Im Video: Die Bezirksliga-Trainer im Gespräch

Fußball: Bezirksliga

Wie läuft die Vorbereitung beim SC Berchum/Garenfeld? Was hat sich zur neuen Saison beim VfL Schwerte verändert? Und wie viel Energie hat der VfB Westhofen noch nach einer kräftezehrenden Vorbereitung? Im Trainergespräch stehen die Coaches der Bezirksligisten Rede und Antwort.

SCHWERTE

, 13.08.2015, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Trainerrunde mit den fünf Bezirksligatrainern.

Trainerrunde mit den fünf Bezirksligatrainern.

In einer lockeren Gesprächsrunde äußern sich die Trainer der heimischen Bezirksligisten zur bevorstehenden Saison und den aktuellen Leistungsständen ihrer Teams.

Ein weiteres Thema, das im Trainergespräch breiten Raum einnahm, war die Einstellung der Spieler. Einhelliger Tenor der fünf Übungsleiter: die heutige Spielergeneration „tickt“ anders.

Wie gehen sie mit dem Phänomen um, dass die Einstellung zum Sport früher offenbar eine andere war? „Ich bin ruhiger geworden. Gewisse Situationen, in denen Spieler kurzfristig das Training absagen, darüber rege ich mich einfach nicht mehr auf. Da bin ich früher wahnsinnig geworden. Seitdem ich das gelassener nehme, geht es mir besser“, sagt VfL-Trainer Jörg Silberbach, der vor seinem Engagement am Schützenhof ausschließlich Mannschaften ab Landesliga aufwärts trainiert hat.

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André Haberschuss (ETuS/ DJK Schwerte) stößt ins selbe Horn: „Wenn ich manche Ausreden höre, dazu fällt mir nichts mehr ein. Ich bin selbstständig, mein Tag ist verplant, aber ich schaffe es immer zum Training. Aber 19- und 20-Jährigen haben immer irgendwelche Termine. Mir hat erst in der vergangenen Woche ein Spieler kurz vor einem Spiel per SMS abgesagt, weil er jemanden im Krankenhaus besuchen muss. Ich finde es schade, denn man könnte mit den Jungs sicherlich viel mehr erreichen, wenn sie eine andere Einstellung hätten.“

Michael Kalwa sagt mit einem Schmunzeln gar, er wolle in ein paar Jahren mal ein Buch schreiben. Titel: „Die besten Ausreden, warum ein Spieler nicht zum Training kommen kann.“ Aber auch er gehe mittlerweile „chilliger“ mit der Situation um als früher, sagt Kalwa.

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Fußball: Die Trainer der Schwerter Bezirksligisten

