Ein einziges Tor entscheidet das Derby und zwei andere heimische Teams spielen „zu Null“

Fußball-Bezirksliga

Tiefes Durchatmen beim VfL Schwerte, Tristesse beim Nachbarn ETuS/DJK und zwei Heimsiege für den SC Hennen und den SC Berchum/Garenfeld - das war der fünfte Spieltag der Bezirksliga-Saison.

Schwerte

, 08.09.2019, 21:18 Uhr / Lesedauer: 4 min
Ein einziges Tor entscheidet das Derby und zwei andere heimische Teams spielen „zu Null“

Freude beim VfL Schwerte nach dem 1:0-Derbysieg gegen den ETuS/DJK.: © Manuela Schwerte

VfL Schwerte - ETuS/DJK Schwerte 1:0 (1:0)

Ein Tor von Luca Vöckel nach einer knappen halben Stunde entschied das Derby vor etwa 350 Zuschauern zu Gunsten der Blau-Weißen. Vöckel stand nach einer Ecke von Kai Hintzke, die ETuS/DJK-Keeper Dominik Pfannenschmidt durch die Hände gleiten ließ, am richtigen Fleck und vollendete per Direktschuss zur 1:0-Führung.

Es sollte der einzige Treffer bleiben, denn obwohl die „Östlichen“ im zweiten Spielabschnitt mehr vom Spiel hatten, konnten sie sich gegen den engagiert verteidigenden VfL kaum Chancen herausspielen. Zudem schwächten sich die Gäste mitten in ihrer Schlussoffensive mit zwei Platzverweisen selbst: Nach einer Aktion, die schon abgepfiffen war, attackierte Kadir Yilmaz den am Boden liegenden Gianlucca Zocco. Nach der folgenden Rudelbildung ließ sich Schiedsrichter Szkudlarski (Iserlohn) viel Zeit, beriet sich mit seinem Assistenten Jelis – der VfL Schwerte hatte für das Derby ein Gespann angefordert – und entschied auf Rot gegen Yildiz wegen „versuchter Tätlichkeit“ und Gelb-Rot gegen Filipe Ferreira, der zuvor gefoult hatte.

Selbst in doppelter Überzahl musste der VfL bis zum Schluss um den Sieg zittern. Erst als Torwart David Graudejus bei seinem Debüt im VfL-Trikot in der vierten Minute der Nachspielzeit einen Freistoß aus dem Halbfeld pflückte, war’s vollbracht. Da war es den Blau-Weißen dann auch herzlich egal, dass Zocco noch eine dicke Konterchance ungenutzt ließ – so wie es eine Viertelstunde vorher auch Amir Khan getan hatte, der in allerbester Schussposition freistehend aus sechs Metern drüber schoss.

Die bessere Halbzeit der Blau-Weißen war die erste – auch wenn sich die Torchancen an den Fingern einer Hand abzählen lassen. Yannis Schwarze hatte kurz vor der Halbzeit das 2:0 auf dem Kopf, als er im Anschluss an eine Ecke vor Pfannenschmidt am Ball war, der dann aber knapp vorbei ging.

Der ETuS/DJK dagegen kam nach seltsam verhaltener erster Hälfte nach Wiederanpfiff besser ins Spiel. So richtig durchschlagskräftig war die Elf von Trainer André Haberschuss aber nicht. Wohl auch deshalb zog der Coach seinen Joker und brachte Dennis „Fluppe“ Frohn (70.). Die Wende aber brachte aber auch seine Einwechslung nicht mehr.

Stattdessen blieb es bis zum Schluss beim 1:0 – ein einziges Tor hatte das Derby entschieden, nach dem der VfL Schwerte auf den neunten Platz vorrückte und der ETuS/DJK auf Rang zwölf verbleibt.

VfL: David Graudejus, Luca Vöckel, David Sprungk, Robin Heuft, Yannis Schwarze (65. Lennard Smits), Kai Hintzke, Tim Birnkraut, Sebastian Kozlowski, Amir Khan (80. Gianluca Zocco), Nicolas Ortiz, Sofoklis Ioannidis.

ETuS/DJK: Dominik Pfannenschmidt, Yücel Balta (46. Rodi Mohammad), Yannik Körner, Mijo Martinovic (46. Filipe Ferreira), Jasmin Smajlovic, Kevin Loke, Marcel Neumann (58. Oguzhan Cona), Harun Sentürk (70. Dennis Frohn), Kevin Kinach, Dennis Cela, Kadir Yilmaz.

Tor: 1:0 Vöckel (28.).

Rot: Yildiz (84., versuchte Tätlichkeit).

Gelb-Rot: Ferreira (84., Foulspiel).

SC Hennen - Blau-Weiß Voerde 3:0 (2:0)

Der SC Hennen bleibt zuhause eine Macht: Auch das dritte Heimspiel gewannen die „Zebras“, und es war das dritte ohne Gegentor. Das Team von Trainer Holger Stemmann zeigte gegen Tabellenführer Voerde eine tadellose Leistung und ging am Ende verdient mit 3:0 als Sieger vom Platz.

