Kießling lässt grüßen: Ein Loch im Netz und die Folgen

Fußball

Das Wort "Phantomtor" ist seit Stefan Kießlings umstrittenem Treffer ein fester Begriff im Fußballjargon. Am Sonntag lebte er wieder auf - im Bezirksliga-Spiel des ETuS/DJK Schwerte gegen den SV Bommern und erst recht im Landesliga-Verfolgerduell zwischen Hedefspor Hattingen und dem SC Hennen.

SCHWERTE

von Von Sebastian Reith, Michael Dötsch und Jonas Acke

, 19.11.2013, 11:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tatort EWG-Sportpark, Schwerte-Ost: Kadir Cicek drehte gerade nach seinem Tor zum 2:0 für den ETuS/DJK jubelnd ab, als der Ball nach seinem Flachschuss das Tor seitlich durch das Netz wieder verließ. Anders als Kießlings Tor war Ciceks Treffer aber regulär. So blieb das Loch im Netz, das Nils Bömer schließlich notdürftig flickte, ohne Folgen.

Weitaus größer ist die Aufregung dagegen in Hattingen. Es geht um das frühe Hennener Führungstor zum 1:0 durch Max Steinau. Der Manndecker hatte im Anschluss an eine Ecke aufs Tor geschossen - offensichtlich ans Außennetz. Durch ein Loch im Netz fand der Ball den Weg ins Tor. "Aber so gravierend wie bei Kießling war es nicht. Der Ball war wirklich ganz eng am Pfosten, ich konnte von meiner Position nicht sehen, ob er drin war oder nicht", schilderte Hennens Trainer Peter Habermann die Szene aus seiner Sicht. Nicht richtig gesehen hatte es auch der Schiedsrichter, der trotz aller Hattinger Proteste dabei blieb, auf Tor zu entscheiden. Die Folge: Torjubel der Hennener Spieler - sehr zum Unwillen des Hattinger Trainers Seung Man Hong: "Anstatt zu monieren, dass es kein Tor war, jubelte man erst nach der Entscheidung des Schiedsrichters. Das finde ich unsportlich." Der Torschütze selbst sieht das allerdings anders: "Nein, das stimmt nicht. Als ich mich umgedreht habe, standen alle direkt jubelnd vor mir", sagt Max Steinau, der es ähnlich wie sein Trainer nicht genau gesehen habe, da das Tor "aus einem Getümmel heraus" gefallen sei. Nach den Protesten der Hattinger sei er aber stutzig geworden: "Ich bin direkt zum Schiedsrichtergespann gegangen und habe ihnen gesagt, dass sie bitte einen anderen Beteiligten fragen sollen", erklärt er. Auch wenn er die Reaktion der Gegner nachvollziehen kann, in der Schuld sieht Steinau sich nicht. Mit dieser Erfahrung spricht er sich nun auch für den Leverkusener Kießling aus: "Ich kann ihn verstehen. Wenn gesagt wird, dass man es nicht gesehen hat, sollte man das glauben".

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