Ein Torjäger der Extraklasse hat die Schwerter Fußballbühne verlassen

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Sein Name stand 15 Jahre lang für Tore: Mit Dennis „Fluppe“ Frohn (34) ist eine der schillerndsten Figuren der vergangenen Jahre nicht mehr in der heimischen Kickerszene aktiv.

Schwerte

, 28.07.2020, 20:21 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei den Sportfreunden Haspe, wo er in der Saison 2018/19 gemeinsam mit seinem Kumpel Björn Hertelt schon mal ein Intermezzo gegeben hat, will Frohn seine Karriere ausklingen lassen – eine Karriere, in der er zu Beginn für den VfB Westhofen, zwischendurch mal für den Geisecker SV, hauptsächlich aber für den ETuS/DJK Schwerte seine Tore geschossen hat.

Die erste Duftmarke in Welper

Seine erste Duftmarke in der heimischen Kickerszene setzte Frohn im Juni 2005. „Das Wunder von Welper“ ist beim VfB Westhofen ein geflügeltes Wort. Gemeint ist die Partie des damaligen Bezirksligisten am letzten Spieltag.

Im strömenden Regen musste der damals von Wolfgang Menzel trainierte VfB bei der SG Welper unbedingt gewinnen, um den Abstieg noch zu verhindern. Die Westhofener gewannen mit 1:0. Torschütze in der 14. Minute: Der damals aus der A-Jugend hochgezogene Dennis Frohn, der sich an das Siegtor zurückerinnert: „Ein Lupfer über den Torwart, der ungefähr vier Meter groß war.“

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Karten wegen Meckerns und ein Fairplay-Preis

Trotz des Klassenerhalts verließ Frohn den VfB und folgte seinem Bruder Fabian zum ETuS/DJK Schwerte – der Verein, bei dem er heimisch wurde. „Den ETuS liebt man oder man hasst ihn“, sagt Frohn. Genauso wie auch Frohn selbst polarisiert. Mit seiner „großen Klappe“ handelte er sich manch eine Karte wegen Meckerns ein, auf der anderen Seite gibt es aber auch den Dennis Frohn, der 2015 einen Fairplay-Preis des westfälischen Fußballverbandes erhielt, weil er im Derby gegen den VfB Westhofen nach einer vermeintlichen Roten Karte gegen seinen Gegenspieler Alexander Hueck den Schiedsrichter davon überzeugte, die Karte zurückzunehmen.

Dennis Frohn (2.v.re.) mit den Mitspielern Björn Hertelt (li.) und Giuseppe Farruggio (re.) mit Trainer Marco Barucha nach dem Aufstieg des ETuS/DJK Schwerte 2006.

Dennis Frohn (2.v.re.) mit den Mitspielern Björn Hertelt (li.) und Giuseppe Farruggio (re.) mit Trainer Marco Barucha nach dem Aufstieg des ETuS/DJK Schwerte 2006. © Oskar Neubauer

45 Tore zum Aufstieg des ETuS/DJK

In sportlicher Hinsicht hatte sich Frohn zu diesem Zeitpunkt längst zu einem Topstürmer entwickelt. Gleich in seiner ersten Saison für die „Östlichen“ erzielte Frohn satte 45 Tore und hatte damit wesentlichen Anteil am Aufstieg der „Östlichen“ in die Bezirksliga unter Trainer Marco Barucha.

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Logisch, dass auch andere Vereine auf Frohn aufmerksam wurden. Für den Landesligisten Hombruch war Frohn 2008 mal aktiv, „aber nur ein paar Wochen.“ Der Wohlfühlfaktor zog ihn immer wieder nach Schwerte-Ost zurück, auch nach anderthalb Jahren beim Geisecker SV – für die „Kleeblätter“ spielte Frohn von 2009 bis zur Winterpause der Saison 2010/11.

Fallrückzieher gegen den Erzrivalen

Die Hallenstadtmeisterschaft 2011 war dann wieder der erste Auftritt für den ETuS/DJK – und was für einer: An seinen spektakulären Fallrückzieher gegen den Erzrivalen VfL Schwerte zum 4:3-Siegtor und den damit verbundenen Halbfinaleinzug erinnert sich der Vollblutstürmer nur allzu gerne.

Dennis Frohn in Jubelpose. Hier traf er im Mai 2015 im Trikot des ETuS/DJK Schwerte gegen seinen Ex-Verein VfB Westhofen.

Dennis Frohn in Jubelpose. Hier traf er im Mai 2015 im Trikot des ETuS/DJK Schwerte gegen seinen Ex-Verein VfB Westhofen. © Bernd Paulitschke

Genauso gerne wie an den Sommer 2012. Mit dem Schwung des Gewinns der Stadtmeisterschaft ging es für den ETuS/DJK zum Start in die Bezirksligasaison gegen den VfL – ein heißes Derby im wahrsten Sinne des Wortes, bei dem Frohn aber zunächst draußen blieb.

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„Ich hatte eine Zerrung, bin dann aber doch reingekommen und habe das Tor zum 1:1 gemacht. Die Verletzung ist wieder aufgebrochen. Aber Ronny (Kosina, A.d.R.) hat mich getaped – und dann kam die letzte Minute“, erzählt Frohn lebhaft. Elfmeter in der Nachspielzeit – ein Fall für den Torjäger, der zum 2:1 verwandelte und den Siegtreffer anschließend mit nacktem Oberkörper bejubelte.

13 Tore bis zum Saisonabbruch

Auch in den Jahren danach war Frohn als Torgarant eine feste Größe bei den „Östlichen – bis 2018. Da schien die Bezirksliga-Karriere eigentlich schon beendet, beim neugegründeten Klub in Hagen-Haspe wollte er noch ein bisschen zum Spaß kicken. Doch es folgte noch ein weiteres Comeback für die Ost-Schwerter. Der Fitteste war Frohn nicht mehr, doch zu immerhin 13 Toren reichte es in der zurückliegenden Spielzeit bis zum Corona-bedingten Saisonabbruch aber doch noch.

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Aber damit sollte es das nun gewesen sein mit Bezirksliga-Fußball. „Früher hab‘ ich auch von meiner Schnelligkeit gelebt. Aber heute überholen dich die 20-Jährigen im Training locker – dann macht es auch keinen Spaß mehr“, sagt Frohn.

„Werde mich beim ETuS blicken lassen“

Also geht es mit Kumpel Hertelt nochmal zu den Sportfreunden nach Haspe, die allerdings nach zwei Aufstiegen in Folge in der nächsten Saison um A-Liga-Punkte spielen. „So hoch wollte ich eigentlich gar nicht mehr spielen. Aber vielleicht ist es ja doch nochmal die Chance, sich für einen großen Vertrag zu empfehlen“, sagt Frohn in seiner typisch locker-flockigen Art.

Ganz sicher wird man ihm aber auch weiterhin im EWG-Sportpark begegnen. „Natürlich werde mich da weiterhin blicken lassen, allein schon wegen TuS“, sagt Dennis Frohn in Anspielung auf den Vereinswirt in Schwerte-Ost – Fußball war für Dennis Frohn immer mehr als nur das Toreschießen.

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