Günter Remmert: Mit den "Azzuris" auf Erfolgskurs

WESTHOFEN Fußballspielen können sie alle. "Aber der größte Erfolg ist, dass die Jungs auch diszipliniert sind." Der Mann, der das sagt, ist Günter Remmert; ein "alter Hase" unter den Schwerter Fußballtrainern. Ein Porträt.

von Von Michael Dötsch

, 04.11.2008, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Günter Remmert (hier mit Alessandro Ruggiero), Trainer der "Azzuri" des VfB Westhofen.

Günter Remmert (hier mit Alessandro Ruggiero), Trainer der "Azzuri" des VfB Westhofen.

Die Mannschaft, die sich über dieses Lob aus berufenem Munde freuen darf, sind die "Azzurri" des VfB Westhofen. Dabei handelt es sich um die fast ausschließlich aus italienischen Kickern bestehende Drittvertretung der Westhofener, die die Tabelle der Fußball-Kreisliga C souverän anführt.

Ein Unentschieden gegen die Ergster Zweitvertretung ist das einzige Fleckchen auf der ansonsten blütenweißen Weste. Der Lohn: Sechs Punkte Vorsprung an der Tabellenspitze - es winkt der Aufstieg in die Kreisliga B.

Nach fast einem Jahrzehnt, in dem er nicht als Trainer fungierte, ist Remmert wieder auf den Geschmack gekommen. "Schuld" daran ist offenbar seine Affinität zur italienischen Mentalität. Schon Anfang der 90er Jahre hatte Remmert mit dem damals noch existierenden FC Italia Schwerte eine "Azzurri"-Truppe unter seinen Fittichen.Heißes Blut und Disziplin - "Es flippt keiner aus"

Schon damals kannte er auch Rosario Berlandieri. "Er ist der Boss", sagt Remmert über seinen Weggefährten. Überhaupt will Remmert seine eigene Person bei dieser Erfolgsgeschichte nicht überbewertet wissen. Lieber hebt er das Engagement seiner "rechten Hand", Murat Özcan, hervor. Und natürlich "meine Jungs", wie Remmert seine Schützlinge nennt. 22 Akteure umfasst der Kader - mit Ausnahme des Türken Sahin Hasan alles Italiener. "Die Jungs haben natürlich heißes Blut", weiß Remmert um das südeuropäische Temperament. Aber er weiß damit umzugehen. "Sie müssen begreifen, dass sie diszipliniert sein müssen. Aber das tun sie auch - es flippt jedenfalls keiner aus", so der Trainer.

Ende der letzten Saison hatte Remmert die Mannschaft übernommen. "Die letzten vier Spiele waren es damals - und die haben wir alle gewonnen", erinnert er sich. Also ließ er sich überzeugen, in der neuen Saison weiterzumachen - und dies weit über den eigentlichen Trainerjob hinaus. Remmerts Engagement fällt auf fruchtbaren Boden Denn dass es ein 40-seitiges Hochglanz-Saisonheft über die Mannschaft gibt und dass die Spieler montags nach den Spielen mit einem Bericht von der Wochenend-Partie aus der Feder des Trainers versorgt werden, ist für C-Liga-Verhältnisse sicherlich nicht alltäglich. Remmert macht das gerne. Denn er sieht, dass das Engagement auf fruchtbaren Boden fällt. Die Mannschaft dankt es Remmert mit guten Leistungen. "Als Trainer kann man nur Erfolg haben, wenn die Mannschaft mitzieht. Und die Jungs setzen das prima um", lobt Remmert.

Spieler wie Manuel Ibba (eigentlich als Libero vorgesehen, mittlerweile aber ein richtig guter Torwart), Libero Rapisardo, Sahin Hasan, Pino Martella oder auch Rosarios Sohn Carlo Belandieri bilden das Gerippe der erfolgreichen Mannschaft. Es scheint so, als müsste man sich die Namen merken - für die kommende B-Liga-Saison.ZUR PERSONStammverein von Günter Remmert ist der TuS Wandhofen, für den er etwa 30 Jahre als Trainer und sechs Jahre als sportlicher Leiter tätig war. „Schade, dass es da so eskalierte. Aber ich wünsche dem Verein trotzdem alles Gute“, sagt Remmert zum nicht gerade einvernehmlichen Ausscheiden beim TuS. Bis 1961 spielte er als Aktiver für den VfL Schwerte. Weitere Trainerstationen waren SF Sümmern (1966 bis 68), SSV Schwerte 06 (1971 bis 73), A-Jugend der SF Oestrich (1975 bis 77), A-Jugend des VfR Sölde (1979 bis 81) und FC Italia Schwerte (1991 bis 92) – dazwischen immer wieder TuS Wandhofen. Von 1993 bis 98 fungierte Remmert als Geschäftsführer und sportlicher Leiter des VfB Westhofen und ab 1998 bis letztes Jahr als sportlicher Leiter des TuS Wandhofen.

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