Nach der A-Jugend-Eskalation: „Ohne Security kannst du so etwas nicht mehr ausrichten“

rnJugendfußball-Stadtmeisterschaften

Spieler und Betreuer wurden bedroht, die Polizei rückte an - bei der A-Jugend-Stadmeisterschaft gab es unerfreuliche Szenen. Der Sportliche Leiter des Ausrichtervereins findet klare Worte.

Schwerte

, 20.01.2020, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein intensives Stadtmeisterschafts-Wochenende liegt hinter dem Geisecker SV als Ausrichterverein und den Verantwortlichen der Fachgruppe Jugendfußball als Veranstalter der Nachwuchs-Titelkämpfe.

Übles Fehlverhalten aus den Reihen des VfL Schwerte

Intensiv und höchst unerfreulich wurde es vor allem Samstagabend beim A-Jugendturnier, das mit einem Polizeieinsatz endete. Im Zusammenhang mit diesem Polizeieinsatz spielt der TuS Holzen-Sommerberg übrigens keine Rolle.

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Der Holzener Anhang auf der Tribüne hatte zwar teilweise niveaulose Fangesänge zu bieten, die aber harmlos waren im Vergleich zum üblen Fehlverhalten aus den Reihen des VfL Schwerte.

Rote Karten wegen zweier Ohrfeigen

Was war passiert? Im Halbfinale zwischen dem VfL Schwerte und dem SC Berchum/Garenfeld eskalierte die Lage. Es gab zwei berechtigte Rote Karten wegen gegenseitigen Ohrfeigens, anschließend wurde ein Berchum/Garenfelder Spieler von einem VfL-Akteur massiv bedroht.

Die Stimmung war höchst aggressiv und gereizt, sodass Jutta Krüger, Vorsitzende der Fachgruppe Jugendfußball im Stadtsportverband, in Absprache mit der Turnierleitung keine andere Möglichkeit mehr sah, als die Polizei zu alarmieren.

Aggressiv und gewaltbereit

Krüger berichtete von aggressiven und offenbar gewaltbereiten jungen Leuten, die sich im Verkaufsraum der Halle zusammengerottet hätten. Ihr sei zugetragen worden, dass sie teilweise sogar mit Schlagstöcken ausgestattet gewesen seien, so Krüger.

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Die Ordnungshüter rückten dann auch mit drei Einsatzfahrzeugen an. Im offiziellen Polizeibericht vom Montag heißt es: „Es ist zwischen zwei Fußballern auf dem Spielfeld zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, für die die beiden Spieler die Rote Karte sahen. Daraus resultierte ein tumultartiges Gemenge, in das zahlreiche Zuschauer involviert waren und in dessen Verlauf mehreren Spielern Schläge angedroht wurden. Der Veranstalter verwies rund 20 Personen aus der Halle. Daraufhin wurde die Polizei gerufen. Das Turnier und auch die anschließende Abreise der Teams wurden von Einsatzkräften der Polizei gesichert.“

Die Polizei sucht weitere Zeugen, die die Szenen beobachtet haben und die sich unter Tel. 921-33 20 melden können. Für den Geisecker SV widersprach Thomas Redel der Polizeimeldung jedoch in einem Punkt: „Wir als ausrichterverein haben niemanden aus der Halle verwiesen“, so Redel.

„Ich weiß nicht, ob der Polizeieinsatz nötig war“

Auch Frank Samson, Jugendleiter des VfL Schwerte, war am Samstag in der Halle. Dass drohende Worte in Richtung des SC Berchum/Garenfeld gefallen seien, streitet Samson nicht ab. „Und natürlich sind die Emotionen hochgekocht. Aber mit etwas zeitlichem Abstand haben sich die beiden Akteure, die die Rote Karte bekommen haben, nach dem Turnier die Hand gegeben. Ich weiß nicht, ob der Polizeieinsatz nötig war. Als sie kamen, war jedenfalls alles wieder ruhig“, so der Jugendleiter des VfL.

Er selbst habe sich den VfL-Rotsünder zur Brust genommen und ihm ins Gewissen geredet. Unmittelbare Konsequenzen seitens der Vereinsführung hat der Spieler wohl nicht zu befürchten, „aber wir werden ihn unter Beobachtung halten“, sagt Samson.

Gefahrenpotenzial ist zu groß

Nach Thomas Redels Meinung dagegen war der Polizeieinsatz alles andere als unangemessen. Schließlich seien Spieler und Betreuer in einem Maße bedroht worden, dass sie sich nicht mehr aus der Kabine getraut hätten.

„Man konnte nur erschrocken sein – das war unterste Schublade“, sagt der Sportliche Leiter des Ausrichtervereins und fügt hinzu: „Meine persönliche Meinung ist: Ich würde die Ausrichtung der Stadtmeisterschaft nicht nochmal übernehmen. Das Gefahrenpotenzial ist einfach zu groß, das ist keinem Verein mehr zuzumuten. Ohne Security kannst du so eine Veranstaltung heutzutage nicht mehr ausrichten – und wer soll das bezahlen?“

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