Corona-Lockerungen für die Mannschaftssportler im Kreis Unna - aber nicht für alle

rnSport im Kreis Unna

Der Kreis Unna ist in diesen Tagen immer für eine Überraschung gut. Nun haben die Kreis-Verantwortlichen ihre Corona-Schutzmaßnahmen für den Bereich Sport verändert.

Schwerte

, 20.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ergänzung zur Allgemeinverfügung“ - hinter dieser etwas sperrigen Formulierung, die der Kreis Unna in seiner aktuellen Mitteilung gewählt hat, verbirgt sich inhaltlich eine überraschende Lockerung der Corona-Maßnahmen für einige Sportler. Aber nicht für alle.

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Demnach ist der Trainings- und Wettbewerbsbetrieb in Kontaktsportarten ab Dienstag (20. Oktober) wieder erlaubt. Anders sieht es für die Fußballer aus, für die es beim Stand der Dinge vom vergangenen Mittwoch (14. Oktober) bleibt: Der komplette Spiel- und Wettbewerbsbetrieb ist bis einschließlich kommendem Sonntag untersagt, und der Trainingsbetrieb ist gestattet, sofern dieser kontaktlos unter Einhaltung der Corona-Regeln stattfindet.

Birgit Kalle: „Die Infektionslage täglich im Blick“

Aber ist die Infektionsgefahr im Hallensport nicht größer als bei der Freiluftsportart Fußball? Die stellvertretende Pressesprecherin des Kreises Unna, Birgit Kalle, sagt: „Wir haben die Infektionslage täglich im Blick. Die Zahlen sagen aus: Die Zahl der tatsächlichen Corona-Fälle ist im Fußballbereich größer.“

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Dabei handele es sich laut der Erfahrungswerte nicht nur um Sportler, die sich im privaten Bereich angesteckt haben und das Virus in ihre Mannschaften hineintragen. „Wir müssen feststellen, dass es zunehmend Ansteckungen innerhalb der Mannschaften und Teams gibt“, erklärt Kalle. „Wir hoffen, dass diese Zahlen in den Herbstferien zurückgehen und unsere Maßnahmen Wirkung zeigen.“

Verwunderung auch bei der Stadt Schwerte

Derweil herrscht bei den Schwerter Hallensportlern ebenso Verwunderung wie bei Volker Eilts vom städtischen Sportamt, der die Kreis-Nachricht am Dienstag an die Vereine weiterleitete. „Immer wieder was Neues - ganz ehrlich: Ich verstehe es nicht mehr“, sagt Thorsten Gollnik, Sportlicher Leiter der HVE Villigst-Ergste.

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Für das Meisterschaftsspiel der Verbandsliga zwischen den HVE-Frauen und Westfalia Hörde muss Gollnik nun jedenfalls keinen neuen Termin suchen - die Partie kann wie geplant am Sonntag stattfinden, weil die erste Fassung des Kontaktsportverbots bis 25. Oktober ja nur noch für die Fußballer gilt.

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Für diesen Tag stand auch das reizvolle Lokalduell der Volleyball-Oberliga zwischen dem VV Schwerte und dem SC Hennen auf dem Spielplan. Nach der ersten Verfügung des Kreises war die Partie abgesetzt worden - um sie möglicherweise nun doch wieder am Sonntag stattfinden zu lassen.

VV Schwerte gegen SC Hennen am Sonntag?

Die VVS-Verantwortlichen haben am Dienstag beim Staffelleiter angefragt. Ob das Derby dann tatsächlich am Sonntag stattfinden wird, ist nach Aussage der Schwerter Trainerin Sabine Rott noch offen.

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Auch Rott kann die Vorgehensweise des Kreises Unna nur bedingt nachvollziehen.

„Zuerst wurden wir von Nicht-Kontaktsportlern zu einer Kontaktsportart, dann durften wir kontaktfrei mit Abstandsregeln trainieren und nun dürfen wir wieder komplett trainieren und spielen - das sind drei verschiedene Regelungen innerhalb von etwa anderthalb Wochen und zeigt, dass uns ganz schön viel Flexibilität abverlangt wird“, meint die Schwerter Trainerin.

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