Markus Paszehr fliegt zu Olympia: „Immer noch unfassbar“

Schwerter Student

Der Schwerter Sportjournalismus-Student Markus Paszehr fährt als Social-Media-Reporter für den Sender Eurosport zu den Olympischen Spielen nach Pyeongchang – und kann es eigentlich noch gar nicht fassen. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer rasanten Entwicklung.

Schwerte

, 30.01.2018, 18:28 Uhr / Lesedauer: 3 min
Den Skispringer Sven Hannawald (re.) hat Markus Paszehr als Kind im Fernsehen bewundert. Bei der Vierschanzentournee, hier in Garmisch-Partenkirchen, arbeiteten die beiden in einem Team zusammen und werden dies auch bei Olympia wieder tun.

Den Skispringer Sven Hannawald (re.) hat Markus Paszehr als Kind im Fernsehen bewundert. Bei der Vierschanzentournee, hier in Garmisch-Partenkirchen, arbeiteten die beiden in einem Team zusammen und werden dies auch bei Olympia wieder tun. © Privat

So richtig konnte es Markus Paszehr bis vor ein paar Tagen noch gar nicht realisieren. Aber spätestens als am Montag bei einem Team-Meeting in München die Details besprochen worden sind, ist es dem 24-jährigen Schwerter richtig bewusst geworden: Paszehr fliegt zu den Olympischen Winterspielen nach Pyeonchang.

Für den Sportsender Eurosport wird er sich am Samstag auf die Reise machen. Für den Sender wird Paszehr als Social-Media-Reporter bunte Geschichten rund um die olympischen Wettkämpfe in den sozialen Medien verbreiten. „Es geht darum, den Fans die Möglichkeit zu geben, ganz nah dran zu sein“, erklärt Paszehr. Hauptsächlich „Facebook live“ sei dazu das geeignete Medium, aber auch die Homepage des Senders (eurosport.de) ist ein Betätigungsfeld Paszehrs.

Dass er für Eurosport zu Olympia darf, ist der vorläufige Höhepunkt einer rasanten Entwicklung. „Es ist eine total aufregende Zeit für mich, die ich total genieße“, erzählt Paszehr. Im Laufe seines Studiums an der Sporthochschule Köln – die Bachelor-Arbeit ist für diesen Sommer anvisiert – sei als Ziel entstanden, Olympische Spiele sowie Fußball-Welt- und Europameisterschaften mal als Journalist live mitzuerleben. „Dass es damit jetzt schon losgeht, ist genial und war so schnell nicht zu erwarten. Pyeongchang ist meine bisher größte Herausforderung, auf die ich mich riesig freue“, sagt der 24-Jährige.

Aber wie ist es denn zu Paszehrs Eurosport-Engagement gekommen? „Das war schon echt kurios“, erinnert er sich. Aus Spanien, wo er im Sommer ein Auslandssemester absolvierte, hatte er sich für ein Praktikum beworben, das ihm fürs Studium noch fehlte. Offenbar gefielen den zuständigen Eurosport-Verantwortlichen die eingereichten Arbeitsproben – Paszehr war vorher unter anderem für den Fernsehsender Köln.TV und als Fan-Reporter für den VfL Wolfsburg tätig – so gut, dass sie ihm unverhofft das Olympia-Angebot unterbreiteten, das Paszehr regelrecht umhaute: „Den Moment, als ich diese Mail gelesen habe, kann ich gar nicht beschreiben. Das war einfach nur Gänsehaut“, erinnert er sich.

Seit Mitte September ist Paszehr zurück aus Spanien – und wurde nur ein paar Wochen später ins kalte Wasser geworfen. Die Vierschanzentournee der Skispringer um die Jahreswende war Paszehrs Feuertaufe für Eurosport. „Eine unfassbar gute Generalprobe für Olympia“ seien die zehn Tage gewesen, sagt er. Engen Kontakt hatte er dabei auch zu den Idolen der Sportart, Martin Schmitt und Sven Hannawald, die zum Eurosport-Expertenteam gehörten. „Als Sven Hannawald 2002 den Grand Slam im Skispringen gewonnen hat, saß ich als Achtjähriger auf dem Sofa meiner Oma und habe ihn im Fernsehen gesehen – und jetzt arbeiten wir in einem Team zusammen. Das ist irgendwie immer noch unfassbar und eine super Geschichte, die vor allem meine Oma stolz macht.“

Mit Schmitt und Hannawald wird er auch in Pyeongchang wieder viel zu tun haben – nach seinem Einsatz bei der Vierschanzentournee ist es naheliegend, dass das Skispringen auch bei Olympia einer von Paszehrs Tätigkeitsschwerpunkten wird. Aber es wird sich bei Weitem nicht darauf beschränken, schließlich deckt Eurosport die komplette olympische Sportarten-Palette ab. Worüber genau er berichten wird, weiß Paszehr jetzt noch gar nicht. „Es wird so sein, dass man sich erst am Abend einen Plan für den nächsten Tag macht“, sagt er und fügt hinzu: „Live-Sport ist einfach nicht planbar. Als unsere deutsche Tournee-Hoffnung Richard Freitag in Innsbruck gestürzt ist, waren alle Pläne dahin, und es ging um Spontaneität. Genau diese Momente machen den Job so unfassbar spannend für mich“, sagt er.

Interaktion mit den Fans

Fest steht aber, dass Paszehr hauptsächlich vor und nach den Wettkämpfen oder beim Training vor Ort zum Einsatz kommen wird. „Da besteht dann einfach die beste Möglichkeit für die Athleten, in Interaktion mit ihren Fans zu treten“, erklärt er.

Seine Gefühlslage vier Tage vor dem Abflug nach Südkorea bezeichnet er als „freudig angespannt“ – genau richtig, um die bisher größte Herausforderung seiner noch jungen beruflichen Laufbahn zu meistern.

Wer Markus Paszehr auf seiner Reise begleiten möchte, kann seine persönlichen Eindrücke zu den Spielen hier via Facebook oder bei Instagram verfolgen.

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