Ariane Herde im Zwiespalt: „Das Bauchgefühl hätte anders entschieden“

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Der Beruf als Gesamtschul-Lehrerin und der Trainerjob beim Kanuverband NRW ließen sich für Ariane Herde nicht mehr unter einen Hut bringen. Also musste sich die Schwerterin entscheiden.

Schwerte

, 14.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 32 Jahren - das sind vier Fünftel ihres Lebens - hat der Kanusport eine Hauptrolle im Leben von Ariane Herde gespielt. Und jetzt soll das auf einmal nicht mehr so sein? Kein Wunder, dass die 40-Jährige vor einer schwierigen Entscheidung stand.

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Ariane Herdes sportlicher Werdegang im Schnelldurchgang: Als Achtjährige saß sie zum ersten Mal im Boot - im Schnupperkurs beim Kanu- und Surf-Verein Schwerte (KVS), mit dem so viele Schwerter Kanu-Laufbahnen begonnen haben.

Ariane Herde als Aushängeschild des KVS

Schnell stellte sich Herde als überaus talentiert heraus und avancierte in ihrer aktiven Zeit über viele Jahre zum Aushängeschild der Slalomabteilung des KVS, dessen Farben sie auf den nationalen und internationalen Top-Wettkämpfen vertrat.

Der größte sportliche Erfolg in der aktiven Laufbahn war für Ariane Herde der sechste Platz bei den Olympischen Spielen in Peking, wo sie 2008 für die Niederlande am Start war.

Der größte sportliche Erfolg in der aktiven Laufbahn war für Ariane Herde der sechste Platz bei den Olympischen Spielen in Peking, wo sie 2008 für die Niederlande am Start war. © Oskar Neubauer

Höhepunkt dabei war ganz sicher die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking, als die Schwerterin mit einer niederländischen Mutter und zwei Pässen für unser Nachbarland den sechsten Platz im Kajakwettbewerb der Damen holte.

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Nach dem Ende der aktiven Laufbahn gab Herde ihren großen Erfahrungsschatz als Trainerin weiter - zunächst beim KVS, zuletzt aber auch drei Jahre lang am NRW-Landesstützpunkt, wo sie auch die zahlreichen Schwerter Kaderathleten unter ihren Fittichen hatte.

Doppelbelastung ist zu groß geworden

Damit ist aber seit rund anderthalb Monaten Schluss - zum 30. September hat Arina Herde als Trainerin aufgehört. „Die Doppelbelastung Schule/Kanu war zu groß geworden - ich musste mich entscheiden“, erklärt Herde mit dem Hinweis auf ihren Beruf als Gesamtschul-Lehrerin in Dortmund-Brünninghausen.

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Dass das Pendel zugunsten ihrer Lehrertätigkeit ausgeschlagen ist, sei „aus Vernunftgründen die einzig mögliche Entscheidung“ gewesen, sagt Herde. Aber niemand glaube, es sei ihr leicht gefallen, den Job als Kanutrainerin aufzugeben. „Das Bauchgefühl hätte wohl anders entschieden, denn natürlich liegen einem die Sportlerinnen und Sportler am Herzen.“

Die sportliche Weiterentwicklung ihrer etwa 15- bis 18-jährigen Schützlinge zu forcieren und zu begleiten, das habe hauptsächlich den Reiz ihres Trainerjobs ausgemacht, sagt sie, „gerade weil sie in diesem Alter besonders große Entwicklungsschritte machen.“

Ganz entspannt im Kajakboot auf der Ruhr: Ariane Herde hat als Kanuslalom-Trainerin am NRW-Stützpunkt aufgehört.

Ganz entspannt im Kajakboot auf der Ruhr: Ariane Herde hat als Kanuslalom-Trainerin am NRW-Stützpunkt aufgehört. © Bernd Paulitschke

So wird Ariane Herde sicherlich aufmerksam verfolgen, welchen sportlichen Werdegang auch die aktuellen KVS-Leistungsträger wie Tillmann Röller, Zoe Jakob, Jannemien Panzlaff und all die anderen Talente nehmen werden, wenn hoffentlich nächstes Jahr wieder Corona-befreit gepaddelt werden kann.

Für den KVS beratend im Hintergrund aktiv

Als Trainerin wird sie dies dann aber nicht mehr tun - ohne dass sie dem KVS ganz verloren gehen wird. „Beratend im Hintergrund“ wolle sie weiterhin für ihren Stammverein tätig sein - ganz ohne Kanuslalom geht es für Ariane Herde dann eben doch nicht. Dafür hat der Sport viel zu lange eine Hauptrolle in ihrem Leben gespielt.

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