Auch ohne Bierdusche glücklich: HVE Villigst-Ergste ist aufgestiegen

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Die HVE Villigst-Ergste ist aufgestiegen - eine echte Überraschung war es nicht mehr, was am Sonntagnachmittag durch die Pressemitteilung des Handballverbandes Westfalen offiziell wurde.

Schwerte

, 20.04.2020, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Damit spielen die Villigst-Ergster in der nächsten Saison zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte um Verbandsliga-Punkte.

DHB-Empfehlung im Vorfeld der Entscheidung

Im Vorfeld der endgültigen HVW-Entscheidung hatte der Deutsche Handballbund (DHB) den Landesverbänden empfohlen, dass es im Falle eines Saisonabbruches keine Absteiger, sehr wohl aber Aufsteiger geben solle.

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Mit anderen Worten: Die laufende Saison wird nicht annulliert – nur in diesem Fall, wenn also alles auf Null gesetzt worden wäre, wären den Villigst-Ergstern als Landesliga-Tabellenführer der Sprung in die höhere Klasse verwehrt geblieben.

Gollnik: „Es tut mir leid für die Jungs“

So aber haben sie es nun geschafft – auch wenn es angesichts der Corona-geprägten Umstände ein Aufstieg der eher ungewöhnlichen Art ist. So empfindet es jedenfalls Thorsten Gollnik, der Sportlichen Leiter der HVE.

Einerseits freue er sich sehr über den Aufstieg. „Aber andererseits tut es mir richtig leid für die Jungs, dass sie auf diese Art und Weise aufsteigen und es gar nicht richtig feiern können. Das hätten wir natürlich alle gerne anders gehabt“, so Gollnik.

Der Lohn für „mega-viel Arbeit“

Auch Trainer Thorsten Stange wäre es lieber gewesen, wenn der Aufstieg von den eigentlich üblichen Bierduschen-Szenarien begleitet gewesen wäre. Eindeutig im Vordergrund steht für den Coach aber, das sportliche Ziel erreicht zu haben.

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„So einen Aufstieg zu schaffen, ist nie einfach. Wir haben mega-viel Arbeit in die Saison investiert und sind dafür belohnt worden. Letztlich bin ich glücklich, so wie es jetzt gelaufen ist und freue mich – auch für die HVE“, sagt Stange, der zur neuen Saison seinen Platz auf der Villigst-Ergster Trainerbank räumen muss und zum Landesligisten SG Sauerland Wölfe 2 nach Menden wechselt.

„So ein Aufstieg ist nie einfach“

Ganz ohne Feier ging es dann am Sonntag aber doch nicht. Natürlich hatte die Nachricht vom Saisonabbruch in Windeseile in Mannschaftskreisen die Runde gemacht – mit der Folge, dass Stange spontanen Besuch von einigen Spielern bekam. „Natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln“ habe man dann auf das Meisterstück angestoßen, verrät der Trainer.

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Ohne Corona hätte das Stange-Team dieses Meisterstück möglicherweise am kommenden Samstag perfekt gemacht. Da hätte das Topspiel gegen den einzigen Rivalen im Titelkampf, die HSG Hohenlimburg, auf dem Spielplan gestanden.

Quotientenregel nach norwegischem Modell

Jene Hohenlimburger begleiten die HVE übrigens möglicherweise in die Verbandsliga. Denn die Quotientenregelung nach dem so genannten „norwegischen Modell“, das der Verband zur Wertung der abgebrochenen Saison herangezogen hat, beinhaltet eine Aufstiegs-Wildcard für alle Mannschaften, die auf sportlichem Wege noch eine Chance gehabt hätten, in den restlichen Saisonspielen einen Aufstiegsplatz zu erreichen.

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Nach besagter Regelung werden die bisher erreichten Punkte durch die Anzahl der absolvierten Spiele dividiert. Der ermittelte Wert ist mit 100 zu multiplizieren und auf eine Stelle nach dem Komma zu runden.

Wildcard für den Rivalen Hohenlimburg

In der Pressemitteilung des HVW heißt es dann: „In Ergänzung der Auf- und Abstiegsregelung wird beschlossen, dass allen Vereinen, die nicht auf einem Aufstiegsplatz liegen, auf diesen aber maximal einen Rückstand von 39,9 Quotientenpunkte auf die jeweilig letzte aufstiegsberechtigte Mannschaft der Staffel haben, eine Wildcard angeboten wird.“

Die Hohenlimburger liegen 10,5 Punkte hinter den Villigst-Ergstern, die einen Quotienten von 178,9 vorweisen können.

Villigst-Ergster „Zweite“ bleibt Bezirksligist

Aus HVE-Sicht gibt es übrigens noch eine weitere positive Konsequenz der Verbandsbeschlusses, die Saison abzubrechen. Denn wie schon vorher angekündigt, haben die Verbandsfunktionäre entschieden, dass es keine Absteiger gibt.

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Davon profitiert die zweite Herrenmannschaft der HVE als Tabellenvorletzter der Bezirksliga – eigentlich ein Abstiegsplatz. So aber darf die „Zweite“ auch in der nächsten Saison um Bezirksliga-Punkte spielen.

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