Anna Hojas Sand-Sturm – von Riccione bis zum Timmendorfer Strand

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Zusätzlich zur Hallenvariante spielt Anna Hoja seit sechs Jahren ambitioniert Beachvolleyball. Ihr Leben ist stressig, aber sie genießt es – gerade jetzt, vor dem vielversprechenden Sommer.

Schwerte

, 30.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Anna Hoja denkt jetzt von Strand zu Strand. Aktuell ist es der in Riccione, ein Urlaubsort an der italienischen Ostküste. Hier bereitet sie sich mit ihrer Beach-Partnerin Steffi Hüttermann auf die Sommersaison vor. Das machen die beiden für den wichtigsten Strand: den Timmendorfer. Hier findet im September wieder die Deutsche Meisterschaft statt. Die soll so gut enden wie noch nie.

Wenn eine Saison beginnt, bedeutet das bei der 27-jährigen Schwerterin auch, dass eine andere gerade beendet ist. Anna Hoja steht immer noch unter der Doppelbelastung von Hallen- und Beachvolleyball. Und das ist besonders zeitlich strapaziös. Die Lehramtsstudentin wohnt und arbeitet in Münster, macht hier im September ihr Examen. Doch sie spielt im Rheinland: in der Halle bei Bayer Leverkusen und zum Beach-Training in Düsseldorf.

Pendlerei war „anstrengend und stressig“

„Das war jetzt schon sehr anstrengend und stressig“, gesteht Profi-Pendlerin Hoja. Oft stehen acht Einheiten auf ihrem Wochenplan. Doch sie hängt am Hallensport, konnte sich noch nicht davon lösen. Wie es mit dem Hallenvolleyball zur kommenden Saison aussehen wird, lässt Hoja noch offen.

Mit Bayer 04 Leverkusen erlebte sie eine starke Saison. Die Kapitänin führte das junge Team zum Vizetitel in der 2. Bundesliga Nord. Am ungeschlagenen Meister Borken kam Bayer nicht heran. „Das war eine schöne Saison“, sagt Hoja. „Aber jetzt freue ich mich total auf den Sommer und dass es endlich losgeht. Es juckt in den Fingern.“

Der siebte Platz wäre „richtig, richtig gut“

Denn unmittelbar nach dem letzten Spieltag am 13. April schaltete Hoja endgültig in den Sand-Modus. Sie und Steffi Hüttermann feilen während des zehntägigen Trainingslagers in Italien gerade an ihrer Spitzenform. Das Duo hat große Ziele. Nach dem 13. und neunten Platz bei der Deutschen Meisterschaft in den Vorjahren wollen die beiden 2019 mehr: „Ein siebter Platz wäre am Ende richtig, richtig gut“, meint Hoja. „Ein bisschen mehr geht bei uns halt noch.“

Schwierig wird es allemal. Die deutsche Serie sei eine der stärksten in Europa, erklärt Hoja. Und: Vor den Olympischen Spielen im kommenden Jahr befinden sich die vier deutschen Top-Duos im Olympia-Zyklus, dürften also besonders leistungsstark sein. Auch die National-Perspektivteams stehen tendenziell noch vor Hoja und Hüttermann. Doch dahinter wollen sich die beiden festsetzen.

In Münster geht es los

Der Weg an den Timmendorfer Strand führt dabei über die acht Stopps der „Techniker Beach Tour“. In Münster, Düsseldorf, Dresden, St. Peter-Ording, Fehmarn, Zinnowitz und Kühlungsborn sammeln die Beach-Teams hierbei von Mitte Mai bis Mitte August Qualifikationspunkte für die Deutsche Meisterschaft. Dazu nehmen Hoja und Hüttermann an drei weiteren A+-Turnieren, Wettkämpfe auf Landesebene, teil. Auch hier können sie punkten. „Wir wollen dieses Jahr bei den Tour-Stopps öfter ins Halbfinale kommen“, hofft die Schwerterin.

Am Donnerstag erlebte Anna Hoja etwas Ungewohntes: Sie konnte entspannen. Hüttermann und Hoja gönnten sich einen halben Tag Auszeit und erkundeten das nahe gelegene San Marino. Am Freitagmorgen klingelte der Wecker wieder früh. Um 7.30 Uhr ging das Training los. Viel Zeit für (Erfolgs-)Träume vom Timmendorfer Strand blieb dabei nicht.

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