Lena Hausherr ist Europameisterin im Handball

Handball: Ex-Schwerterin jubelt

Es ist ein Triumph von historischer Dimension: Noch nie hat Deutschland bei einer Handball-Europameisterschaft der U17-Juniorinnen die Goldmedaille geholt – bis zum vergangenen Sonntag. Mittendrin im umjubelten Siegerteam eine Spielerin, die bei der HSG Schwerte/Westhofen das Handball-ABC gelernt hat: Lena Hausherr.

SCHWERTE

, 22.08.2017, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lena Hausherr ist Europameisterin im Handball

Lena Hausherr (re.), hier in typischer Manier im Trikot der HSG Schwerte/Westhofen im November 2015.

„Ein unbeschreibliches Gefühl“ sei es, U17-Europameister geworden zu sein, erzählt die 16-Jährige, als wir sie gestern am Mittag am Tag nach ihrer Rückkehr von der EM aus der Slowakei am Handy erwischt haben. „Ich kann noch gar nicht so richtig realisieren, was wir das geschafft haben – das wird noch ein paar Tage dauern.“

Glückwünsche vom ehemaligen Trainer

Fünf Jahre lang wirbelte die flinke Linksaußen-Spielerin in den Jugendmannschaften der HSG, zu der sie als E-Jugendliche kam. Manfred Ullrich war in dieser Zeit ihr Trainer – logisch, dass Ullrich seinem ehemaligen Schützlinge gleich nach dem gewonnenen Finale eine Glückwunsch-Nachricht zukommen ließ. Ihm sei schnell klar gewesen, dass Lena Hausherr mal auf diesem hohen Niveau Handball spielen würde, sagt Ullrich. „Das konnte man schon früh sehen. Lena war immer sehr wissbegierig und hat alles aufgesogen wie ein Schwamm“, schwärmt der Ex-Trainer.

Teil des BVB-Blocks

Vor einem Jahr wechselte die Holzenerin zu Borussia Dortmund und war nun in der U17-Nationalmannschaft ein Teil des aus sechs Spielerinnen bestehenden BVB-Blocks – und zwar ein ziemlich wesentlicher Teil. Denn neben dem EM-Titel durfte sich Hausherr auch noch über die Berufung ins All-Star-Team der EM freuen nicht.

„Zu meiner eigenen Überraschung“, wie sie erzählt, „denn in den Vorrundenspielen konnte ich mein Potenzial nicht so richtig zeigen. Aber im Halbfinale und im Endspiel bin ich richtig explodiert.“

Das gilt wohl auch für das gesamte Team, das schon mit dem Erreichen des Halbfinals die eigenen Erwartungen übertroffen hatte. „Vor dem Turnier hatten wir uns zum Ziel gesetzt, die Hauptrunde zu erreichen und dann von Spiel zu Spiel zu denken. Dieser Plan ist aufgegangen“, so Lena Hausherr – das kann man wohl sagen.

Fulminanter Sieg gegen Frankreich

Mit einem fulminanten 27:21-Halbfinalsieg gegen Frankreich zogen die Deutschen ins Endspiel ein, in dem sie gegen Norwegen zur Pause allerdings mit 9:12 hinten lagen. Dank einer überragenden Abwehrleistung kassierten sie dann in den ersten 15 Minuten des zweiten Spielabschnitts nur ein Gegentor und gewannen letztlich ungefährdet mit 23:18.

Es folgten ausgelassene Jubelszenen und eine feierliche Siegerehrung vor etwa 1000 Zuschauern in der Sporthalle von Michalovce, die für Lena Hausherr noch eine besondere Note bekam. „Wir standen da vor dem roten Teppich. Und vor der Ehrung für den Europameistertitel wurde die All-Star-Nominierung bekannt gegeben – das war unglaublich“, erzählt sie.

Ausgiebige Feier

Dass danach noch ausgiebig gefeiert wurde, versteht sich fast von selbst. Nach einer schlaflosen Nacht war Lena Hausherr am Montagnachmittag nach zwölfeinhalbstündiger Heimfahrt wieder zu Hause – mit einem Erlebnis im Gepäck, das sie wohl ihr ganzes Leben lang nicht vergessen wird.

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