HVE Villigst-Ergste mit Charakter, HSG Schwerte/Westhofen mit torhungrigem Linksaußen

Handball

Jeweils einen Auswärtssieg hatte sich Schwerter Landesliga-Duo für die beiden Partien des dritten Spieltags vorgenommen. Das Resultat: Es hat geklappt.

Schwerte

, 29.09.2019, 16:13 Uhr / Lesedauer: 4 min
HVE Villigst-Ergste mit Charakter, HSG Schwerte/Westhofen mit torhungrigem Linksaußen

Mit einer starken Teamleistung gewann die HVE Villigst-Ergste, hier in einer Auszeit des Heimspiels gegen Lüdenscheid vor einer Woche, beim TuS Volmetal 2 mit 26:24. © Bernd Paulitschke

Landesliga

TuS Volmetal 2 - HVE Villigst-Ergste 24:26 (13:11)

Drittes Saisonspiel, dritter Sieg – mit 26:24 hat die HVE Villigst-Ergste am Samstagabend die gewiss nicht niedrige Auswärtshürde bei der Zweitvertretung des TuS Volmetal übersprungen.

„Schade! Aber einen tollen Kampf geliefert“ ist auf der Facebook-Seite des Gastgeberteams zu lesen – das lässt eine umkämpfte und bis zum Schluss spannende Partie vermuten. Und so war es auch. Denn mit Ausnahme der Anfangsminuten, als die Gastgeber mit 3:0 und 4:1 in Führung gingen, konnte sich während der gesamten Spielzeit keine der beiden Mannschaften mit mehr als zwei Toren absetzen.

Weil neben Jannis Mimberg (Urlaub) mit dem privat verhinderten Felix Ständker kurzfristig auch der andere etatmäßige Abwehrchef fehlte, übernahm Robert Stelzer den für ihn eher ungewohnten Part in der Deckungszentrale und löste diese Aufgabe gut.

Das galt laut Stange aber auch für Stelzers Teamkollegen. „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt“, lobte der Coach sein Team, dem die Gastgeber in Person von Manuel Treude, bis vor Kurzem noch zwischen den Pfosten der ersten Mannschaft (3. Liga), einen überdurchschnittlichen Torwart entgegenstellten. Treude entschärfte zwar manch einen HVE-Wurf, konnte aber nicht verhindern, dass die Villigst-Ergster schnell den Anschluss herstellten und durch ihren besten Werfer, Jan Speckmann, nach 22 Minuten erstmals in Front gingen (9:8). Dies war aber zugleich auch schon die einzige HVE-Führung des ersten Spielabschnitts.

Doch die Anfangsminuten der zweiten Hälfte gehörten dem Stange-Team. Philipp Koch traf zum 16:14 (36.). „Da hatte ich das Gefühl, dass es in die richtige Richtung für uns geht“, meinte Stange. Aber auch ein Trainer kann mal daneben liegen – jedenfalls drehten die Hausherren die Partie mit einem 4:0-Lauf binnen zwei Minuten zum 18:16-Vorsprung. Doch Speckmann und Koch sorgten postwendend für den Gleichstand – eine spannende Schlussphase war eingeläutet.

Als Speckmann mit seinem achten Tor zum 26:24 traf, waren zwar noch mehr als zwei Minuten zu spielen. Doch weitere Tore fielen auf beiden Seiten nicht mehr – der 6:0-Punkte-Start der HVE Villigst-Ergste war perfekt.

Villigst-Ergste: Maurice Rolfsmeyer, Jan Schulte, Dennis Friedrich - Maximilian Jäkel, Fabian Bleigel (2), Hendrik Hollatz, Jan Ludwig, Philipp Koch (3), Alexander Hänel (5), Marc Licha, Johannes Stolina (5/1), Jannik Lehmann (2), Robert Stelzer (1), Jan Speckmann (8).

HSG Lüdenscheid - HSG Schwerte/Westhofen 29:33 (16:17)

Der punktlose Tabellenletzte wehrte sich nach Kräften. Doch letztlich entführte die HSG Schwerte/Westhofen am Samstagabend mit dem 33:29-Erfolg die beiden Punkte aus Lüdenscheid – und das, obwohl die Schwerter eine Reihe von leichten Fehlern in ihrem Spiel hatte.

Aber sie hatten auch einen Alexandr Denissov in ihren Reihen. Seinen ersten Tempogegenstoß setzte Denissov zwar übers Tor, aber danach trumpfte der flinke Linksaußen groß auf und hatte unter dem Strich 13 Treffer auf seinem Konto stehen. Auch Nico Paukstadt (8/2) auf der linken Rückraumposition kam immer wieder zum Abschluss – die starke linke Seite war der Schlüssel zum Schwerter Auswärtssieg, der insgesamt aber nicht allzu viel Glanz versprühte. „Es war ganz sicher kein Leckerbissen“, fand auch Trainer Mischa Quass.

Seine Spieler kamen nur schwer in die Gänge und gerieten mit 0:3 ins Hintertreffen. Doch nun legte Denissov los und war mit sieben Toren in den ersten 18 Minuten maßgeblich an der 11:9-Führung der Gäste beteiligt.

