Das Ende einer langen Reha-Zeit gut ein Jahr nach Olympia

rnBobsport

Die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang war für die Schwerter Zweierbob-Anschieberin Erline Nolte das Highlight ihrer bisherigen Karriere. Und was kam danach?

Schwerte

, 11.03.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erline Nolte ist ganz ehrlich. „Das Herzchen blutet“, gesteht die 29-jährige Schwerterin. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass Nolte als Anschieberin des Zweierbobs hinter Pilotin Anna Köhler für Deutschland bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gestartet ist. Keine einzige Bobfahrt hat sie seitdem mehr absolviert.

„Ich habe alle Rennen dieser Saison am Computer verfolgt“, erzählt Nolte. Auch vor gut einer Woche, als Mariama Jamanka, mit der Nolte „richtig gut befreundet“ ist, bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Whistler den Titel holte – für Jamanka nach der olympischen Goldmedaille der nächste internationale Triumph.

Der Körper spielte nicht mit

Wenn es halbwegs normal gelaufen wäre, wäre auch Nolte bei der WM in Kanada dabei gewesen. Aber normal lief es für die Schwerterin nach den Spielen in Südkorea nicht – der Körper der Olympionikin spielte nicht mehr mit. Im Juni vergangenen Jahres musste sich Nolte einer Zehen-Operation unterziehen – die Folge einer extremen Überbelastung.

Es folgte eine Reha-Zeit, die sich viel länger hinzog als Nolte sich das vorgestellt hatte. „Ich habe einfach zu früh wieder angefangen“, sagt sie rückblickend. Den Plan, spätestens im zweiten Teil der Saison 2018/19 wieder in den Bob zu steigen, musste Nolte ad acta legen.

Statt rasanter Fahrten im Schlitten ging es zunächst mal darum, sich wieder eine gewisse Grundlagenausdauer anzueignen – von den Trainingsinhalten her so ziemlich das genaue Gegenteil der schnellkräftigen Übungen, die das spezifische Bob-Training ausmachen. Aber auch die längste Reha geht irgendwann zu Ende. Für Erline Nolte war dies vor gut drei Wochen der Fall, zum Abschluss dieses beschwerlichen Wegs zurück gönnte sie sich einen Urlaub in der Sonne von Mauritius.

Muskelkater nach den ersten Bob-Einheiten

Seit Anfang des Monats ist Nolte zurück in heimischen Gefilden – endlich fit, sodass sie mittlerweile die ersten Bob-Trainingseinheiten hinter sich hat. „Jede Menge Muskelkater“ habe sie danach gehabt, erzählt Erline Nolte lachend. Aber natürlich fühle es sich gut an, endlich wieder ihrem Sport nachgehen zu können.

Zumal sich an ihren sportlichen Ambitionen trotz der langen Pause nichts geändert hat. Die Weltmeisterschaft im sächsischen Altenberg (17. Februar bis 1. März 2020) soll der Abschluss der Karriere sein, am liebsten gemeinsam mit ihrem Freund Christoph Hafer, der sich für die nächste Saison zum Ziel gesetzt hat, als Pilot fest im Weltcup dabei zu sein.

Erster Anschubtest im September

Der erste Anschubtest auf dem Weg zur WM steht für die Pilotinnen und Anschieberinnen des Nationalmannschaftskaders im September dieses Jahres auf dem Plan – Erline Nolte hat sich fest vorgenommen, dabei zu sein. Bis zu Olympia gehörte die Schwerterin fest zum Team der Dortmunder Pilotin Anna Köhler, „und ich gehe davon aus, dass das auch so bleibt“, sagt Nolte.

A propos Olympia – gut ein Jahr liegt Erline Noltes Karriere-Highlight zurück. „Total präsent“ sei Olympia noch, sagt sie. „Ich kriege jedes Mal Herzblubbern, wenn ich Videos von Pyeongchang sehe“. Dass es im olympischen Zweierbob-Rennen mit dem 13. Platz nicht ganz nach Wunsch gelaufen war, sei im Nachhinein eher zweitrangig, sagt Nolte. „Je länger Olympia zurückliegt, desto mehr freue ich mich, dass ich dabei sein durfte“, sagt sie.

Die olympischen Emotionen kann Erline Nolte niemand mehr nehmen, sie werden auch nach dem ihrem Karriereende in ihrer Erinnerung bleiben. Aber so weit ist es ja noch nicht.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt