Drei Bezirksligisten, die eine Gemeinsamkeit haben: null Punkte

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Nach dem Erfolg des VfL Schwerte am Samstag waren tags darauf die Bezirksligisten Geisecker SV, ETuS/DJK Schwerte und SC Hennen an der Reihe. Gepunktet hat von diesem Trio aber niemand.

Schwerte

, 13.09.2020, 21:19 Uhr / Lesedauer: 4 min

Geisecker SV - Königsborner SV 1:7 (0:2)

Der Geisecker Trainer Thomas Wotzlawski fand nach dem 1:7-Heimdebakel seiner Mannschaft gegen Königsborn deutliche Worte: „Für die Leistung müssen wir uns schämen. Das hat mit Bezirksliga-Fußball überhaupt nichts zu tun. Wir müssen uns nun ganz schnell schütteln, um das Ding aus den Köpfen zu kriegen.“

Damit traf der Trainer den Nagel auf den Kopf, denn die Königsborner waren den „Kleeblättern“ immer einen Schritt voraus und von Beginn an hellwach.

Vor dem ersten Gegentreffer hätte es schon gut und gerne dreimal im Kasten Aushilfskeeper Torben Trapp einschlagen können. Wenn ein Torwart trotz sieben Gegentoren noch mit Abstand der Beste aus den eigenen Reihen ist, sagt das schon sehr viel aus. Trapp allein war es zu verdanken, dass es am diesen Nachmittag nicht noch zweistellig wurde.

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Franz Beckenbauer hätte beim Geisecker Bewegungsradius mal wieder von der „Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft“ gesprochen. Mehrfach machte bei den sichtlich enttäuschten Geisecker Anhängern auch der Begriff der Arbeitsverweigerung die Runde.

Eins scheint sich aber auch nach nur zwei Spieltagen zu bewahrheiten: Die „Wohlfühl-Oase Bezirksliga 6“ gibt es nicht, in der Parallelstaffel weht ein anderer Wind.

Der Gastgeber fand fast zu keiner Zeit der Partie statt und rannte dem Gegner fast nur hinterher. So auch beim 0:1, als Junior Mushaba im Rücken der Geisecker Abwehr entwischte und Trapp keine Abwehrchance ließ (17.).

Es war der Anfang vom Ende, denn das Team des ehemaligen VfL-Schwerte-Coaches Andi Feiler ließ fast nie einen Zweifel daran aufkommen, wer die drei Punkte vom Buschkampweg mit auf die Heimreise nimmt.

Nur einmal wurde es für den Gast eng, als Tommaso Loto kurz nach der Pause den Ball über das Tor drosch. Da stand es aus Sicht der Geisecker erst 0:2.

Königsborn kombinierte sich danach immer wieder bis zur Grundlinie. Ein Mittel, gegen das an diesem Sonntag einfach kein Kraut gewachsen war – es war ein Klassenunterschied.

Für Florian Kliegel (li.) und den Geisecker SV gab es gegen den Königsborner SV am Sonntag nichts zu holen.

Für Florian Kliegel (li.) und den Geisecker SV gab es gegen den Königsborner SV am Sonntag nichts zu holen. © Bernd Paulitschke

Geisecke: Torben Trapp, Julian Boethin, Luis Pothmann, Patrick Pietrzinksi, Marius Manecki (46. Kevin Reinke), Marc Schipper (62. Mathis Leuer), Linus Scheen (70. Cangün Akgün), Patrick Filla, Florian Ruß, Tommaso Loto (62. Tom Wotzlawski), Florian Kliegel.

Tore: 0:1 (17.), 0:2 (40.), 0:3 (55.), 0:4 (60.), 0:5 (71.), 0:6 (79.), 0:7 (87.), 1:7 Reinke (90. +1).

DJK TuS Körne - ETuS/DJK Schwerte 1:0 (0:0)

Die Schwerter mussten sich der DJK TuS Körne mit 0:1 geschlagen geben – eine Niederlage, nach der Trainer André Haberschuss feststellte: „Das war ein Spiel, das du ganz sicher nicht verlieren musst.“

Damit lag der Coach der „Östlichen“ nicht falsch. Doch binnen drei Minuten brachte sich sein Team in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit auf die Verliererstraße. In der 48. Minute ließen sich die Gäste nach einem eigenen Freistoß auskontern.

