ETuS/DJK IV hat bundesweit den größten Torhunger

161 Tore – Frohn schießt 80

Keine Fußballmannschaft zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen ist torhungriger: Die vierte Mannschaft des ETuS/DJK Schwerte aus der Dortmunder Kreisliga C5 führt die Rangliste aller Herrenteams an, die im Spielbetrieb des Deutschen Fußballbundes (DFB) organisiert sind. Über 160 Tore nach zwei Dritteln der Saison – die Hälfte davon geht auf das Konto eines Stürmers.

SCHWERTE

, 29.03.2016, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
ETuS/DJK IV hat bundesweit den größten Torhunger

Das torhungrigste Team Deutschlands und sein treffsicherster Schütze: Das „Dreamteam“ des ETuS/DJK Schwerte mit Dennis Frohn (re.).

161 Tore hat das selbst ernannte "Dreamteam" des ETuS/DJK in 23 Saisonspielen geschossen. Im Zeitalter, in dem bis in die unterste Spielklasse jedes Resultat elektronisch festgehalten wird, lässt sich problemlos nachvollziehen, dass das der bundesweite Höchstwert ist. Ärgster Verfolger der "Östlichen" ist ein B-Ligist namens NK Croatia Bietigheim, wie das Internetportal "fussball.de" verrät.

Ziemlich genau die Hälfte der Schwerter Tore geht auf das Konto eines einziges Spielers: Dennis "Fluppe" Frohn hat satte 80 Saisontore auf seinem Konto. Die letzten fünf davon erzielte Frohn am Ostermontag beim 6:0-Erfolg im Spitzenspiel vor einer dreistelligen Zuschauerzahl gegen die zweite Mannschaft von Ay Yildiz Derne.

Dass der Torjäger für die unterste Spielklasse total überqualifiziert ist, steht außer Frage. Matthias Hein, ein Gründungsmitglied des "Dreamteams", sagt es so: "Für die C-Liga ist Fluppe eine Lichtgestalt." Aber Frohn hat hier sein fußballerisches Glück gefunden. Nochmal höherklassig zu spielen, komme nicht mehr in Frage, sagt der Mann, ohne den die "Erste" des ETuS/DJK in der vorigen Saison wohl aus der Bezirksliga abgestiegen wäre.

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"Selbst vor einem C-Liga-Spiel muss ich Schmerztabletten einschmeißen", verrät Frohn - der Rücken macht mehr Probleme als ihm lieb ist. Eine Tormaschine ist er trotzdem - auch weil die Mitspieler ihn fleißig bedienen. "Mittlerweile spielen sie mir jeden Ball zu", sagt Frohn. So kommen jene schier unglaublichen 80 Saisontore zustande.

Hartnäckigster Frohn-Verfolger in der Rangliste ist ein gewisser Fatih Turhan, kurioserweise vom erwähnten Titelrivalen Ay Yildiz Derne 2, der es bislang auf 76 Treffer gebracht haben soll - eine Zahl, die man aber anzweifeln muss. Denn da gibt es zum Beispiel die Partie des 20. Spieltags, in der Derne 10:0 gewonnen hat. Ruft man aber die Spieldaten auf "fussball.de" auf, erscheint dort Turhan als Schütze von sechs Toren zwischen der 84. und 90. Minute zum 15:0-Endstand - obwohl das Spiel nur 10:0 ausgegangen ist.

Wie ist das möglich? Die Torfolge inklusive der Schützen gibt der Schiedsrichter nach Spielschluss ein. Bis der jeweilige Staffelleiter den Spielbericht "absegnet", was in der Regel erst sonntagsabends passiert, haben die beteiligten Vereine noch die Möglichkeit, die eingegebenen Daten zu verändern. "Hier liegt eindeutig ein Fehler im System", sagt Matthias Hein, der auch Geschäftsführer beim ETuS/DJK ist. Bei Fatih Turhan müsse man davon ausgehen, "dass er einen Teil seiner 76 Tore nur virtuell geschossen hat", meint Hein. Hein und Frohn dagegen beteuern unisono, dass dieser alle 80 Tore auch wirklich erzielt hat. "Ist mir auch egal, ob der andere bescheißt oder nicht. Ich will die 100 voll machen, alles andere interessiert mich nicht", sagt Frohn.

Hätten mehr sein können: Beachtlich ist die Quote von Dennis Frohn – auch wenn er nur C-Liga spielt. Taucht an den Spieltagen nämlich eine Null in der Bilanz des Stürmers auf, hat er meist nicht gespielt. Spielt Frohn, trifft er auch.

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