Holzpfosten-Futsaler Bolst ist Volunteer bei der EM

Fußball

Bastian Bolst hat in den vergangenen Wochen viele Eindrücke aufgesogen: Am Mittwoch hat er mit den Iren die kreativsten Fans kennengelernt, den deutschen Auftakt gegen die Ukraine hat er auch gesehen – und am Sonntag erlebt er vielleicht den Viertelfinaleinzug des DFB-Teams. Hautnah und umsonst. Basti Bolst ist Volunteer bei der EM.

SCHWERTE

, 23.06.2016, 16:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Holzpfosten-Futsaler Bolst ist Volunteer bei der EM

Im Shirt der Euro 2016 vor seinem Arbeitsplatz, dem Stade Pierre-Mauroy: Basti Bolst lebt drei Wochen lang als freiwilliger Helfer in der nordfranzösischen EM-Stadt Lille.

Am Mittwoch schlüpfte der 18-Jährige in die Rolle des Stadtführers. Sein Futsal-Teamkollege Tino Ruggio reiste ins nordfranzösische Lille, um Italien beim Spiel gegen Irland zu unterstützen. Er holte ihn ab, gemeinsam nutzten die beiden die Zeit bis zum Anstoß. Bolst kennt sich in seiner Drei-Wochen-Heimat Lille schon gut aus.

Im Oktober 2015 ploppte eine kleine Anzeige auf der DFB-Website auf. Gesucht: freiwillige Helfer für die Euro in Frankreich. Prompt schickte Bolst, der schon mehrere Austausche in Frankreich verbrachte, seine Bewerbung ab. Nach mehreren Interview-Verfahren bekam er im Dezember dann tatsächlich die Zusage.

Knapp ein halbes Jahr später stand der A-Jugendspieler der SG Eintracht Ergste dann das erste Mal im schicken Stade Pierre-Mauroy. Seine Aufgabe ist es, die Fans zu ihren Sitzplätzen zu führen. Jeder Volunteer ist für einen Block zuständig. Kommunikationsprobleme gibt‘s bei Sprachtalent Bolst nicht. „Am häufigsten werde ich schon auf Französisch angequatscht“, erzählt er. Das Spiel kann er sich fast uneingeschränkt anschauen – währenddessen wird er kaum gebraucht.

Bei den Holzpfosten Schwerte spielt Bolst seit einem Jahr Futsal, nach der Aufstiegsrunde mit Ergste wechselt er auch als Fußballer zu den „Pfosten“.

Seine Freizeit nutzt Bolst gut geplant aus. Kürzlich ist er mit dem Zug in Schwertes 40 Minuten weit entfernte Partnerstadt Béthune gefahren, um Freunde von seinen Austauschzeiten zu besuchen. Ansonsten erkundet er die 230.000-Einwohner-Stadt Lille und ist oft auch auf dem Fanfest unterwegs. Untergebracht ist er kostenlos in einem Studentenwohnheim.

„Das ist schon gut hier. In der Stadt ist immer was los. Im Stadion war bisher auch richtig gute Stimmung dabei“, berichtet er. Deutschland gegen Ukraine, Russland gegen die Slowakei, Schweiz gegen Gastgeber Frankreich, zuletzt Irland gegen Italien – Bolst hat ein echtes EM-Premium-Paket erwischt. Am Sonntag sieht er die deutsche Mannschaft ein zweites Mal. Wenn am 2. Juli mit dem Viertelfinale das letzte Spiel im Stade Pierre-Mauroy ausgetragen ist, endet Bolsts Sommer in Lille. Die vielen EM-Erlebnisse bleiben.

Lesen Sie jetzt