hassan Boulakhrif, Dominik Essmann (46. Michael Weigelt, 68. Jan-Hendrik Bergmann), Marcel Rudzinski

Tore: 1:0 Deuerling (4.), 1:1 Kordt (23.), 2:1 Ntontos (32.), 3:1 Deuerling (34.), 4:1 Deuerling (37.), 5:1 Nickel (40.), 6:1 Külpmann (44., Handelfmeter), 7:1 Ntontos (49.), 8:1 Ntontos (58.), 9:1 Külpmann (69.), 10:1 Böckenförde (72.), 11:1 Agacinski (75.), 12:1 Böckenförde (78.), 13:1 Koeser (81.), 14:1 Agacinski (83.), 15:1 Böckenförde (88.).

ETuS/DJK Schwerte - Türkiyemspor Hagen 1:4 (1:0)

Gut eine Stunde lang spielte der ETuS/DJK Schwerte gegen die ambitionierten Gäste von Türkiyemspor Hagen in Unterzahl. Trotzdem waren die „Östlichen“ nicht weit von einem Remis entfernt. Unter dem Strich aber steht ein 1:4 – eine Niederlage, die nicht so klar war wie es die nackten Zahlen vermuten lassen.

Die erste Überraschung gab es schon vor dem Anpfiff: Trainer André Haberschuss stand nicht an der Seitenlinie, sondern zwischen den Pfosten – als Vertreter für Urlauber Lukas Hedtheyer und den nicht spielberechtigten Neuzugang Dominik Pfannenschmidt. Das Coaching übernahm Detlev Brockhaus, der eine knüppelhart geführte erste Halbzeit sah, in der die Schwerter den favorisierten Gästen jederzeit Paroli boten. Haberschuss wurde kaum einmal gefordert, weil seine Vorderleute einen guten Job machten und im Spiel nach vorne durchaus gefällige Szenen hatte – zunächst aber ohne zählbaren Erfolg.

Nouri Bah war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Platz. In einem Laufduell wurde er gefoult, ließ sich daraufhin aber zu einem Revanchefoul hinreißen. Die Folge nach dieser Szene: Es ging mit Freistoß für den ETuS/DJK, aber ohne Bah weiter, der die Rote Karte sah. Trotzdem gingen die Platzherren sieben Minuten später in Führung: Yildiz nutzte einen Abwehrschnitzer und bediente Ayar, der flach einschoss.

Doch nach Wiederanpfiff dauerte es nur ein paar Minuten bis zum Hagener Ausgleich. Ein erster Schuss wurde noch abgeblockt, beim zweiten Versuch war Haberschuss aber machtlos – 1:1 (51.). Nach gut einer Stunde dann das zweite Gegentor: Hagens Sebetci zog vom Strafraum-Eck einfach mal ab und traf den Ball mustergültig – er senkte sich unhaltbar für Haberschuss in die Maschen. Weil die Gäste danach mit einigen Kontersituationen ziemlich schludrig umgingen, blieben die unverdrossen kämpfenden Platzherren im Rennen. Erst zwei Minuten vor Schluss und in der Nachspielzeit erzielten die Hagener zwei weitere Tore – dass eine vermeintliche Abseitsposition und ein zumindest grenzwertiger Zweikampf vorausgegangen waren, machte die Sache für den ETuS/DJK Schwerte nicht besser.

Schwerte: André Haberschuss, Yücel Balta, Yannik Körner, Nouridine Bah, Jan Söpper, Rodi Mohammad, Oguzhan Cona, Lorenzo Schlage (70. Kadir Can Akgül), Dennis Cela, Ismail Ayar, Kadir Yilmaz.

Tore: 1:0 Ayar (36.), 1:1 (51.), 1:2 (63.), 1:3 (88.), 1:4 (90.+2).

Rot: Bah (29., Tätlichkeit).

SSV Hagen - VfL Schwerte 3:4 (2:0)

Das ist gerade noch einmal gut gegangen: Der VfL Schwerte hat den Bock beim SSV Hagen nach einer indiskutablen ersten Hälfte mit einem 0:2-Rückstand noch einmal umgestoßen. Vier Tore nach dem Wechsel bei nur noch einem Gegentor, und der erste Saisonsieg war beim 4:3 in trockenen Tüchern.

