Doppelt gemoppelt - beim VfB Westhofen spielen zwei Zwillingspaare

Sportlerporträt

Man hat sich in Westhofen an den zweiten Blick gewöhnt: Der ist spätestens seit Saisonbeginn 2012/13 auch nötig. Denn nun spielen zwei Zwillingspaare beim VfB - in jedem Fall ein Grund, doppelt hinzuschauen.

SCHWERTE

von Von Leon Weiß

, 06.09.2012, 19:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Zwilling kommt selten allein: Die Kumpels Tobias Malek, Tobias und Florian Meyer sowie Patrick Malek (v. li.) spielen seit diesem Jahr zusammen Fußball.

Ein Zwilling kommt selten allein: Die Kumpels Tobias Malek, Tobias und Florian Meyer sowie Patrick Malek (v. li.) spielen seit diesem Jahr zusammen Fußball.

 Florian und Tobias Meyer werden im Oktober 20 Jahre alt. Der Fußball begleitet sie ein Leben lang, der gemeinsame Werdegang trennte sie zu C-Jugend-Zeiten. Florian verschlug es damals nach Hombruch, Tobias wechselte zum VfL Schwerte. Zwei Wechsel, die dem Hause Meyer ein Highlight bescherte. Als der HSV und Schwerte in der Sonderklasse gegeneinander antraten, trafen die beiden Zwillinge das erste Mal als Gegner aufeinander. Die Schwerter wussten allerdings nichts von einem Zwillingsbruder. Als dann Florian als vermeintlicher Tobias im Hombruch-Trikot vor den Blau-Weißen stand, verschlug es ihnen die Sprache. "Die dachten, ich hätte kurzzeitig die Seiten gewechselt", erzählt Tobias Meyer.Auch außerhalb des Platzes bietet ein Leben als Zwilling reichlich Platz für Anekdoten. "Ab und zu", erinnert sich Tobias, "ist Florian für mich in den Unterricht gegangen. Dem Lehrer ist es nie aufgefallen." In der Schule gingen die beiden Dortmunder nach der zehnten Klasse getrennte Wege. Während Tobias anschließend das Leibnizgymnasium besuchte, drückte Florian am Schwerter Ruhrtalgymnasium die Schulbank. Dort traf er auf Tobias und Patrick Malek. Nach zwölf Jahren am Schützenhof wechselten die 19-Jährigen in diesem Sommer nach Westhofen und "sind absolut zufrieden hier". In die Quere kamen sich die beiden nie. Denn so ähnlich sie sich äußerlich auch gleichen, sind die Spielanlagen wenig identisch. "Ich bin Linksfuß, er schießt mit rechts", sagt Patrick. So bekamen sie den Spitznamen "Maleksche Flügelzange" aufgedrückt. Auch privat gibt es Unterschiede bei den Maleks. "Tobias ist der Chaotischere", meint Patrick. Prompt mischt sich Tobias Meyer ein: "Das stimmt. Du musst doch auch noch ziemlich viel in die Mannschaftskasse nachzahlen."

 Über die Nachteile des Zwillingslebens sind sich alle einig. "Es nervt, als eine Person gesehen zu werden", erzählt Florian Meyer. Und Patrick betont: "Manchmal hat man das Gefühl, nicht als zwei Personen betrachtet zu werden." Einen Wunsch haben alle gemeinsam. Mit den Jahren ist bei den jungen Fußballern eine Freundschaft gewachsen. So wäre es umso schöner für sie, zusammen in der Startelf zu stehen. Bisher gelang dies in allen drei Saisonspielen nur Tobias Meyer. "Es würde der Mannschaft nicht schaden", meint Florian Meyer mit einem Augenzwinkern.

Und Trainer Michael Kalwa? Der sieht es nicht als unwahrscheinlich an, dass schon bald die Namen Meyer und Malek zweimal im Spielberichtsbogen auftauchen werden. "Erst einmal müssen alle natürlich fit werden. Die Qualität, unter die ersten Elf zu kommen, haben sie allemal. Das kann noch in dieser Saison sein", meint Kalwa, der selbst einen Zwillingsbruder hat. Er ist begeistert von seinen vier Schützlingen. "Das sind charakterlich einwandfreie und sehr umgängliche Typen - einfach klasse", findet der VfB-Coach. Zwillinge kommen eben gut an.

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