Erfolgreiche HVE-Aufholjagd gegen den Ligaprimus / HSG-Enttäuschung hält sich in Grenzen

Handball

Die Villigst-Ergster haben dem designierten Verbandsligisten Schwelm einen Punkt abgeluchst. Sogar ein Sieg war möglich. Dagegen hat Schwerte/Westhofen den dritten Tabellenplatz verspielt.

Schwerte

, 13.05.2019 / Lesedauer: 4 min
Erfolgreiche HVE-Aufholjagd gegen den Ligaprimus / HSG-Enttäuschung hält sich in Grenzen

Jonas Mag (li.) musste viel einstecken gegen die körperbetont spielenden Schwelmer. Mit acht Toren war Mag der beste HVE-Schütze beim 24:24.Schwerte © Foto: Manuela Schwerte

HVE Villigst-Ergste - Rote Erde Schwelm 24:24 (10:12)

Rote Erde Schwelm hat die Landesligasaison 2018/19 ungeschlagen beendet. Und trotzdem blickte man am Samstagabend nach dem Abpfiff der Partie zwischen der HVE Villigst-Ergste und dem designierten Verbandsligisten in zufriedene HVE-Gesichter. Denn dank einer Aufholjagd in den letzten zehn Minuten kamen die Villigst-Ergster noch zu einem 24:24-Unentschieden, nachdem sie schon mit 15:21 im Hintertreffen waren.

Harmonie war zunächst Trumpf in der Gänsewinkel-Sporthalle. Zunächst verteilten die Villigst-Ergster am Tag vor Muttertag rote Rosen an die weiblichen Besucher, dann gab’s Glückwünsche und ein Präsent für die Schwelmer zum Aufstieg.

Mit dem Anpfiff aber ging es dann zur Sache – die beiden besten Mannschaften der Liga schenkten sich nichts. Die HVE kam nur schleppend ins Spiel und begann mit einem verworfenen Siebenmeter von Nils Stange – es sollte nicht der letzte Fehlwurf der Gastgeber sein, die im Schwelmer Keeper Pape häufiger ihren Meister fanden als ihnen lieb sein konnte. Auf der anderen Seite präsentierte sich der Spitzenreiter zu Beginn sehr effektiv und ging mit 6:2 in Führung. Villigst-Ergste stellte zwar den Anschluss wieder her, konnte aber zunächst noch nicht egalisieren.

Aufregung dann in den Schlusssekunden der ersten Hälfte, als Johannes Stolina ziemlich übel aus der Luft „gepflückt“ wurde – Siebenmeter und eine Zeitstrafe gegen Schwelm. Doch Jannis Mimberg verwarf – es ging mit 10:12 in die Pause.

In zweifacher Überzahl verkürzte Jannik Lehmann auf 11:12, doch nach wie vor vergab die HVE viel zu viele Großchancen, unter anderem drei Siebenmeter. Schwelm nutzte dies konsequent mit Tempogegenstößen und schien bei besagtem 21:15 auf der Siegerstraße.

Doch im Gefühl des sicheren Sieges wurden die Gäste nachlässig, während beim Team von Thorsten Stange der Kampfgeist längst erwacht war. Dreieinhalb Minuten vor Schluss brachte Jonas Mag seine Farben auf ein Tor heran 21:22 – eine prickelnde Schlussphase war in vollem Gange.

Und am Schluss reichte es tatsächlich noch zum Ausgleich, als Jannis Mimberg zwölf Sekunden vor dem Ende zum 24:24-Endstand traf – der Schlusspunkt einer Partie, die auch HVE-Trainer Stange gefallen hat: „Das war ein Spiel ganz nach meinem Geschmack. Wir haben gezeigt, dass wir zurecht da oben stehen und Schwelm hat gezeigt, dass sie zurecht aufsteigen.“

Villigst-Ergste : Lukas Daszkiewicz, Maurice Rolfsmeyer - Jonas Mag (8/3), Nils Stange (3), Fabian Bleigel (3), Philipp Koch, Alexander Hänel (2), Marc Licha, Johannes Stolina (3), Louis Marquis (1), Jannis Mimberg (3/1), Jannik Lehmann (1), Felix Ständker, Jan Speckmann.


HSG Hohenlimburg - HSG Schwerte/Westhofen 34:29 (17:15)

Nun ist es am Ende doch nicht Platz drei geworden. Mit der 29:34-Niederlage am Samstagabend im Nachbarschaftsduell bei der HSG Hohenlimburg verlor die HSG Schwerte/Westhofen am letzten Spieltag noch einen Platz in der Tabelle und beendet die Landesligasaison 2018/19 auf Rang vier.

Trainer Mischa Quass war ganz ehrlich: „Die Enttäuschung, nicht Dritter geworden zu sein, hält sich in Grenzen. Viel wichtiger ist, dass wir insgesamt eine gute Saison gespielt haben.“

Weil auch für Hohenlimburg das letzte Saisonspiel nur noch statistischen Wert hatte, fehlte es in der Rundturnhalle auf beiden Seiten an der letzten Ernsthaftigkeit. Im Kurzform fasste Quass den Spielverlauf wie folgt zusammen: „Wir haben am Anfang richtig gut gespielt, haben es dann aber schludern lassen.“

In Zahlen sah das so aus: Mit 7:3 gingen die Gäste in Führung (11.) – ein Vier-Tore-Vorsprung, der auch noch nach 19 Minuten Bestand hatte (13:9 aus Schwerter Sicht). Dann aber gelangen Hohenlimburg fünf Treffer in Folge zum 14:13, und zur Pause lagen die Hausherren sogar mit zwei Toren vorne.

Nach Wiederanpfiff ging es hin und her, am Abstand änderte sich bis zum 27:25 nichts (51.). Zwei Minuten später aber stand es 30:25 für die HSG Hohenlimburg. Damit war die Partie entschieden. Und damit war auch klar, dass sich die HSG Schwerte/Westhofen mit ihrer neunten Niederlage aus einer ordentlichen Landesliga-Saison verabschiedet, die sie mit 34:18-Punkten beendet hat.

Schwerte/Westhofen : Daniel Evangelou, Mike Krüner - Tim Gurol (7/2), Nico Paukstadt (3), Alexandr Denissov (1), Tim Decker (4), Toni Mrcela (6), Peter Hengstenberg, Dominik Schreeck (2), Tim Schlütz, Dominik Thäsler (2), Niklas Linnemann (3), Christoph Kämper (1).

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