Ein trockener Job für ein neues Führungs-Duo - bis die Kugel wieder rollt

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Der neue Job für zwei junge Schwerter, die sich im Jugendfußball engagieren, beginnt kernaufgabenlos. Denn das, was ihre neue Funktion in erster Linie ausmacht, fällt in diesem Winter aus.

Schwerte

, 08.11.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

An der Spitze der Fachgruppe Jugendfußball im Stadtsportverband hat sich ein Wechsel vollzogen. Jutta Krüger und Anja Ditz haben den Vorsitz auf der jüngsten Fachgruppensitzung abgegeben. So liegt die Aufgabe, die Juniorenstadtmeisterschaften zu organisieren, künftig in anderen Händen.

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Und zwar in den Händen von Robin Klingenhagen (32) und Nick Samson (25). Die Organisation der Titelkämpfe ist nämlich die Hauptaufgabe der beiden Fachgruppenvorsitzenden. Das klingt zunächst einmal ziemlich trocken - bleibt es wohl auch, bis absehbar ist, wann die Kugel wieder rollt.

Keine Typen nur für Orga-Arbeiten

Aber Robin Klingenhangen und Nick Samson sind keine Typen nur für Verwaltungs- und Organisationsarbeiten. Sie arbeiten lieber mit und für Kinder - und nicht nur für sie. Also sind sie auch Ansprechpartner und Vermittler für Vereine und Spieler, wenn es um organisatorische Dinge allgemein geht. Dazu kommen natürlich auch Fragen wegen Corona an.

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Zunächst aber verdienen die beachtlichen Werdegänge der beiden Beachtung. Nick Samson erhielt bereits für sein vielfältiges Engagement die Auszeichnung „Fußballheld 2020“ des DFB. „Als Lohn gab es eine Reise nach Spanien, die ich noch vor Corona genießen durfte.“ Nick Samson nahm den Preis gerne an. Oft gibt es nur anerkennende Worte, warum also nicht auch mal einen Urlaub von der ehrenamtlichen Arbeit?

Klingenhagen und Samson arbeiten Hand in Hand

Als Jugendtrainer im VfL Schwerte arbeiten Samson und Klingenhagen Hand in Hand. Sie hoben das Jugendschutzkonzept des Klubs aus der Taufe - Prävention vor Missbrauch ist ein großes Thema im Sport. „Zum Glück wurden wir aber noch nicht gebraucht“, sagt Nick Samson, der jetzt anstelle von Robin Klingenhagen das Projekt leitet. Aber es sei natürlich gut, wenn Kinder und Jugendliche einen vertrauenswürdigen Ansprechpartner haben.

„Und da unsere Mädchen vielleicht eher mit einer Frau reden möchten, ist jetzt auch Sandy Klockenhoff mit mir in der Projektleitung.“

Nick Samson, hier bei D-Junioren-Stadtmeisterschaft im Januar dieses Jahres, ist im Jugendbereich des VfL Schwerte sehr engagiert.

Nick Samson, hier bei D-Junioren-Stadtmeisterschaft im Januar dieses Jahres, ist im Jugendbereich des VfL Schwerte sehr engagiert. © Bernd Paulitschke

Robin Klingenhagen hatte sich aus Zeitgründen vom VfL verabschiedet. „Erster Trainer zu sein, ist mir wegen meines neuen Jobs nicht mehr einfach möglich“, sagt Klingenhagen, der nun Co-Trainer der C1-Jugend des SC Hennen ist. An seinem großen Interesse am Fußball in Schwerte hat dieser Vereinswechsel nichts geändert. „Ich habe persönlich schon Freude an den Stadtmeisterschaften in der Halle und im Freien. Und für die Kinder sind die Veranstaltungen ein absolutes Highlight“, sagt Klingenhagen.

Nick Samson ist beim VfL der Mann vor Ort

Nick Samson ist dagegen noch immer der Mann vor Ort am Schützenhof. Er coacht die C2 der Schwerter und kickt zugleich in der 2. Mannschaft, für die er in Dreifach-Funktion als Co-Trainer, Betreuer und eben als Spieler im Einsatz ist.

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Zurück zur Fachgruppe Jugendfußball. „Erstmal können wir nicht viel machen“, sagt der Vorsitzende Klingenhagen. „Wir sind aber guter Dinge, dass wir im kommenden Sommer wieder eine Stadtmeisterschaft haben.“ Dann wird sich das Duo um die Organisation kümmern, vorher den Ausrichterverein zu Treffen einladen und das Geschehen an den Veranstaltungstagen koordinieren. „Wenn wir es nicht machen, wäre es schwierig geworden, andere zu finden“, sagt Nick Samson.

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Zurzeit aber verurteilt das Coronavirus die beiden zur Passivität. Sie haben ein Ohr an den Jugendlichen und wissen, wie die Stimmung ist. Klingenhagen spricht diplomatisch von einer „nicht einfachen Frage“, er sei zwiegespalten. Aber er sagt: „Irgendetwas musste jetzt wegen der hohen Infektionszahlen passieren. Und wenn es bedeutet, dass wir jetzt vier Wochen pausieren, soll das wohl so sein.“

„Die Kinder müssen sich doch bewegen“

Samson sieht die Sachlage deutlicher aus der Perspektive der Kinder: „Wir waren die erste Mannschaft, damals als D2, die wieder auf den Trainingsplatz ging. Unser Verein hat ein hervorragendes Hygienekonzept ausgearbeitet. Die Kinder müssen sich doch bewegen“, erklärt er. „Ich denke, es trifft die Falschen. Die Folge ist, dass wir oft Kinder, die nun unerlaubt auf unsere Anlage sind, wegschicken müssen.“

Robin Klingenhagen (li.), hier am Rande der Hallenstadtmeisterschaft im Januar mit Jutta Krüger (Mitte) und Anja Ditz.

Robin Klingenhagen (li.), hier am Rande der Hallenstadtmeisterschaft im Januar mit Jutta Krüger (Mitte) und Anja Ditz. © Manuela Schwerte

Der engagierte Coach berichtet von einem Kind aus dem Klub, das wegen der Isolation Angst vor Menschen entwickelt habe. „Das kann doch auch nicht der Sinn der Einschränkungen sein.“ Samson möchte also aktuell nicht nur Ansprechpartner via Telefon oder Skype sein, sondern mit den Jungs und Mädels auf den Platz. „Wir kriegen das schon hin, ohne Hygienevorschriften zu missachten“, sagt er.

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Dass es bis zur Kernaufgabe, den ersten Stadtmeisterschaften für Kinder und Junioren, noch ein langer Weg ist, nähmen Nick Samson und Klingenhagen wohl leichter, wenn sie auf dem Platz in Aktion treten könnten. Und dann heißt es irgendwann auch: Große Bühne frei für die jungen Kicker – und die beiden engagierten Organisatoren. Die neue Kern-Funktion erhält neues Leben.

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