Zur Pause war der Vorsprung dann auf einen Treffer geschmolzen (17:16), und auch nach Wiederanpfiff standen sich die Ruhrstädter mit technischen Fehlern selbst im Weg und konnten sich nicht vorentscheidend absetzen. Im Gegenteil, geführt von ihrem Top-Torschützen Lausen (12/3) glichen exakt zehn Minuten vor Schluss zum 24:24 aus. Auch beim 26:27 durften die Gastgeber noch auf etwas Zählbares hoffen (54.), ehe Dominik Thäsler per Doppelpack auf 29:26 für Schwerte/Westhofen erhöhte.

Nun ließen die Schwerter nichts mehr anbrennen und durften nach den 60 Minuten auf einen Auswärtssieg zurückblicken, der zwar nicht besonders nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, der aber mit den angepeilten zwei Punkten belohnt wird.

Schwerte/Westhofen: Daniel Evangelou - Lennart Schwies, Nico Paukstadt (8/2), Alexandr Denissov (13), Tim Decker (1), Toni Mrcela (1), Sönke Braß (3), Alexander Nickolay, Tim Schlütz, Dominik Thäsler (4), Christoph Kämper (3).

Bezirksliga

SG Attendorn-Ennest - HVE Villigst-Ergste 2 35:16 (16:8)

Im Gegensatz zu den ersten beiden Bezirksliga-Partien, in denen die zweite Mannschaft der HVE Villigst-Ergste sich nur denkbar knapp geschlagen geben musste, stand der Liganeuling diesmal auf verlorenem Posten. „Wir hatten acht Spieler, die gefehlt haben und waren in dieser Besetzung gegen einen Aufstiegsaspiranten nicht konkurrenzfähig“, meinte Trainer Christian Scharf zur 16:35-Schlappe in Attendorn.

Bis zum 8:12 hielt sich der HVE-Rückstand noch halbwegs in Grenzen. Doch dann gelangen den Gastgebern in den Schlussminuten der ersten Halbzeit und in der Anfangsphase der zweiten Hälfte jeweils vier Tore am Stück zum 20:8 – fortan ging es nur noch um Schadensbegrenzung für die HVE-„Zweite“, die mit der Niederlage auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht ist.

Villigst-Ergste: Björn Hollatz, Christian Böhlemann - Louis Weinberger (2/1), Gerrit Krause, Nils Burdenski (1), Felix Dötsch (2), Nicolas Bartlau, Lowig Duer (2), Jonas Merkel, David Muster (4), Felix Abrahams (5/2).

Frauen-Verbandsliga

HSG Schwerte/Westhofen - Borussia Dortmund 3 27:27 (13:14)

Die Handballerinnen der HSG Schwerte/Westhofen bleiben in der Verbandsliga zwar ungeschlagen, müssen die Tabellenführung nach dem 27:27-Remis gegen die dritte Mannschaft von Borussia Dortmund abgeben.

„Insgesamt ist das Unentschieden in Ordnung. Es hätte auch anders ausgehen können, wenn der BVB nicht sechs Siebenmeter verworfen hätte. Andererseits haben wir vier Minuten vor Schluss mit drei Toren geführt – das fühlt es sich dann auch ein bisschen wie eine Niederlage an“, meinte HSG-Trainer Mischa Quass zum Spiel.

HVE Villigst-Ergste mit Charakter, HSG Schwerte/Westhofen mit torhungrigem Linksaußen

Lea Tietz war mit sieben Toren die erfolgreichste Werferin für die HSG Schwerte/Westhofen beim 27:27 gegen die dritte Mannschaft des BVB. © Bernd Paulitschke

Das junge HSG-Team fand diesmal nicht so gut ins Spiel wie zuletzt. Es entwickelte sich ein enges Spiel mit ständig wechselnden Führungen. Als die HSG dann mit vier Toren in Serie aus dem 21:22-Rückstand eine 25:22-Führung machte, schien sie aber auf der Siegerstraße. Auch beim 26:23 waren es noch drei Tore Vorsprung (56.). Doch nun traf der BVB dreimal in Folge und glich auch nach Julia Ullrichs Siebenmetertor zum 27:26 nochmal aus. Anschließend verpuffte der letzte HSG-Angriff, sodass es bei der Punkteteilung blieb. Nochmal Trainer Quass dazu: „Es war sicher mehr drin, aber nun ist es halt ein Unentschieden geworden. Und es hat ja nie einer von uns ausgerufen, dass wir verlustpunktfrei durch die Saison gehen werden.“

Schwerte/Westhofen: Natascha Turner, Erva Aydin - Cynthia Hengstenberg (2), Lea Tietz (7), Julia Ullrich (1/1), Hannah Potocki (2), Katharina Petri (3/1), Vicky Wolff (2), Lisa Seuthe, Sissy Alissa (7), Tugba Tekin (1), Marisa Römer, Shari Linnemann (2), Laureen Jacke.

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