Thema Homosexualität im Fußball: „Traurig, dass das heutzutage notwendig ist“

#ihrkönntaufunszählen

Mehr als 800 Fußball-Profis haben mit der #ihrkönntaufunszählen-Aktion homosexuellen Profis den Rücken gestärkt. Auch der Fußballkreis Iserlohn äußert sich zu der Aktion.

Schwerte

, 25.02.2021, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fußballprofis beziehen klar Stellung zum Thema Homophobie - wie sieht es im Amateur-Bereich aus?

Fußballprofis beziehen klar Stellung zum Thema Homophobie - wie sieht es im Amateur-Bereich aus? © picture alliance / dpa

Homosexualität im Fußball. Das ist auch im Jahr 2021 beileibe kein Bereich, mit dem selbstverständlich umgegangen wird. Das Fußball-Magazin „11Freunde“ hat deshalb mit einer Aktion auf das Thema hingewiesen: Mehr als 800 Fußballprofis haben daran teilgenommen und die Initiative unterstützt. Sie haben sich klar und deutlich gegen Homophobie gestellt und ihren homosexuellen Mitspielerinnen und Mitspielern bei einem möglichen Coming-Out den Rücken gestärkt.

Das Medien-Echo auf die Aktion mit dem Leitspruch „Wir stehen hinter euch!“ war gewaltig - doch wie sieht es im Amateurfußball aus? Darüber haben wir mit Horst Reimann, dem Vorsitzenden des Fußballkreises Iserlohn gesprochen.

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Reimann reagiert zunächst überrascht, für ihn existiere eine solche Problematik gar nicht: „Ich habe keine Schwierigkeiten mit diesem Thema, für mich ist das eine absolute Selbstverständlichkeit.“ Unterscheidungen aufgrund der sexuellen Orientierungen gebe es bei ihm nicht.

„Verständlich, wenn sich ein Profi nicht bekennt“

Dann aber räumt er ein, dass er in dieser Hinsicht zwar nicht unbedingt die Ausnahme, aber ebenso wenig die Regel ist: „Es ist schon verständlich, wenn sich ein Fußballprofi nicht bekennen will.“ Das mediale Echo sei schließlich riesig, die Schmähungen von des Gegners Tribüne noch gewaltiger.

Und wie sieht es im Amateurfußball aus, wird es den Spielerinnen und Spielern dort leichter fallen? „Auch im Amateur-Bereich gibt es immer die Typen, die darüber ihre Scherze machen und Sprüche reißen und die wird es leider auch immer geben“, konstatiert Reimann.

Es müsse, und das sei auch die Entwicklung soweit er sie einschätzen könne, so sein, dass „diese Typen“ mit ihrer Meinung alleine dastehen. „Es gibt immer welche, die sich querstellen. Aber die geraten mehr und mehr in die Unterzahl.“

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Konkrete Maßnahmen, mit denen sich die Vereine einbringen können, sind schwer zu bennenen, findet Reimann. „Ich weiß nicht, ob noch mehr Aufklärung, Flyer oder ähnliches dabei helfen. Es ist traurig, dass das heutzutage überhaupt noch notwendig ist!“

Eine große Kampagne würde aber vielleicht nochmals die Sinne dafür schärfen, was wichtig ist: Dass „eine Spielerin oder ein Spieler, der sich outet, dadurch keinerlei negative Konsequenzen zu befürchten hat“.

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