Basis für den „Dreier“ war ein Blitzstart, denn nach gerade einmal fünf Minuten stand es schon 2:0. Erst 30 Sekunden waren rum, als sich Hassan Boulakhrif zum ersten Mal über rechts auf die Reise machte. Seine Flanke verpassten zunächst Freund und Feind in der Mitte, ehe Pascal Lison am langen Pfosten eindrückte. Und die Szene wiederholte sich: Wieder war Flügelflitzer Boulakhrif nicht zu bremsen, und wieder war Lison zur Stelle. 2:0, das nennt man wohl einen Auftakt nach Maß (5.).

Für den ehemaligen A-Jugendlichen Lison war es der erste Einsatz in diesem Jahr von Anfang an. Gleiches traf auch auf Torhüter Stefan Drews zu, der nach mehr als eineinhalb Jahren wieder zwischen Hennens Pfosten stand. Lison erwischte es aber nach 20 Minuten am Knie. Er musste runter – für ihn kam Marcel Kordt, der dann auch den dritten Treffer durch den ebenfalls eingewechselten Julian Wanzke in der fünfminütigen Nachspielzeit auflegte. Dazu kam es unter anderem, weil sich ein sichtlich alkoholisierter „Gästefan“ auf der Tribüne verbale Entgleisungen leistete und Schiedsrichter Malke aus Dortmund die Partie daraufhin erst einmal nicht fortsetzte.

Es muss wohl an den orangen Trikots gelegen haben: Voerde hatte – wie die Niederländer am Freitag – zunächst gefühlte 80% Ballbesitz, kombinierte sich auch gut durchs Mittelfeld, nur vorne fehlte es an der Durchschlagskraft. Und als es mal brenzlig wurde, retteten Drews und Quardt im Verbund (4.).

Hennen: Stefan Drews, Haris Elezovic, Joshua Quardt, Brian Osei Prince, Jan-Hendrik Bergmann (71. Marlon Struck), Michael Weigelt (90.+1 Julian Wanzke), Nils Krawczyk, Hassan Boulakhrif, Pascal Lison (21. Marcel Kordt), Dominik Essmann (87. Luca Bühren), Marcel Rudzinski.

Tore: 1:0, 2:0 beide Lison (1., 5.), 3:0 Wanzke (90.+2).

SC Berchum/Garenfeld - FC Wetter 2:0 (1:0)

Zwei unterschiedliche Halbzeiten sahen die Zuschauer im Garenfelder Waldstadion. Konnte der sieglose FC Wetter beim SC Berchum/Garenfeld die ersten 45 Minuten noch offen gestalten, war die zweite Hälfte eine eindeutige Sache.

Bereits nach sechs Minuten lief alles nach Wunsch von SC-Trainer Fabian Kampmann. Tim Böckenförde flankte präzise auf Patrick David Pietrzinski, der den Ball direkt ins Tor beförderte – 1:0 (6.). Anschließend kontrollierten die Gastgeber die Partie, doch Torchancen waren Mangelware.

Und in der 26. Minute lenkte Keeper Dominik Hollmann einen Ball ans Aluminium und bewahrte sein Team vor dem Ausgleich. Wetter konnte die Partie ausgeglichen gestalten, doch Hollmann musste nicht erneut eingreifen. Der Sportclub kam aber auch nicht mehr entscheidend vor das Tor. Es ging mit der knappen Führung in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit bot sich zunächst das gleiche Bild. Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld. Ein Missverständnis in der Gäste-Abwehr sorgte dann für das 2:0. Torjäger Nicolas Külpmann war in der 56. Minute hellwach und traf zur beruhigenden Führung.

Von diesem Zeitpunkt an bauten die Wetteraner ab und leisteten kaum noch Gegenwehr. Der Sportclub erspielte sich eine Chance nach der anderen. Aber diesmal ließen die Berchum/Garenfelder diese Chancen ungenutzt.

Immer war Gästekeeper Jamie Lee Amstutz, Bruder vom Sportclub-Spieler Justin Amstutz, zur Stelle. Zunächst scheiterte Pietrzinski knapp, dann vergaben Külpmann und Neynaber mehrfach aus bester Position. Und war Amstutz mal geschlagen, stand ihm zweimal das Aluminium zur Seite. Hollmann dagegen auf der anderen Seite verlebte eine ruhige zweite Halbzeit.

Berchum/Garenfeld: Dominik Hollmann, Luca Becker (84. Leander Koeser), Nicolas Külpmann, Tim Böckenförde, Daniel Wanderer, Christian Deuerling, Daniel Huber, Patrick David Pietrzinski (61. Rafael Agacinski), Manuel Pais, Tobias Neynaber (90. Luca Roszak), Jerome Nickel,

Tore: 1:0 Pietrzinski (6.), 2:0 Külpmann (56.).

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