Einen nicht unwichtigen Anteil am Ausgang der Partie hatte der zur Pause eingewechselte Mert Aslan, der gleich Schwung reinbrachte. Beim Anschluss durch Yannis Schwarze legte er von der Grundlinie ab (50.). Den Treffer zur 3:2-Führung besorgte er dann selbst (64.). Dazwischen lag noch der Ausgleich durch einen Kopfball von Luca Vöckel auf Zuspiel von Kai Hintzke. Und als Schwarze dann mit seinem Doppelpack nach sehenswerten Doppelpass mit Tim Birnkraut auf 4:2 stellte, schien der VfL die drei Punkte im Sack zu haben.

Doch die Hagener kamen durch einen „Wurschtel“-Tor noch einmal ran (73.) – unter anderem auch deswegen, weil die Blau-Weißen zahlreiche Konter nicht im Hagener Tor unterbringen konnten.

Zu Ende spielten musste der SSV dann mit nur neun Spielern, weil erst Ayobi mit der Ampelkarte vom Feld musste (86.). Dann leistete sich Dimitrov auch noch eine Tätlichkeit (90.).

Redebedarf bei den Schwertern besteht aber auch nach Halbzeit eins, wo ein schläfriger VfL fast nichts auf die Kette bekam. Der 50-jährige Hagener Torwart Bernd Schneider wurde kein einziges Mal ernsthaft gefordert.

Die Gastgeber, mit einigen neuen Spielern gegenüber dem 0:7 in Geisecke, waren per Freistoß in Führung gegangen (36.) und bauten diese vor dem Wechsel auf 2:0 aus. Aber dann kam ja noch die zweite Halbzeit.

Schwerte: Lukas Knoblauch, Robin Heuft, Luca Vöckel, Nils Berg, Janis Dworak (46. Mert Aslan), Tim Birnkraut, Kai Hintzke (85. David Sprungk), Maher Alanames (46. Ayoub Belabbes), Sebastian Kozlowski, Lukas Beßlich (77. Gianluca Zocco), Yannis Schwarze.

Tore: 1:0 (36.), 2:0 (45.), 2:1 Schwarze (50.), 2:2 Vöckel (56.), 2:3 Aslan (64.), 2:4 Schwarze (68.), 3:4 (73.).

FC Wetter - Geisecker SV 0:1 (0:1)

Die Tabellenführung, die der Geisecker SV nach dem ersten Spieltag noch in der Tasche hatten, ist futsch – aber damit können die „Kleeblätter“ problemlos leben. Denn der 1:0-Erfolg beim Landesliga-Absteiger in Wetter war der zweite Sieg im zweiten Saisonspiel – jeweils ohne Gegentor. Wegen des besseren Torverhältnisses steht nun Türkiyemspor Hagen ganz oben.

Am Harkortberg in Wetter brannten die Schützlinge von Thomas Wotzlawski zwar kein fußballerisches Feuerwerk ab, hatten das Spielgeschehen aber weitgehend unter Kontrolle – erst recht, als sie nach einer guten halben Stunde in Führung gingen: Nach einer Ecke, die verlängert wurde, stand Lars Veith am zweiten Pfosten goldrichtig und köpfte ein.

Hüben wie drüben entwickelten sich dann auf dem seifigen Boden in einem zerfahrenen Spiel mit vielen Stockfehlern kaum Torraumszenen. Ein einziges Mal musste Geiseckes Keeper Helmdach eingreifen, „aber der Ball war auch für die Galerie“, meinte sein Trainer zu der Torwartparade.

Im Laufe der zweiten Hälfte hatten die Geisecker mehrfach die Möglichkeit, mit einem zweiten Tor für Ruhe zu sorgen. Weil sie die Kontersituationen aber nicht sonderlich konsequent nutzten, mussten sie bis zum Schluss um den Auswärts-Dreier bangen. Und in der 90. Minute wurde es dann auch noch richtig eng: Wetter warf alles nach vorne und hatte den Ausgleich aus fünf Metern auf dem Fuß. Doch der Ball flog übers Tor und die drei Punkte für den Geisecker SV in trockenen Tüchern.

Geisecke: Tim Helmdach, Julian Boethin, Tom Borkenstein, Mathis Leuer (70. Cangün Akgün), Florian Ruß (85. Dennis Huck), Patrick Filla, Julian Hüser, Luis Pothmann, Lars Veith, Jannis Kassel (77. Calvin Höptner), Marc Schipper (90. Tim Ollerdissen).

Tor: 0:1 Veith (32.).

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