Fünf Mannschaften aus dem Bereich des Schwerter Stadtsportverbandes treten in der Saison 2015/16 wieder in der Bezirksliga an. Vorab haben sich die Trainer der Teams über ihre Erwartungen an die kommende Spielzeit ausgetauscht. Wir waren mit der Kamera dabei und zeigen in unserer Fotostrecke, wie die Lehrer selber vor den Ball treten.
12.08.2015
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Fünf Trainer, die die vorfreude auf die neue Bezirksliga-Saison eint (v.li.): Gregor Podeschwa, Anziz Mbae, André Haberschuss, Michael Kalwa und Jörg Silberbach.© Foto: Bernd Paulitschke
In einer lockeren Runde haben sich die fünf Bezirksligatrainer ausgetauscht.© Foto: Bernd Paulitschke
Stichwort Saisonvorbereitung: Anziz Mbae, Trainer des SC Berchum/Garenfeld: "Wir haben ein paar Verletzungen, haben aber auch einen großen Kader. Wir haben viele Testspiele gehabt und konnten die Neuzugänge gut integrieren. Wir sind noch nicht hundertprozentig auf dem Stand, den wir gerne hätten, aber wir sind gut gerüstet."© Foto: Bernd Paulitschke
André Haberschuss vom ETuS/DJK Schwerte klagt: "Unsere Vorbereitung war miserabel. Wir hatten acht oder neun Urlauber – das kann ich nicht nachvollziehen, muss aber damit leben. Dazu kommt, dass in der letzten Woche vor der Saison unser Platz wegen der Laufbahnrenovierung von der Stadt gesperrt worden ist – ich weiß nicht, wer auf so eine Idee kommt. Wir haben 14,15 Spieler, die von der Fitness her nahe bei hundert Prozent sind. Aber was du in Vorbereitung trainieren willst, das konnten wir dieses Jahr überhaupt nicht tun."© Foto: Bernd Paulitschke
Michael Kalwa, Trainer des VfB Westhofen: "Ich bin hin- und hergerissen. In den 14 Tagen, in denen ich im Urlaub war, war die Mannschaft auf einem richtig guten Weg – Co-Trainer Jürgen Rump hat da einen Top-Job gemacht. Aber aufgrund von Verletzungen und Urlaubssituation mussten wir jetzt feststellen, dass einige Spieler total platt sind. Wir wollten in der letzten Woche vor dem ersten Spiel eigentlich ganz andere Inhalte trainieren, aber vielleicht hole ich am Donnerstag nur die Taktiktafel raus – einige Spieler brauchen eben extrem eine Pause, sonst haben wir am Sonntag in Garenfeld immer noch schwere Beine. Ein bisschen Bauchschmerzen vor dem ersten Spiel hab´ ich schon."© Foto: Bernd Paulitschke
Gregor Podeschwa vom Geisecker SV: "Ich habe mich über die Stadtmeisterschaft natürlich gefreut und hab nicht drüber aufgeregt wie einige andere Kollegen. Es passte in unseren Trainingsplan ganz gut rein. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Nutzen diese Woche noch, um ein paar Feinheiten abzusprechen. Ich bin ganz guter Dinge."© Foto: Bernd Paulitschke
VfL-Trainer Jörg Silberbach sagt: "Wir haben am ersten Spieltag spielfrei und deshalb noch eine woche länger Zeit. Mit diesem Wissen bin ich viel geschmeidiger an die Sache ran gegangen. Wir hatten das Turnier in Brackel mit den Knallermannschaften Brünninghausen und Mengede, dann die Stadtmeisterschaft mit einem relativ kleinen Pulk, weil einige nicht da waren. Aber zum Glück hat sich da niemand ernsthaft verletzt. Das haben wir gut überstanden. Und jetzt bin ich wirklich gespannt, weil es zuletzt wirklich gut ausgesehen hat. Jetzt sind fast alle wieder da und wir haben noch eine Woche länger Zeit, um uns wirklich aufs Training konzentrieren zu können."© Foto: Bernd Paulitschke
Und wie wichtig sind die Derbys? - Anziz: "Wichtig ist, jedes Spiel zu gewinnen – nicht nur die Derbys."© Foto: Bernd Paulitschke
Podeschwa: "Es kommen mehr Zuschauer zu diesen Spielen – auch wenn es vielleicht nicht mehr so viele sind wir früher. Es ist immer spannend, dass wir uns immer wieder sehen und uns fair begegnen und auf dem Platz um die Punkte kämpfen. Ich habe die Derbys sehr gerne."© Foto: Bernd Paulitschke
Kalwa: "Ich sag es jetzt mal salopp: Derbys sind doch das, was den Schwerter Sport am Leben hält. Wenn jeder in einer anderen Liga spielen würde, wäre das ultra-langweilig. Auch wenn diese Brisanz von früher nicht mehr da ist, weil man sich untereinander gut kennt teilweise freitags zusammen weggeht, hat man zum Beispiel im Stadtmeisterschafts-Endspiel in den letzten 15, 20 Minuten gemerkt, dass die Luft brannte – so muss das sein. Letztlich ist es aber immer auf einer vernünftigen Ebene geblieben."© Foto: Bernd Paulitschke
Haberschuss: "Ich habe die Derbys früher gerne gespielt und bin jetzt auch als Trainer gerne dabei. Ich finde aber, früher war es mehr Derby-Charakter. Trotzdem sind die Spiele interessanter, als zum Beispiel gegen Breckerfeld zu spielen."© Foto: Bernd Paulitschke
Jörg Silberbach sagt, worin sich - bei aller Rivalität - alle einig sind: "Wir als Trainer sollten nicht von außen noch künstliche Hektik reinbringen." Ein größeres Problem sehen alle Beteiligten in diesem Punkt aber nicht – dazu ist das Verhältnis untereinander kollegial genug.© Foto: Bernd Paulitschke
Nach den Gesprächen mussten die Fußballlehrer selber ran. An der Torwand wurde der erste Derbysieger ermittelt. Den Anfang machte VfL-Coach Jörg Silberbach vom VfL Schwerte. Die ersten drei Schüsse setzte er an der Wand vorbei. Bei den drei weiteren Versuchen, traf er zwar die Wand, ging aber leer aus – kein Ruhmesblatt, Herr Silberbach.© Foto: Bernd Paulitschke
Ganz anders Gregor Podeschwa, der seine ersten beiden Schüsse gleich versenkte. Danach aber ging der Geisecker Coach leer aus. © Foto: Bernd Paulitschke
Auf zwei Treffer kam auch André Haberschuss, der je einmal unten und oben traf.© Foto: Bernd Paulitschke
Eine Null schoss dann Westhofenes Michael Kalwa...© Foto: Bernd Paulitschke
... barfuß! Hätte man dem Mann vorher sagen sollen, dass er auf die Torwand schießen muss? Dann hätte er möglicherweise ein anderes Schuhwerk als seine Flip-Flops gewählt.© Foto: Bernd Paulitschke
Zum Schluss war Anziz Mbae an der Reihe, der im letzten Versuch wenigstens einmal traf.
So musste ein Stechen zwischen Podeschwa und Haberschuss entscheiden: je ein Schuss unten und oben. Podeschwa traf nicht, Haberschuss dagegen unten – und stand als Sieger fest. © Foto: Bernd Paulitschke
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Geiseckes Gregor Podeschwa geht noch einen Schritt weiter: „Ich merke bei dieser Diskussion, dass ich auf dem richtigen Weg bin, weil ich mich damit absolut nicht mehr beschäftige. Ich fahre jetzt einfach selber kurz vor der Saison in Urlaub – das ist die Antwort an die Jungs. Vielleicht merken sie es dann ja mal, aber ich glaube es eigentlich nicht.“ 

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