Heiner Kockelke: "Stadtsportverband soll der Buhmann sein"

Stellungnahme

Nachdem die Einführung von Entgelten für die Nutzung von Sportstätten in der Ratssitzung am vergangenen Mittwoch keine Mehrheit fand, äußert sich Stadtsportverbandsvorsitzender Heiner Kockelke nun in einer Stellungnahme:

SCHWERTE

07.12.2010, 11:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heiner Kockelke, Vorsitzender des Stadtsportverbands.

Heiner Kockelke, Vorsitzender des Stadtsportverbands.

Nach dem Gutachten der Firma Rödl + Partner zu den geplanten Einsparmaßnahmen der Stadt Schwerte hatte der Stadtsportverband am 11. Juni 2008 den Ratsfraktionen Vorschläge zur Umsetzung der Maßnahmen unterbreitet - mit folgendem Wortlaut: "Der Stadtsportverband (SSV) ist der Meinung, dass ein Entgelt für die Sportanlagen-Nutzung von den Vereinen nicht aufgebracht werden kann. Wenn sich die Vereine dann aus finanziellen Gründen aus den Sportanlagen zurückziehen, stehen die Hallen leer und es werden keine Einnahmen erzielt. Daher schlägt der SSV vor, über eine nachvollziehbare Energiekosten-Beteiligung zu sprechen." Es ist zu beachten, dass damals von einer Energiekostenbeteiligung gesprochen wurde. In der vierten Sitzung der Projektgruppe Sportstätten am 27. Oktober 2010 wurde der Begriff "Energiekosten-Beteiligung" in "Betriebskosten-Beteiligung" einstimmig neu formuliert. In der Projektgruppe sind Vertreter aller Ratsfraktionen vertreten, die einvernehmlich dem neuen Begriff zustimmten. Ebenfalls einvernehmlich wurde vereinbart, dass der SSV die betroffenen Vereine zu folgenden Themen schriftlich informiert:

  • Betriebskosten-Beteiligung für die Nutzung von Turn- und Sporthallen
  • Betriebskosten-Beteiligung bzw. Pflege- und Nutzungsvertrag für die Nutzung von Sportanlagen

Der SSV hat die Vereine über die schwierige Lage informiert und um einen Überblick der zu erwartenden finanziellen Belastungen bis zum 10. November gebeten. Bis zum 12. November erreichten den SSV Stellungnahmen von der Hälfte der betroffenen Vereine. Aus den Informationen war zu erkennen, dass eine Gebühr von 4 Euro pro Hallenstunde einige Vereine an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit bringen würde und diese Kosten das Aus der Vereine bedeuten könnten. Daraufhin haben wir am 18. November die Bürgermeister und Ratsfraktionen über das Ergebnis der Rückmeldungen informiert und daraus resultierende Aspekte aufgelistet. Die einzelnen Fraktionen haben sich mit unserer Stellungnahme anschließend befasst. Ein Teil der sechs Fraktionen hat seinen politischen Konsens dazu gebildet. Der SSV musste dabei erstaunt feststellen, dass dieser Konsens nicht allseits konform zur damals einstimmig formulierten Empfehlung der Projektgruppe Sportstätten gebildet wurde. Der Begriff "Betriebskosten-Beteiligung" wurde plötzlich nicht mehr von allen politischen Vertretern unterstützt. Eine Energiekosten-Beteiligung stand nun im Vordergrund und wurde in aller Munde diskutiert. Wir bedauern es sehr, dass in dieser Situation von keiner Stelle darauf verwiesen wurde, dass der Stadtsportverband Schwerte eben diese Energiekostenbeteiligung vor 2 ¼ Jahren vorgeschlagen hatte. Noch bedauerlicher ist für den Stadtsportverband, dass für den Sinneswandel offenbar ein Buhmann gesucht werden sollte und dies der Stadtsportverband sein sollte. Es wäre wünschenswert, wenn Kritiker, die dem Vorsitzenden Heiner Kockelke vorwerfen "vom rechten Weg abgekommen zu sein", sich die tatsächliche Entwicklung des Themas und die Realität verdeutlichen würden. Der Grundstein für eine gute und kooperative Zusammenarbeit war mit der Bildung der Projektgruppe gelegt. Wir bedauern es sehr, dass durch diese - für den Stadtsportverband und seinen Vorsitzenden nicht nachvollziehbare - Umgangsweise im Vorfeld und während der Ratssitzung am 1. Dezember das Miteinander der Projektgruppe zerstört wurde. Uns vermittelt sich leider der Eindruck, dass nicht ausschließlich das sachbezogene Thema im Vordergrund der Diskussion steht. Wie auch bei aktuellen überregionalen Themen beeinflusst offenbar auch in Schwerte das politische Gerangel der beteiligten Fraktionen die Entscheidungen. Der Stadtsportverband Schwerte wird auch zukünftig politisch neutral agieren und zieht sich daher aus der Projektgruppe mit sofortiger Wirkung zurück.

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