Ein Trainer, drei Mannschaften: Mischa Quass übernimmt nun auch noch die Damen der HSG

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Zwei Trainerjobs bei der HSG Schwerte/Westhofen hatte Mischa Quass ohnehin schon. Jetzt kommt noch ein dritter hinzu, nachdem sich die HSG von Damentrainer Dirk Hille getrennt hat.

Schwerte

, 23.06.2019, 19:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Mischa Quass (38) von einer „ordentlichen Herausforderung“ spricht, vor der er vor der Handballsaison 2019/20 steht, ist das fast schon untertrieben. Denn neben seinen ohnehin schon ziemlich zeitintensiven Jobs als Trainer der ersten Herrenmannschaft (Landesliga) und der weiblichen A-Jugend (Oberliga) hat Quass nun auch noch das Traineramt der Verbandsliga-Damen bei der HSG übernommen.

Damit tritt Quass die Nachfolge von Dirk Hille an, den die Schwerter Verantwortlichen im November vergangenen Jahres als Nachfolger von Peter Hengstenberg verpflichtet hatten und der mit dem Klassenerhalt seine sportliche Mission in der abgelaufenen Saison eigentlich erfüllt hatte. „Wir waren eigentlich auch überein gekommen, mit Dirk Hille in die nächste Saison zu gehen“, sagt Rolf Linnemann, Sportlicher Leiter der HSG.

Auch Co-Trainer Alexander Nickolay geht von Bord

Warum es nun nicht so kommt, erklärt Linnemann so: „Es ist uns nicht gelungen, externe neue Spielerinnen für die nächste Saison zu gewinnen, sodass wir darauf angewiesen sind, A-Jugendliche in die erste Mannschaft zu integrieren. Nach einer Abwägung des Für und Wider haben Dirk Hille und auch Co-Trainer Alexander Nickolay dann ihr Amt zur Verfügung gestellt.“

Nun war Linnemanns Überredungskunst gefragt, denn geplant habe er den Einstieg als Damentrainer ganz sicher nicht, versichert Quass. „Aber die Lösung mit Mischa bot sich förmlich an“, meint Linnemann vor dem Hintergrund, dass Quass die meisten Spielerinnen gut kennt - die aktuellen A-Jugendlichen sowieso. Und ein Großteil der Spielerinnen waren auch schon dabei, als Quass schon einmal auf der Bank der Schwerter Damen saß. Vor gut zwei Jahren hatte er das Zepter an Peter Hengstenberg übergeben.

Unterstützung durch Decker und Paukstadt

Nun also kehrt er als Damentrainer zurück und steht vor der anspruchsvollen Aufgabe, drei Trainerjobs unter einen Hut zu kriegen. Dabei seien die Trainingseinheiten in der Woche noch das kleinere Problem, meint Quass. Für den Trainingsbetrieb des Herrenteams habe er sich schon in der vergangenen Saison auf die tatkräftige Unterstützung seiner beiden spielenden Co-Trainer, Tim Decker und Nico Paukstadt, verlassen können.

Schwierig könnte es dagegen am Wochenende werden - es drohen Überschneidungen bei den Spielterminen der drei Mannschaften. „Ein bisschen Panik“ habe er schon, wenn er an den Tag denke, an dem die Spielpläne veröffentlicht werden, gesteht Rolf Linnemann. „Wenn nötig, werden wir versuchen, Terminkollisionen durch möglichst viele Spielverlegungen zu vermeiden.“

„Auf Dauer funktioniert diese Konstellation natürlich nicht“

Trösten kann sich der Sportliche Leiter der HSG damit, dass er diese organisatorische Herausforderung wohl für eine Saison bewältigen muss. „Auf Dauer funktioniert diese Konstellation natürlich nicht. Aber für diese Saison haben wir uns dafür entschieden, es so zu tun“, so Quass.

Die Saisonvorbereitung hat er übrigens mit beiden Mannschaften schon in Form eines lockeren Aufgalopps begonnen. Allerdings wird der Vollbluttrainer in seinem Tatendrang schon ab der nächsten Woche gebremst. Denn nach dem Jugend-Sommerrundenfinale am kommenden Wochenende, auf das sich die HSG als Gastgeber freut, wird die Sporthalle des Friedrich-Bährens-Gymnasiums wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten acht Wochen lang geschlossen - alles andere als optimale Rahmenbedigungen, um sich auf die Spielzeit 2019/20 vorzubereiten.

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