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Kurz danach checkte der indisponierte Ismail Ayar einen Körner Gegenspieler zu Boden, als der Ball ganz woanders war – eine sinnlose Aktion, die zurecht mit „Rot“ bestraft wurde.

So musste das Haberschuss-Team in Unterzahl dem Rückstand hinterherlaufen – ein schwieriges Unterfangen, das letztlich auch nicht von Erfolg gekrönt war. Am Kampfgeist fehlte es zwar nicht, doch mehr als ein paar Halbchancen sprang bei den Schwerter Offensivbemühungen nicht heraus.

Weil die Gastgeber bei einigen Konterchancen schluderten und sich zudem der junge ETuS/DJK-Torwart Dennis Huber-Marzolla mehrfach auszeichnen konnte, blieb es bis zum Ende spannend. Zählbares sprang für die „Östlichen“ aber nicht mehr heraus.

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Das hätte möglicherweise anders ausgesehen, wenn sie in Führung gegangen wären. Die Chance dazu war im Verlaufe der ersten Halbzeit mehrfach gegeben. Doch Serkan Arslans Freistoß landete am Pfosten (4.), und kurz vor der Pause verzogen nochmal Arslan und Nouri Bah in vielversprechender Schussposition, sodass es torlos in die Kabinen ging.

Und zu Beginn der zweiten Hälfte nahm das Unheil aus Schwerter Sicht dann schnell seinen Lauf.

Schwerte: Dennis Huber-Marzolla, Yücel Balta (80. Ergün Yildirim), Yannik Körner, Mijo Martinovic (56. Milos Bratic), Jasmin Smajlovic, Nouri Bah, Kevin Loke, Marcel Neumann (66. Kadir Yilmaz), Ismail Ayar, Kevin Kinach, Serkan Arslan (62. Tobias Felgner).

Tor: 1:0 (48.).

Rot: Ayar (51., Tätlichkeit).

SC Hennen - FC Wetter 3:4 (1:2)

Der SC Hennen hat seine Heimpremiere am Sonntag gegen den FC Wetter verpatzt und steht nach einer 3:4-Niederlage nach zwei Saisonspielen noch ohne Punktgewinn da.

Dabei hatte das Spiel für die „Zebras“ eigentlich gut begonnen. Mohamed Ahraou brachte Hennen nach einer guten Viertelstunde mit einem Schuss ins lange Eck in Führung. Die Elf von Trainer Holger Stemmann hatte die Partie auch weitgehend im Griff, als sich innerhalb von vier Minuten alles drehte.

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Nach einer Ecke konnte Hennen den Ball nicht klären. Dieser landete direkt vor den Füßen von Erhan Duran, der den Ausgleich erzielte. Wenig später war Kasim Osmic auf der linken Seite frei und ließ Torwart Jonas Krause keine Chance.

War der Rückstand zur Halbzeit schon aus Hennener Sicht sehr ärgerlich, setzte die 52. Minute dem Ganzen noch die Krone auf. Kevin Rudzinski ließ sich auf der linken Seite überlaufen und die Flanke fand Justin Tyler völlig ungedeckt im Strafraum. Der hatte keine Mühe, zum 3:1 einzuschießen.

Lange hatte Hennen an dem Rückstand zu knabbern. Dann setzte sich Boulakhrif über rechts durch und legte für Ahraou ab. Dieser erzielte seinen zweiten Treffer und Hoffnung keimte auf.

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Ein Punktgewinn war für die „Zebras“ durchaus noch möglich. Aber der Ausgleich wollte nicht gelingen. In der 88. Minute führte ein Konter zum 4:2 für Wetter, als Ibrahem einschoss – erneut ungedeckt nach Flanke von der linken Seite.

Zwar konnte Vincent Kemper fast im Gegenzug einen Freistoß am zweiten Pfosten zum 3:4 einköpfen, doch Luca Bühren scheiterte in der Nachspielzeit aus kurzer Entfernung am Torwart.

Hennen: Jonas Krause, Joshua Quardt (80. Luca Bühren), Nils Cala, Michael Weigelt, Noah Culduz (34. Moritz Hupach), Tayfun Öztürk, Hassan Boulakhrif, Kevin Rudzinski, Mohamed Ahraou (70. Dominik Essmann), Marcel Rudzinski (59. Niclas Palmer), Vincent Kemper.

Tore: 1:0 Ahraou (17.), 1:1 (32.), 1:2 (35.), 1:3 (52.), 2:3 Ahraou (69.), 2:4 (88.), 3:4 Kemper (90.).

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