Ehemaliger Bundesligaspieler ist gierig auf eine Kiste Bier in der A-Liga

rnFußball-Kreisliga A

Er trifft und trifft und trifft - kein Wunder, hat der 26-Jährige doch in der B-Jugend für Wattenscheid 09 in der Bundesliga gekickt. Nun geht es ihm um eine Kiste Bier in der Kreisliga.

Holzen

, 05.10.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Spieler mit Bundesliga-Erfahrung in der Kreisliga A zu kicken, ist beileibe nicht alltäglich. Ein heimischer Klub hat jedoch dieses Glück und profitiert von der Klasse des 26-Jährigen..

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Mit A-Juniorentrainer Phillip Stricker hat der Florian Kaiser, Torjäger des Fußball-A-Ligisten TuS Holzen-Sommerberg, vor der Saison gewettet, dass er mindestens 25 Saisontore schießt.

Gerade fünf der 32 Spieltage sind in der Spielzeit 2020/21 absolviert, und nach seinem Viererpack beim 9:3-Erfolg der Holzener am Sonntag in Schüren hat Florian Kaiser nun schon elf Saisontore auf seinem Konto. Dass er damit die Torjägerliste der A-Liga anführt, versteht sich fast von selbst.

Als D-Jugendlicher beim VfL Schwerte

Bei der Erklärung für seine Top-Quote bleibt Kaiser bescheiden. „Es ist auch ein bisschen Glück dabei. Und dann muss man sagen, dass ich auch richtig gute Mitspieler habe, die für mich auflegen.

Oft muss ich nur noch den Fuß hinhalten“, berichtet der 26-Jährige und ergänzt: „Man muss auch sagen, dass es einige Mannschaften in der Liga gibt, die in der Abwehr nicht ganz so sicher stehen.“

Zudem kommt dem Holzener Kapitän zugute, „dass man ein bisschen cooler vor dem Tor ist, wenn man schon mal höher gespielt hat.“ Das war bei Kaiser schon in der Jugend der Fall.

Begonnen mit dem Fußball hat er in Hombruch, in der D-Jugend spielte er zwei Jahre für den VfL Schwerte, ehe es zurück nach Hombruch und dann zur SG Wattenscheid 09 ging.

Florian Kaiser, Kapitän des TuS Holzen-Sommerberg, führt nach fünf Spieltagen die Torschützenliste der Dortmunder Kreisliga A1 an.

Florian Kaiser, Kapitän des TuS Holzen-Sommerberg, führt nach fünf Spieltagen die Torschützenliste der Dortmunder Kreisliga A1 an. © Bernd Paulitschke

B-Jugend-Bundesliga bei Wattenscheid 09

Für die Wattenscheider spielte Kaiser in der B-Jugend-Bundesliga – damals allerdings noch nicht als Stürmer. „Damals war ich noch Manndecker.

Weil ich nicht der Allergrößte bin, habe ich aber gemerkt, dass es schwierig wird, ganz nach oben zu kommen. Als A-Jugendlicher schrammte er mit dem Westfalenligisten TSC Eintracht Dortmund knapp am Bundesliga-Aufstieg vorbei, ehe es ihn im Seniorenbereich zum Kirchhörder SC in die Westfalenliga zog.

Dann aber war erstmal Schluss mit Fußball, als es zum Studieren ins Ausland ging.

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Zurück im Lande, kam es im Fitnesstudio zu einer Begegnung, die Kaiser nach Holzen brachte: „Gogo Tatsis, den ich aus Kirchhörder Zeiten kann, hatte gerade in Holzen als Trainer zugesagt und hat mich gefragt, ob ich nicht auch Lust hätte. Erst habe ich etwas gezögert, aber dann hab‘ ich mir gedacht: Ganz ohne Fußball ist auch blöd.“

Beim TuS Holzen-Sommerberg fühlt er sich pudelwohl

Und mittlerweile fühlt er sich pudelwohl in Holzen, wo er nun schon in die fünfte Saison geht – als einer der Routiniers in einer ansonsten blutjungen Truppe. Selbst Trainer Arne Werner ist jünger als sein Kapitän, der aber großen Gefallen an der Rolle findet, die „jungen Wilden“ zu führen.

Und was ist noch möglich für den TuS in dieser Saison? „Eigentlich hätte ich gesagt, alles ist möglich. Aber jetzt haben wir leider schon zwei blöde Spiele verloren. Zum großen Wurf wird es deshalb wohl leider nicht reichen, aber unter den ersten Fünf sehe ich uns schon“, meint Kaiser.

Mit seinen Toren will er seinen Teil dazu beitragen. Wenn es halbwegs normal läuft, werden es am Ende der Saison mehr als 25 sein – und eine Kiste Bier für Florian Kaiser.

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